Inhaltssuche

Suche im Experten-Ratgeber, Lexika und Medikamenten
Eierstockentzündung

Eierstockentzündung

Bei einer Eierstockentzündung (Adnexitis) dringen Krankheitserreger durch Scheide, Gebärmuttermund und Gebärmutterhals in die Gebärmutter ein und lösen in der Gebärmutter, den Eileitern und den Eierstöcken Entzündungen aus. Sind die Eileiter von der Entzündung betroffen, spricht man von einer Salpingitis. Falls die Krankheitskeime die Wand der infizierten Eileiter durchbrechen oder über die Trichter der Eileiter in die freie Bauchhöhle gelangen, ist auch das Bauchfell in den Prozess mit einbezogen.

Mehr anzeigen



Diagnostik

Die weiblichen Geschlechtsorgane

Neben der körperlichen Untersuchung sind auch Labortests zur Sicherung der Diagnose angezeigt.

Tastunteruchung und Ultraschall
Bei der Tastuntersuchung empfindet die Patientin einen Druckschmerz in dem betroffenen Bereich. Die Bauchdecke ist oft schmerzhaft und gespannt. Auch die Eileiter und Eierstöcke sind hoch empfindlich und verdickt. Hier muss eine Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen werden, bei der ein ähnlicher Tastbefund erhoben werden kann. Typisch ist der Portio-Schiebeschmerz, der bei der gynäkologischen Tastuntersuchung durch das vorsichtige Verschieben des Muttermunds zur Seite ausgelöst wird.

Mehr anzeigen



Komplikationen

Zu Komplikationen kommt es, wenn sich die Eierstockentzündung auf das kleine Becken ausdehnt und zu Verschlüssen führt. Verklebt z.

Der Eiter kann sich auch im Eierstock abkapseln und sich zu einem Eierstockabszess (Ovarialabszess) entwickeln. In diesem Fall muss operiert werden.

Die Spätfolgen einer Eierstockentzündung sind chronische Schmerzen, Verwachsungen und Unfruchtbarkeit. Rückfälle werden häufig beobachtet.


Symptome und Beschwerden

  • Unterbauchschmerzen
  • Fieber
  • Ausfluss aus der Scheide
  • Zwischenblutungen

In schweren Fällen zusätzlich:

  • Schmerzhafte Blasen- und Darmentleerung
  • Erbrechen
  • Schmerzausbreitung über den gesamten Bauch mit harter Bauchwand als Zeichen einer Bauchfellentzündung
  • Fruchtbarkeitsstörungen

Die Patientinnen entwickeln meist aus völligem Wohlbefinden heraus, oft im Anschluss an die Menstruationsblutung, zunehmende Unterleibsschmerzen und hohes Fieber, das aber auch völlig fehlen kann. Obwohl die Infektion in aller Regel beide Eierstöcke betrifft, kann die Symptomatik auf einer Seite ausgeprägter sein und - sofern sie rechtsbetont ist - den Verdacht auf eine Wurmfortsatzentzündung nahe legen. Häufig zwingen die Schmerzen zu einer vorgebeugten Haltung beim Gehen. Bei ca. 30 Prozent der Frauen kommt es zu Zwischenblutungen, meist eitrigem Ausfluss aus der Scheide und bei einigen auch zu Beschwerden beim Wasserlassen, bei der Darmentleerung und beim Geschlechtsverkehr.

Mehr anzeigen



Therapie

Die rektovaginale Untersuchung
Die gynäkologische Untersuchung

Konventionelle Medizin

Medikamentöse Therapie und Allgemeinmaßnahmen ergänzen sich bei der Behandlung der Eierstockentzündung.

Medikamentöse Therapie
Bei Diagnose einer Eierstockentzündung muss sofort mit einer Antibiotikabehandlung begonnen werden. Die Dauer der Antibiotikatherapie beträgt mindestens 20 Tage. Zusätzlich werden entzündungshemmende und abschwellende Medikamente verabreicht.

Wird die Infektion diagnostiziert, bevor sie sich auf die Bauchhöhle ausgebreitet hat, kann die Antibiotikatherapie ambulant erfolgen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Patientin ihre Tabletten strikt nach Vorschrift einnimmt und sich bei einer Verschlechterung des Zustands sofort zum Arzt begibt.

Mehr anzeigen



Ursachen

Krankheitserreger aus der Scheide (Vagina) werden normalerweise durch das saure Vaginalsekret und den Schleimpfropf im Muttermund sehr effektiv daran gehindert, in die Gebärmutter (Uterus) aufzusteigen. Nach Schwangerschaften oder Eingriffen mit Eröffnung des Gebärmutterhalses (Zervix), z.

Am häufigsten sind Gonokokken (Erreger der Geschlechtskrankheit Tripper) und Chlamydien für eine PID verantwortlich, weil diese beiden Erreger auch von saurem Vaginalsekret und intaktem Schleimpfropf im Muttermund nicht immer aufgehalten werden können. Gonokokken und Chlamydien sind - einzeln oder kombiniert - für ca. 60 Prozent der Eierstockentzündungen und der Fälle von PID verantwortlich. Darüber hinaus kommen noch andere Bakterien wie Kolibakterien, Streptokokken, Staphylokokken und anaerobe Keime als Verursacher in Frage.

Auch wenn es in der Bauchhöhle zu eitrigen Prozessen kommt, z.

Links

Berufsverband der Frauenärzte
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe


© 2011, wissenmedia GmbH, Gütersloh / München

Medikamenten- und Lexikon-Suche

Arzneimittel und Generika finden und bestellen

Das jameda Lexikon

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon