Zu den häufigsten Erkrankungen im Bereich des Penis gehören
die meist angeborene Vorhautverengung (Phimose) und der Peniskrebs (Peniskarzinom).
Im Gegensatz zu leichteren Formen der Phimose müssen spätere und
schwere Formen operativ behandelt werden. Der Peniskrebs erfordert immer einen
chirurgischen Eingriff.
Der Peniskrebs ist ein bösartiger Tumor des männlichen
Glieds. Die Krebszellen treten meist in der Kranzfurche zwischen Eichel und
Penisschaft auf. In den westlichen Industrieländern ist diese Erkrankung
relativ selten.
Peniskrebs: Diagnostik
Liegen Symptome vor, die den Verdacht auf ein Peniskarzinom wecken,
wird der Arzt zunächst das Glied nach Knoten abtasten. Wird ein Knoten
ertastet, wird in der Regel eine Biopsie vorgenommen, d.
Hat sich der Verdacht auf ein Karzinom in der feingeweblichen Untersuchung
bestätigt, muss operiert werden.
Peniskrebs: Symptome und Beschwerden
- Schmerzloser, harter, warzenartiger Knoten oder Geschwür
der Eichel oder der Vorhaut
- Im Spätstadium blumenkohlartige Überwucherung der Eichel
und des Penisschafts, oft nur geringe Schmerzen
- Schwellung der Leistenlymphknoten
Im Anfangsstadium liegt häufig nur ein wenig oder gar nicht
schmerzhafter, warzenartiger Knoten im Bereich der Eichel oder der Vorhaut
vor. Seltener findet sich eine geschwürige Veränderung, die bei
gleichzeitiger eitriger Entzündung der Eichel häufig falsch bewertet
wird. Bei Vorliegen einer Phimose kann der Tumor lange übersehen werden.
Daher muss bei erwachsenen Patienten mit einer Verengung und chronischen Entzündung
der Eichel mit ausgeprägter Sekretabsonderung immer auch ein Peniskarzinom
angenommen werden.
Der Knoten nimmt langsam an Größe zu. Im Spätstadium
findet sich ein blumenkohlartiger Tumor, der die Eichel und den Penisschaft überwuchert.
Da die Schmerzen meist trotz des ausgeprägten Befunds nicht sehr stark
sind, suchen ältere Patienten oft erst spät einen Arzt auf.
Der Tumor kann sich durch die chronische Eichelentzündung
infizieren und führt dann zu stark geschwollenen Leistenlymphknoten,
auch wenn diese noch nicht von Krebs befallen sind.
Peniskrebs: Therapie
Konventionelle Medizin Die Therapie des Peniskarzinoms richtet sich nach
dem Tumorstadium. Wächst der Tumor eher nach außen und ist nicht
in tiefer liegende Gewebe eingedrungen, wird der Tumor operativ entfernt.
Die Abtragung erfolgt in diesem Stadium vorzugsweise mit dem Laser.
Ist der Tumor jedoch in die Tiefe gewachsen, muss der Penis teilweise
oder ganz amputiert werden (Penektomie). Liegen bereits Tumorabsiedlungen
in anderen Organen vor, dann ist nach Abtragung des Tumors eine Infusionsbehandlung
mit Zellgiften (Zytostatikatherapie) erforderlich, die aber in aller Regel
nicht mehr zu einer Heilung führt.
Eine vorbeugende Entfernung der Leistenlymphknoten gilt als umstrittene
Maßnahme, da sich Tumorzellen (Mikrometastasen) nur in 10 bis 20 Prozent
der Fälle in den vergrößerten Lymphknoten nachweisen lassen.
Deshalb führt man diesen Eingriff nur durch, wenn der Patient zu einer
Risikogruppe gehört. Dazu zählen ein niedrig differenziertes Karzinom
und das bereits eingetretene Wachstum in Nachbargewebe und -organe. Bei einem
niedrig differenzierten Karzinom finden sich in der feingeweblichen Untersuchung
kaum noch Ähnlichkeiten zwischen den Tumorzellen und den Zellen des Ausgangsgewebes.
Sie sprechen daher sehr viel schlechter auf eine Therapie an als Zellen eines
hoch differenzierten Karzinoms. Niedrig differenzierte Karzinome metastasieren
sehr viel früher in die Lymphknoten, so dass man diese in diesem Fall
sicherheitshalber entfernt und die Regionen anschließend nachbestrahlt.
