Die Hornplatten der Finger- und Zehennägel sind fest in der
Haut verankert; die empfindliche "Nahtstelle" ist das Nagelbett. Die harte
Nagelplatte wird seitlich vom Nagelwall begrenzt, der sich als Nagelfalz in
die Tiefe senkt. Auf der Oberseite ist der Nagel teilweise vom feinen Nagelhäutchen
bedeckt - einem Rest der Nagelhaut, die vor der Geburt die noch weichen
Nägel überzieht. Erkrankungen des Nagels betreffen vor allem die
Hornplatte, Nagelbett und Nagelfalz.
Angeborene oder erworbene Veränderungen der Nagelstruktur
können kaum beeinflusst werden. Bei verformten, weichen und verfärbten
Nägel muss die möglicherweise zugrunde liegende Erkrankung abgeklärt
und behandelt werden.
Auch der Ursache brüchiger Nägel wird durch die Befragung
und durch Blutuntersuchungen nachgegangen. Gegen brüchige Nägel
helfen häufiges Kürzen der Nägel, regelmäßiges Einfetten
und tägliche Bäder in Sonnenblumenöl. Im beruflichen Alltag
müssen möglicherweise Handschuhe bei der Arbeit getragen werden.
Infektionen des Nagelfalzes werden mit einem Antibiotikum oder
einem antiviral wirksamen Medikament behandelt. Pilze lieben es feucht. Deshalb
sollten die infizierten Nägel möglichst trocken gehalten werden.
Weil das allein aber nicht ausreicht, muss in der Regel auch eine innerliche
Behandlung mit entsprechenden Medikamenten durchgeführt werden.
Ist der Nagel nur leicht am Rand befallen, so reicht manchmal auch
eine Behandlung mit einem pilzabtötenden Nagellack aus.
Komplementäre Medizin
Homöopathie
Bei brüchigen Nägeln werden folgende Mittel angewendet:
Thuja occidentalis
(Lebensbaum),
gebräuchliche Potenzierung: D2 bis D12, hat eine starke Beziehung zu
krankhaften Wucherungen der Haut, z.
Silicea
(Kieselsäure), gebräuchliche
Potenzierung: D3 bis D12, wirkt auf viele Organsysteme, u.
Weitere Mittel sind Graphites und Antimonium crudum.
Bei einer Nagelablösung helfen folgende Mittel:
Silicea
(Kieselsäure), gebräuchliche
Potenzierung: D3 bis D12, ist ein Mittel für das Bindegewebe, Knochen-
und Lymphgewebe sowie für Haut, Haare und Nägel. Es besteht eine
Neigung zu Erkältung, Wundsein und Eiterungen; Besserung durch Wärme.
Graphites
(Reißblei), gebräuchliche
Potenzierung: D3 bis D12, hat einen starken Bezug zur Haut und ihren Anhangsgebilden.
Die Patienten sind übergewichtig und haben eine unreine Hautfarbe. Die
Haut ist allgemein rau, trocken, schuppig und neigt zu Rissbildung. Jede kleine
Verletzung hat die Tendenz zu eitern. Vom Gemüt her sind die Patienten
weinerlich, ängstlich, depressiv und phlegmatisch. Beschwerden verschlechtern
sich durch Wärme.
Calcium fluoratum
(Flussspat), gebräuchliche
Potenzierung: D3 bis D12, fördert allgemein das Nagelwachstum. Ansonsten
besteht eine Neigung zu Drüsenverhärtung mit nachfolgender Vereiterung.
Die Patienten sind trotz guten Appetits abgemagert, es besteht allgemein eine
Bindegewebsschwäche. Die Haut wirkt durchsichtig. Die Symptome sind häufig
Folge schlechter Ernährung oder Stoffwechselstörungen.
Antimonium crudum
(Schwarzer Spießglanz),
gebräuchliche Potenzierung D3 bis D8; die Patienten sind verdrießlich
und reizbar. Die Zunge hat einen dicken, weißen Belag, die Patienten
neigen zu Übergewicht. Die Beschwerden verschlechtern sich durch Hitze,
den Genuss von sauren Speisen und durch kaltes Waschen. Gebessert werden sie
durch Liegen und im Freien.
Bei Infektionen des Nagelfalzes werden angewandt:
Alumina
(Tonerde), gebräuchliche
Potenzierung: D3 bis D6, zeigt sich durch eine starke Trockenheit der Schleimhäute
und der Haut, wie sie häufig bei alten Menschen vorkommt. Alles ist verlangsamt,
schwer und taub. Die Patienten sind unruhig und langweilen sich und haben
eine Neigung zu Verstopfung. Sie stolpern beim Gehen und ihre Beine schlafen
ein. Die Nägel sind brüchig, im warmen Bett kann die Haut unerträglich
jucken. Die Beschwerden verschlimmern sich periodisch. Im Freien und bei feuchtem
Wetter fühlen sich die Betroffenen besser.
Weiterhin empfehlen sich Mittel wie Calcium carbonicum, Hepar sulfuris,
Graphites und Cistus canadensis.
Phytotherapie
Es werden Auflagen mit Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)
zur Linderung eingesetzt. Bockshornklee wirkt reizmildernd und entzündungshemmend.
