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Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen

Eine Herzrhythmusstörung (auch Arrhythmie) ist eine Abweichung der Herzaktionen hinsichtlich der Frequenz oder der Regelmäßigkeit des Herzschlags. Je nach Herzfrequenz wird grob zwischen verlangsamenden (bradykarden) und beschleunigenden (tachykarden) Herzrhythmusstörungen unterschieden. Zusätzliche Herzaktionen heißen Extrasystolen.


Diagnostik

Antiarhythmika
Herzrhythmusstörungen müssen immer im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen und speziell mit vorliegenden Herzerkrankungen betrachtet werden. Bei ansonsten gesunden Patienten kann eine Rhythmusstörung eine unbedenkliche Normabweichung ohne Krankheitswert sein.

Im Rahmen der Diagnostik wird darum zuerst die Krankheitsgeschichte (Anamnese) erfragt, um die vorhanden Symptome richtig einordnen zu können. Anschließend folgt eine umfassende körperliche Untersuchung.

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Symptome und Beschwerden

EKG
  • Bewusste Wahrnehmung des eigenen Herzschlags in Form von Herzklopfen, Herzstolpern, Herzrasen (Palpitationen)
  • Schmerzen in der Herzgegend
  • Schwindel
  • Kurze Bewusstlosigkeit infolge mangelnder Hirndurchblutung

Extraschläge des Herzens bewirken oft das Gefühl von Herzstolpern, Herzklopfen oder Aussetzern der Herzaktivität. Plötzliche starke Frequenzveränderungen unter 50 bzw. über 180 Schlägen pro Minute (Normalwert eines Erwachsenen bei körperlicher Ruhe: etwa 60 bis 80 Schläge pro Minute) führen zu einem Abfall des vom Herzen transportierten Blutvolumens und damit zu Folgeerscheinungen, die mit einer Mangeldurchblutung verbunden sein können: Die Patienten klagen z.B. über Schwindel und Ohnmachtsanfälle („Kreislaufkollaps“). Es kann auch zu Schmerzen in der Herzgegend, Atemnot und Krampfanfällen kommen.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Therapiert werden müssen nur Patienten mit ernsthaften Grunderkrankungen, also vor allem Herzkranke. Wurden die Rhythmusstörungen im Rahmen der Diagnostik als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft, ist eine Therapie weder erforderlich noch sinnvoll.

Im Vordergrund der Therapie steht die Optimierung der Behandlung der vorliegenden Grunderkrankung.

Die medikamentöse Therapie ist sehr schwierig und sollte durch einen Spezialisten erfolgen. Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) haben leider ernsthafte Nebenwirkungen. Sie können die Arrhythmie im Einzelfall verschlimmern und das Risiko eines plötzlichen Herztodes vergrößern. Die medikamentöse Therapie von Herzrhythmusstörungen wird darum zunehmend kritisch diskutiert.

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Ursachen

Das Herz

Die Auslöser von Herzrhythmusstörungen liegen entweder außerhalb des Herzens (extrakardial) oder im Herzen selbst (kardial). Zu den extrakardialen Ursachen zählen atmungsbedingte oder funktionelle Einflüsse, Elektrolyt- und Hormonstörungen, beispielsweise Schilddrüsenfunktionsstörungen, medikamentös-toxische Einflüsse, Fieber, eine hochgradige Blutarmut, Volumenmangel im Kreislauf (Hypovolämie), eine Lungenembolie, ein erhöhter Hirndruck und Elektrounfälle.

Bei den kardialen Ursachen spielen eine Minderdurchblutung des Herzens, wie sie bei der koronaren Herzkrankheit vorliegt, und der Zustand nach einem Herzinfarkt eine Rolle. Außerdem kommen degenerative und entzündliche Prozesse, angeborene Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankungen und eine Herzschwäche als Auslöser in Betracht. Auch angeborene Normvarianten der Erregungsleitung können zu Rhythmusstörungen führen.


Links

Kompetenznetz Vorhofflimmern
Deutsche Herzstiftung
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz-Kreislauf-Forschung
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz- und Kreislauferkrankungen


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