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Therapie

Konventionelle Medizin

Der erhöhte Augeninnendruck kann medikamentös durch Tabletten oder Augentropfen gesenkt werden, die entweder die Kammerwasserbildung hemmen, die Abflusswege erweitern oder das überschüssige Kammerwasser über Nebenwege abfließen lassen.

Reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus, kommen operative Maßnahmen oder eine Lasertherapie zur Behandlung in Betracht.

Beim Engwinkelglaukom werden Teile der Iris entfernt, um eine größere Verbindung zwischen der Vorder- und der Hinterkammer des Auges zu schaffen. Das Kammerwasser kann dann wieder direkt in den Kammerwinkel fließen.

Wenn die Abflusskanälchen verstopft sind und Medikamente nicht den gewünschten Erfolg zeigen, wird meist operativ ein künstlicher Abfluss für das Kammerwasser unter die Bindehaut gelegt oder es werden neue Abflusswege im Trabekelsystem geschaffen. Daneben gibt es Ansätze, verschlossene Trabekelkanälchen mittels Laserstrahlen wieder durchgängig zu machen.

Beim Engwinkelglaukom ist es äußerst wichtig, alles zu vermeiden, was den Kammerwinkel blockieren, also einen Glaukomanfall auslösen könnte. Dazu gehört auch die Einnahme bestimmter Medikamente. Deshalb ist es ratsam, auch den Hausarzt über das Vorliegen eines Engwinkelglaukoms zu informieren.

Komplementäre Medizin

Homöopathie

Spigelia
(Wurmkraut), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D6; der typische Patient ist nervös, ängstlich, erregt und ruhelos durch heftiges Herzklopfen. Rheumatische Beschwerden mit Zerschlagenheitsgefühl können auftreten. Er ist sehr berührungsempfindlich und friert leicht. Am Auge dominieren Schmerzen, die tief in die Augenhöhlen ausstrahlen.

Gelsemium
(Falscher Jasmin), gebräuchliche Potenzierung: D2 bis D6, beeinflusst eine ganze Reihe von Symptomen der Augen. Neben dem Glaukom, das mit Doppelsehen und Verschwommenheit einhergeht, wirkt das Mittel bei Sehstörungen durch nervöse Erschöpfung und Herabhängen des Oberlids.

Belladonna
(Tollkirsche), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D6, passt bei Zuständen, die sehr plötzlich einsetzen. Beim Hinlegen kann ein Pulsieren in den Augen auftreten. Die Pupillen sind erweitert, die Bindehaut trocken und glänzend.

Traditionelle chinesische Medizin

In China wird das akute Glaukom in den Kliniken und Praxen mit sehr gutem Erfolg behandelt. Auch das chronische Glaukom spricht sehr gut auf die Akupunkturbehandlung an.

Man benötigt acht bis zehn Behandlungen, bei erneut ansteigenden Augendruckwerten kann die Behandlung wiederholt werden. Allerdings ist zu erwarten, dass der Augendruck ohne Augentropfen lange im normalen Bereich liegt. Das hat besondere Bedeutung hinsichtlich der Verwendung von Ophthalmika (Medikamente für die Augen) in der Schwangerschaft und Stillperiode, in der eine sorgfältige Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erforderlich ist.

Laserakupunktur

Bei der Laserbehandlung wird jeder Akupunktur-Punkt 20 bis 30 Sekunden lang stimuliert. Die Leistung kann zwischen 5 und 30 mW (Megawatt) liegen. Im Lauf der Behandlungen kann die Leistung nach Verträglichkeit graduell erhöht werden. Elektrostimulation ist beim Glaukom nicht geeignet.

Anthroposophische Medizin

Bei der Behandlung des Glaukoms kommen homöopathische Aufbereitungen von Pandanus utilis (Schraubenbaum) und Calcium carbonicum (Kalziumkarbonat) zum Einsatz.

Ernährungstherapie

Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind mit einer Eliminationsdiät herauszufinden. Es werden abwechselnd verschiedene Nährstoffe über mehrere Tage aus dem Speiseplan gestrichen und laufend Kontrollen des Augendrucks vorgenommen. Kaffee und andere koffeinhaltige Nahrungsmittel erhöhen den Augendruck und müssen weggelassen werden. Auch vermutet man, dass eine Übermenge Eiweiß sich ungünstig auswirken kann.

Orthomolekulare Therapie

Vitamin C kann den Augendruck senken helfen. Empfohlen werden tägliche Gaben von zwei bis vier Gramm. Ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) kann die Entstehung eines Glaukoms begünstigen. Aus diesem Grund gibt man 50 Milligramm täglich. Weiterhin werden 30 bis 45 Milligramm Zink und 400 Mikrogramm Chrom pro Tag empfohlen.

Zur Grundversorgung der Augen mit besonderer Wirkung auf die Netzhaut sollten täglich 5000 IE Vitamin A zugeführt werden.

Biochemie nach Schüssler

Zur begleitenden Behandlung werden die biochemischen Mittel Kalium phosphoricum D6, Kalium chloratum D6, Magnesium phosphoricum D6, Natrium chloratum D6, Natrium phosphoricum D6 und Silicea D12 eingesetzt, wobei bis zu vier Mittel ausgewählt und die Tabletten über den Tag verteilt gelutscht werden.

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