Weitere Möglichkeiten sind heiße Leinsamenpackungen und Heublumensäckchen.
Für die Auflage mit Leinsamen (Semen lini) füllt man einen kleinen
Stoffbeutel zu einem Drittel mit den Samen und kocht diesen kurze Zeit. Dabei
quillt der Leinsamen erheblich auf. Der Beutel wird ausgedrückt, in ein
weiteres Tuch gepackt und das Ganze so heiß wie gerade eben verträglich
aufgelegt.
Bei der Auflage mit Heublumen (Flores graminis) geht man ähnlich
vor. Hier wird der Stoffbeutel zu zwei Dritteln gefüllt und aufgekocht.
Wird Wärme überhaupt nicht vertragen oder ist die Entzündung
sehr stark, greift man auf kühle Umschläge mit Arnika (Arnica montana)
oder Ringelblume (Calendula officinalis) zurück.
Orthomolekulare Therapie
Bei allen Nagelerkrankungen ist es wichtig, dem Körper ausreichend
Nährstoffe anzubieten. Die Empfehlungen der orthomolekularen Medizin
lauten, zur Stärkung der Nägel täglich je 500 Milligramm Kalzium
und Vitamin C zuzuführen. Ein Mangel an B-Vitaminen führt zu brüchigen
Nägeln. Die Zufuhr von 30 Milligramm Zink sowie von 10 bis 20 Gramm hochwertigem
Eiweiß, z.
Ozontherapie
Ozon (dreiatomiger Sauerstoff ) ist giftig, wenn man es einatmet.
Es wird jedoch in der Komplementärmedizin bei einer ganzen Reihe von
Erkrankungen erfolgreich eingesetzt, so u.
Bei Erkrankungen der inneren Organe bilden sich manchmal trüb-weiße Milchglasnägel. Auch nach Vergiftung mit Schwermetallen, bei Stoffwechselstörungen, Vitaminmangel und nach schweren Infektionen kann es zu Störungen der Verhornung im Bereich der Nägel kommen: Es bilden sich deutliche weiße Querstreifen auf der Nagelplatte. Quer laufende Rillen können Zeichen einer Allgemeinerkrankung sein, etwa einer Leberentzündung. Heilt die Grundkrankheit aus, wachsen die Nagelfurchen langsam heraus.
Nagelverformungen
Auftreibungen der Endglieder der Finger und uhrglasartige Verformungen der Nägel treten häufig bei Menschen mit schweren Herz- oder Lungenerkrankungen auf. Derartige Nagelveränderungen lassen sich auch durch eine erfolgreiche Behandlung der Grundkrankheit meist nicht mehr rückgängig machen.
Nagelbrüchigkeit
Brüchige Nägel können anlagebedingt sein oder die Folge eines Mangels an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen (besonders Eisen). Sie können auch auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen oder nach Arbeiten mit stark Fett entziehenden Stoffen auftreten.
Lösung der Nagelplatte
Bei schweren Durchblutungsstörungen und Schilddrüsenkrankheiten löst sich gelegentlich die Nagelplatte vollständig vom Nagelbett ab. Auch einige Medikamente können in seltenen Fällen zum Verlust eines Nagels führen.
Nagelverfärbungen
Ein dunkel verfärbter Nagel ist stets ein Warnsignal. Denn Ursache hierfür kann ein Melanom, ein bösartiger Hauttumor sein, der umgehend entfernt werden muss. Gelb verfärbte Nägel finden sich bei einer allgemeinen Gelbfärbung der Haut im Rahmen einer Leber- oder Gallenerkrankung (Gelbsucht oder Ikterus).
Infektiöse Nagelerkrankungen
Bei schmerzhaften Veränderungen am Nagel handelt es sich meist um akute oder chronische Infektionen des Nagelfalzes. Der Nagelfalz ist rot, geschwollen und schmerzhaft. Auslöser der akuten Nagelfalzentzündung (so genannte Paronychie oder Nagelumlauf) ist vorwiegend eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken. Erreger der chronischen Entzündung des Nagelfalzes ist fast immer der Hefepilz Candida albicans. Betroffen sind vor allem Menschen, die häufig mit den Händen in kaltem Wasser arbeiten. Der Nagelfalz von Daumen und Zeigefinger schwillt zunächst an, dann löst sich das Nagelhäutchen ab und Fremdkörper und Erreger können eindringen - damit ist einer chronischen Entzündung der Weg gebahnt.
Nagelpilz
Die häufigste Nagelinfektion ist der Nagelpilz (Onychomykose). Etwa jeder fünfte ältere Mensch hat eine solche Pilzinfektion des Nagels. Die Infektion beginnt meist am seitlichen Nagelrand. Die Nagelplatte weist zunächst einen weißlichen bis gelblichen Fleck auf, der sich vergrößert und schließlich die gesamte Nagelplatte verfärben kann. Im weiteren Verlauf bilden sich starke Verhornungen und die Nagelplatte löst sich teils oder ganz vom Nagelbett. Im Extremfall kann durch die Infektion der Nagel total zerstört werden.