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Lungenödem

Eine Ansammlung von Flüssigkeit im Lungengewebe oder in den Lungenbläschen wird als Lungenödem (auch Wasserlunge) bezeichnet. Meist handelt es sich um ein akutes Geschehen, das sofortige medizinische Maßnahmen erforderlich macht.


Diagnostik

Das Abhören der Lunge ergibt die typischen feuchten Rasselgeräusche, die anfangs nur diskret ausgeprägt sind, aber rasch zunehmen. Die Diagnose wird durch eine Röntgenaufnahme der Lunge gesichert. Es zeigt sich das typische Bild einer "fluid lung", einer "flüssigen Lunge". Dabei befindet sich besonders viel Flüssigkeit in der Nähe der Lungenpforten, die zu schmetterlingsförmigen und nahezu symmetrischen Verschattungen führt, während das umgebende Lungengewebe noch normal belüftet ist. Wird in diesem Stadium nicht mit einer konsequenten Behandlung begonnen, breiten sich die Verschattungen aus. Bei einem weit fortgeschrittenen Lungenödem ist fast die gesamte Lunge verschattet (so genannte "weiße Lunge"). In diesem Fall spricht man von einer Schocklunge oder ARDS (acute respiratory distress syndrome = Syndrom der akuten [schweren] Atemnot). Der Sauerstoffmangel ist dann so ausgeprägt, dass mehrere Organe versagen (Multiorganversagen) und sich ein Koma entwickelt. In diesem Stadium versterben zwischen 40 und 70 Prozent der betroffenen Patienten.

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Entwicklung

Im Wesentlichen entwickelt sich das Lungenödem über zwei unterschiedlich entstehende physikalische Veränderungen, deren Auswirkungen auf den Organismus jedoch gleich sind.

So kann es einerseits von einer Erhöhung des in den Blutgefäßen befindlichen, nach außen gerichteten hydrostatischen Drucks herrühren. Dieser entsteht meist durch eine Leistungsminderung des linken Herzens, die wiederrum einen erhöhten Lungenvenen- und Kapillardruck nach sich zieht.

Das Lungenödem kann sich aber auch entwickeln durch einen Abfall des in den Gefäßen herrschenden kolloid-osmotischen, das heißt durch die Bluteiweißkörper vermittelten, Drucks. Ursache dafür ist meist eine Eiweißverminderung im Blutplasma, z.

In beiden Fällen tritt durch den erhöhten Gefäßinnendruck ein vermehrter Flüssigkeitsstrom in den Zwischenzellraum des Lungengewebes ein, der das Lungenödem entstehen lässt. Die zunehmende Flüssigkeit drückt auf die Lungenbläschen, was den Gasaustausch erschwert und die Sauerstoffversorgung des Körpers verschlechtert.

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Symptome und Beschwerden

  • Zunehmende Atemnot
  • Rasselnde Atemgeräusche
  • Blaufärbung der Haut
  • Blutig-schaumiger Auswurf
  • Manchmal Verkrampfung der Bronchialmuskulatur

Ganz im Vordergrund der Erkrankung steht die zunehmende Atemnot. Die Luft wird mühevoll unter anfänglich leisen, dann lauter werdenden Rasselgeräuschen eingesogen. Trotzdem nimmt die Blaufärbung der Haut des Patienten aufgrund des zunehmenden Sauerstoffmangels ständig zu (Zyanose). Der Kranke wird kaltschweißig, leidet unter Todesangst und ist durch den Lufthunger sehr unruhig. Schließlich kann er nur noch in aufrechter Haltung unter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur mit größter Mühe Luft in seine Lunge zwingen (Orthopnoe). In diesem Stadium "läuft die Lunge über", die Flüssigkeit gerät in die Lungenbläschen (alveoläres Ödem) und läuft über die Bronchien ab. Dadurch kommt es zu dem schaumig-blutigen Auswurf (Sputum), der den Patienten mit schwerem Ödem aus dem Mund quillt.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Bei einem Lungenödem muss der Patient in eine halbaufrechte Position mit Hochlagern des Oberkörpers und Tieflagerung der Beine gebracht werden (Herzbettlage). Diese Position verschafft zum einen der Lunge die größtmögliche Atemfläche. Zum anderen kann die Flüssigkeit nach unten absacken, wodurch das Herz entlastet und der Druck in den Lungengefäßen gesenkt wird. In manchen Fällen legt man nicht allzu stramme Stauschläuche an Armen und Beinen an, die alle zehn Minuten die Position wechseln (so genannter unblutiger Aderlass). Damit wird der Zustrom venösen Blutes zum rechten Herzen gedrosselt.

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Ursachen

Lungenkreislauf
Austausch von Sauerstoff

Ein Lungenödem ist stets die Folge einer schwer wiegenden Störung, die entweder von der Lunge selbst oder von einem anderen Organ ausgeht. Oft ist eine Leistungsminderung des linken Herzens der Auslöser. Wenn dieses nicht mehr in der Lage ist, die Blutmengen aus den Lungenvenen schnell genug in die Aorta und damit in den Körperkreislauf weiterzupumpen, kommt es zu einem Rückstau des Bluts, der den Druck in den Lungenvenen steigert. Infolge des erhöhten Drucks wird Blutplasma durch die Blutgefäßwände nach außen gepresst und sammelt sich im Zwischenzellraum (Interstitium) der Lunge an. Die Lungenbläschen (Alveolen) können sich durch den Druck, den die zunehmende Flüssigkeit von außen auf sie ausübt, nicht mehr richtig ausdehnen, so dass der Gastausch erschwert ist und der Körper zu wenig Sauerstoff erhält. Es entwickelt sich eine schwere Atemnot.

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Links

Deutsche Atemwegsliga
Patientenliga Atemwegserkrankungen
Deutsche Lungenstiftung
Bundesverband der Pneumologen
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin


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