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Mumps

Mumps (Parotitis epidemica) ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit. Ausgedehnte Epidemien kommen nur selten vor, meistens entstehen Kleinraumepidemien in Kindergärten oder Schulen. Das typische Erkrankungsalter liegt zwischen dem 4. und dem 15. Lebensjahr. Dank der Einführung einer Schutzimpfung im frühen Kindesalter (ab dem 15. Lebensmonat) ist Mumps - auch Ziegenpeter oder Bauernwetzel genannt - heute selten geworden.


Diagnostik

Das charakteristische Aussehen der Patienten aufgrund der Speicheldrüsenschwellung ermöglicht in der Regel eine eindeutige Diagnose. Um andere Erkrankungen wie beispielsweise eine toxische Diphtherie auszuschließen, werden Mund und Rachen gründlich untersucht. Bei Mumps ist die Mündung des Speicheldrüsengangs in Höhe des zweiten oberen Mahlzahns entzündlich geschwollen.

Um Mumps von einer eitrigen Ohrspeicheldrüsenentzündung zu unterscheiden, kann die so genannte Amylase im Serum bestimmt werden. Dabei handelt es sich um ein Enzym der Speicheldrüse, das bei Mumps vermehrt gebildet wird.


Komplikationen

Mumps verläuft in 30 bis 40 Prozent der Fälle unauffällig. Neben der ausschließlichen Beteiligung der Speicheldrüsen können jedoch auch andere Drüsen von der Infektion betroffen sein. Die Häufigkeit der zusätzlichen Erkrankung anderer Drüsen steigt mit zunehmendem Lebensalter der Erkrankten.

Infektion der Hirnhäute
(Mumpsmeningitis) Eine mit 20 Prozent der Fälle nicht seltene Komplikation ist die Entzündung der Hirnhäute, die bei Jungen viermal häufiger vorkommt als bei Mädchen. Sie führt zu einem erhöhten Hirndruck mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Erbrechen, Nackensteifigkeit und Fieber. In der Gehirnflüssigkeit (Liquor) können übermäßig viele Lymphozyten nachgewiesen werden. Die Normalisierung des Liquors und die endgültige Ausheilung der Krankheit können bis zu sechs Wochen dauern, die Prognose der Mumpsmeningitis ist jedoch insgesamt günstig. Nach dem Ausheilen der Mumpsmeningitis sollte eine Überprüfung des Gehörs erfolgen, da die Erkrankung manchmal eine Schwerhörigkeit verursachen kann.

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Symptome und Beschwerden

  • Nackensteife, Kopfschmerzen, Erbrechen und Lichtscheu
  • Schmerzhafte Schwellung einer oder beider Ohrspeicheldrüsen
  • Schwankender Fieberverlauf
  • Durch die Schwellung abstehende Ohrläppchen und Gesichtsentstellung
  • Schmerzen beim Kauen

Nach einer Inkubationszeit von 18 bis 21 Tagen kommt es bei einem Teil der Kinder zunächst zu Fieber, manchmal auch zu Zeichen einer Hirnhautreizung mit Nackensteife, Erbrechen, Kopfschmerzen und Lichtscheu. Kurz danach schwillt zuerst eine, später auch die andere Ohrspeicheldrüse an und verursacht schon bei leichten Berührungen Schmerzen. Die Schwellungen können derartige Ausmaße annehmen, dass die Ohrläppchen vom Kopf abstehen. Durch die geschwollenen und entzündeten Ohrspeicheldrüsen entstehen erhebliche Schmerzen beim Kauen. Im weiteren Verlauf schwellen häufig auch die Speicheldrüsen im Unterkiefer und unter der Zunge an. Das Fieber verläuft typischerweise nicht konstant, sondern wellenförmig mit starken Schwankungen.

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Therapie

Schwellung der Ohrspeicheldrüse

Konventionelle Medizin

Bei einem unkomplizierten Verlauf wird die Infektion rein symptomatisch behandelt. Bis zu drei Tage nach Abklingen des Fiebers ist Bettruhe einzuhalten. Um die Schmerzen beim Kauen zu verringern, sollte bevorzugt eine breiige oder flüssige Nahrung gegeben werden. Warme Verbände auf den geschwollenen Ohrdrüsen tragen zum Abklingen der Schwellung bei. Darüber hinaus ist eine besondere Mundpflege durch Spülen mit Kamillentee sinnvoll, um einer bakteriellen Infektion des Mundraums vorzubeugen.

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Ursachen

Mumps wird durch ein Virus aus der Gruppe der Paramyxoviren hervorgerufen. Die Übertragung des Virus erfolgt durch Tröpfcheninfektion, seltener durch verunreinigte Gegenstände. Die größte Ansteckungsgefahr besteht einige Tage vor und nach Beginn der Drüsenschwellungen. Eine durchgemachte Mumpserkrankung hinterlässt eine dauerhafte Immunität, dennoch können Zweitinfektionen auftreten.


Links

Informationen des Robert Koch-Instituts über Mumps
Informationen des Robert Koch-Instituts über empfohlene Impfungen
Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über Mumps


© 2011, wissenmedia GmbH, Gütersloh / München

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