» zur Krankheiten A-Z Startseite
Diabetes mellitus Typ II
Diagnose
» Übersicht» Akute Komplikationen» Diagnose» Schwangerschaftsdiabetes und schwangere Diabetikerinnen» Symptome und Beschwerden» Therapie» Ursachen» Links
Etwa ein Drittel der Krankheitsfälle wird bei ärztlichen Untersuchungen aus anderem Anlass diagnostiziert. Häufig fällt nur zufällig ein erhöhter Blutzuckerspiegel oder Zucker im Harn auf.
Erstdiagnostik
Wenn typische Diabetessymptome vorliegen, genügt oft eine einzelne Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Wenn er über 200 mg/dl liegt, gilt die Diagnose Diabetes mellitus als gesichert. Liegt der Wert unter 200 aber über 100 mg/dl, sind Kontrolluntersuchungen notwendig.
Auch bei verdächtigen Personen mit besonderen Risikofaktoren führt der Arzt solche Kontrolluntersuchungen durch, z.
Neben der Messung der Nüchternglukose, also nach mindestens achtstündigem Fasten, ermöglicht der so genannten orale Glucosetoleranztest (OGTT) eine Absicherung der Diagnose. Dazu trinkt der Patient nach Feststellung des Nüchternblutzuckers 75 Gramm Traubenzucker, der in Wasser gelöst wird. Zwei Stunden später wird der Blutzucker noch einmal bestimmt.
Eine Zuckererkrankung ist anzunehmen, wenn der Nüchternblutzucker im kapillären Vollblut über 110 mg/dl liegt oder der Zweistundenwert nach einem OGTT 200 mg/dl übersteigt. Liegen keine Symptome vor, wird mindestens eine weitere Blutzuckerbestimmung durchgeführt, um den Diabetes mellitus zu beweisen. Bei der so genannten gestörten Glucosetoleranz ist der Nüchternwert normal, doch weist der grenzwertig erhöhte Zweistundenwert (zwischen 140 und 200 mg/dl) auf die mögliche Entwicklung eines Diabetes mellitus hin.
Diagnostik zur Blutzuckereinstellung
Als Basis für unmittelbare Therapieentscheidungen sind regelmäßige Blutzuckerselbstkontrollen durch den Patienten und Kontrollen durch den Arzt erforderlich. Neben diesen punktuellen Informationen gibt es die Möglichkeit, mithilfe des verzuckerten Hämoglobins (glykosyliertes Hämoglobin, HbA1c) einen Überblick über längere Zeitintervalle zu erhalten.
Der HbA1c-Wert („Blutzuckergedächtnis“) gilt als eine der wichtigsten Kenngrößen zu Beurteilung des Erfolgs der medikamentösen Einstellung des Diabetikers. Er gibt den Prozentanteil des verzuckerten Hämoglobins an. Normalerweise liegt der Wert bei vier bis sechs Prozent. Er erlaubt eine Beurteilung des Blutzuckerspiegels der vergangenen acht Wochen.
Zucker im Harn wird nur in Sonderfällen bestimmt, da diese Messung der Blutzuckerkontrolle unterlegen ist und bei Nierenerkrankungen erst verspätet auftreten kann.
Diagnostik möglicher Spätkomplikationen
Da ein langjähriger, hoher Blutzuckerspiegel Arterien und Nerven schädigt, ist bei der Diagnosestellung eines Diabetes mellitus Typ II unbedingt eine Untersuchung der Augen, der Nieren, des äußeren Nervensystems, des Herzens, der Halsschlagadern und der Beinarterien erforderlich. Der Diabetes mellitus Typ II schädigt besonders häufig die großen Blutgefäße (Makroangiopathie). Herzerkrankungen (Herzinfarkt) und Schlaganfälle sind die häufigsten Todesursachen beim Typ-II-Diabetiker. Auch die Beinarterien können von der Arteriosklerose befallen sein und vermehrt Engstellen bilden (arterielle Verschlusskrankheit). Das Laufen kann so schmerzhaft werden, dass nur noch wenige Meter am Stück zurückgelegt werden können. Verengungen der kleinsten Blutgefäße führen zu diabetestypischen Erkrankungen.
Nach der orientierenden Ganzkörperuntersuchung einschließlich genauer Inspektion der Füße auf mögliche Geschwüre ("diabetischer Fuß") prüft der Arzt besonders sorgfältig die am häufigsten in Mitleidenschaft gezogenen Organe. Um die Veränderungen an der Netzhaut der Augen (diabetische Retinopathie) beurteilen zu können, wird eine Augenspiegelung durchgeführt.
Die Niere wird durch Blut- und Urinuntersuchungen auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft. Außerdem wird der Urin auf Eiweiße (Albumine) untersucht, die eine beginnende Nierenfunktionsstörung anzeigen können (diabetische Nephropathie).
Die Bestimmungen der Blutfette und des Bluthochdrucks geben Hinweise auf zusätzliche Risiken, Gefäßverschlüsse zu erleiden. Ferner werden die Fußpulse getastet und die Halsschlagader abgehorcht bzw. mit Ultraschall untersucht, um an diesen Stellen mögliche Gefäßverengungen zu erfassen.
Um mögliche Störungen des Nervensystems (diabetische Neuropathie) zu beurteilen, werden neurologische Untersuchungen durchgeführt. Meist an den Beinen werden Muskelreflexe, Vibrations-, Temperatur- und Schmerzempfinden geprüft, bei Auffälligkeiten wird zusätzlich die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen.

