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Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist ein irreversibler Schaden des Herzmuskelgewebes aufgrund einer plötzlich auftretenden Durchblutungsstörung, die zu einem akuten Sauerstoffmangel der Herzmuskelzellen und zu ihrem Absterben führt. Der Herzinfarkt ist in Deutschland eine der häufigsten Todesursachen.


Diagnostik

Elektrokardiogramm
Herzinfarkt

Die Verdachtsdiagnose Herzinfarkt wird aufgrund der Beschwerden des Patienten und seines Aussehens gestellt. Beim Abhorchen des Herzens mit dem Stethoskop findet sich häufig eine Rhythmusstörung. Das Elektrokardiogramm (EKG) zeigt in der Regel typische Veränderungen, die nicht nur einen Infarkt bestätigen, sondern auch Rückschlüsse auf die Lokalisation, die Ausdehnung und den Beginn des Sauerstoffmangels zulassen.

Zusätzlich werden möglichst früh ein Herzultraschall (Echokardiografie) und eine Röntgenuntersuchung der Herzkranzgefäße (Koronarangiografie) durchgeführt, um das Ausmaß des Infarkts genau einschätzen zu können.

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Symptome und Beschwerden

Herzinfarkt
  • Überwältigender, anhaltender Schmerz ("Vernichtungsschmerz") hinter dem Brustbein; häufig in den linken Arm, Oberbauch, Unterkiefer oder in die Schulterblätter ausstrahlend
  • Schwäche, Kaltschweißigkeit, Blässe, Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit
  • Engegefühl in der Brust
  • Todesangst

Frauen zeigen oft andere Symptome als Männer. Bei ihnen können zusätzlich folgende Anzeichen auf einen Herzinfarkt hindeuten:

  • Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Kurzatmigkeit
  • Übelkeit, Sodbrennen, Schmerzen im Oberbauch

Manchmal geht dem Infarkt eine Phase mit unspezifischen Beschwerden wie Schwäche und Übelkeit voraus. Dann kommt es plötzlich zu heftigsten Schmerzen in der Brust, die als "vernichtend" beschrieben werden und mit Todesangst einhergehen. Der hinter dem Brustbein, seltener im Oberbauch lokalisierte Schmerz strahlt häufig in den linken Arm aus, kann aber auch in beide Arme, in die Nabelregion, den Rücken, den Hals, den Unterkiefer und die Schulterblätter ausstrahlen. Als typische Begleitsymptome treten Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, Kaltschweißigkeit und Blässe auf. Bei einem Teil der Patienten kommt es zu einem drastischen Blutdruckanstieg und Herzrasen als Zeichen einer Überstimulation des sympathischen Nervensystems. Bei anderen Patienten entwickelt sich hingegen ein Puls- und Blutdruckabfall als Zeichen der Stimulation des Vagusnervs. Lediglich 50 Prozent der Herzinfarktpatienten litten zuvor an einer instabilen Angina pectoris.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Noch immer ereignen sich die meisten Todesfälle durch Herzinfarkt, bevor die Patienten behandelt werden können oder ein Krankenhaus erreichen. Um die Infarktsterblichkeit zu senken, ist es darum für Patienten, Angehörige und Ärzte besonders wichtig, die Situation schnell richtig einzuschätzen und sofort zu reagieren. Daher sollte jeder, der über heftige, plötzlich auftretende Brustschmerzen klagt, umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Für Frauen und ihre Angehörigen ist es wichtig, dass sie mit den oft weniger typischen Infarktsymptomen von Frauen vertraut sind und Hinweise auf einen Infarkt erkennen können.

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Ursachen

Herzinfarkt Schema

In den meisten Fällen liegt einem Herzinfarkt eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße zugrunde. Dabei bilden sich fett- und kalkhaltige Ablagerungen in den Gefäßen. Die borkigen Herde (Plaques) an der arteriosklerotisch veränderten Gefäßwand können zur Bildung eines großen Blutgerinnsels (Thrombus) führen, das die Arterie teilweise oder vollständig verlegt. Die Herzmuskelzellen, die durch dieses Gefäß versorgt werden, sind dann von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten. Wenn dieser Zustand über einige Stunden bestehen bleibt, kommt es zum Absterben der Muskelzellen.

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Links

Deutsche Herzstiftung
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz-Kreislauf-Forschung
Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz- und Kreislauferkrankungen
Deutsche Hochdruckliga/Deutsche Hypertonie Gesellschaft/Deutsches Kompetenzzentrum Bluthochdruck
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (Lipid-Liga)


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