Grundsätzlich muss bei vergrößerten Lymphknoten
im Rahmen eines Peniskarzinoms und bei gleichzeitigem Vorliegen einer Phimose
bedacht werden, dass eine Begleitinfektion für die Vergrößerung
verantwortlich sein kann. Deswegen wartet man nach der operativen Entfernung
des Primärtumors zunächst sechs Wochen ab. Bildet sich die Lymphknotenschwellung
innerhalb dieser Zeit von allein zurück, dann kann man von einer infektiösen
Ursache ausgehen. Verkleinern sie sich nicht, dann werden sie operativ entfernt
und feingeweblich untersucht. Findet sich darin Tumorgewebe, dann werden weitere
regionale Lymphknoten entfernt und das Lymphabflussgebiet anschließend
nachbestrahlt.
Da durch die Bestrahlung Lymphbahnen zerstört werden, entwickelt
sich häufig ein so genanntes Lymphödem, d.Verlauf und Prognose
Solange keine Lymphknotenmetastasen vorliegen, ist die Prognose
für eine Heilung relativ gut. Bei Befall mehrerer Lymphknoten sinkt die
Überlebenswahrscheinlichkeit nach fünf Jahren auf 50 Prozent. Ein
beidseitiger Befall der regionalen Lymphknoten bzw. der Befall höherer
Lymphknotenstationen geht mit einer deutlich schlechteren Prognose einher.
Die Heilungsrate bei allen Peniskarzinomen mit Lymphknotenbefall beträgt
30 Prozent.
Komplementäre MedizinNeben der konventionellen Medizin und aufbauend auf den Grundsätzen
der biologischen Krebstherapie können zur weiteren Linderung der Krankheitsfolgen
und zur Vorbeugung eines Rückfalls die folgenden Maßnahmen ergriffen
werden.
Homöopathie Im Rahmen der Behandlung eines Peniskarzinoms und der Begleiterscheinungen
dieser Erkrankung können verschiedene homöopathische Mittel angewandt
werden.
Hydrastis
(Gelbwurz), gebräuchliche
Potenzierung: D3 bis D6, kann die Leukoplakie (Weißschwielenkrankheit),
ein Vorstadium (Präkanzerose) des Peniskarzinoms, in ihrer Entwicklung
beeinflussen.
Aurum metallicum
(Gold), gebräuchliche
Potenzierung: D4 bis D6, kann psychische Störungen, besonders Depressionen,
wie sie nach einer Penisamputation im fortgeschrittenen Tumorstadium auftreten,
unterstützend behandeln. Verschlimmerungen treten nachts auf. Selbstmordgedanken,
Trübsinn, große Reizbarkeit und Überempfindlichkeit können
weitere Zeichen für das Mittel sein.
Arsenicum album
(Weißes Arsen),
gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D12; große Ängstlichkeit
bei Schwermut deutet auf dieses Mittel hin. Es wirkt tief auf jedes Organ
und Gewebe und wird besonders bei raschem Kräfteverfall und größter
Erschöpfung gegeben.
Seelische Betreuung Nach Operationen im Bereich der Genitalien sind Auswirkungen auf
die Sexualität und große Ängste gerade auch im Zusammenhang
mit der Partnerbeziehung nahe liegend. Je nachdem, welche Einstellung Behandler
und Pflegepersonal selber zum Bereich Sexualität haben, kann es schwierig
sein, den Patienten für hilfreiche Gespräche zur Verfügung
zu stehen. Aufklärung über die möglichen Konsequenzen auf das
Sexualleben und Vorschläge für Bewältigungsstrategien sollten
aber unbedingt von Fachleuten angeboten werden.
Wie bei allen Krebserkrankungen sind Lebensängste und Depressionen
sehr häufig und sollten durch eine begleitende Psychotherapie behandelt
werden. Die Behandlungskosten werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen
übernommen.
Peniskrebs: Ursachen
Das Peniskarzinom kann als Folge einer langjährigen, nicht
behandelten Phimose mit Ansammlung von Smegma und wiederholten Infektionen
und Entzündungen auftreten. Die frühere Annahme, dass eine Beschneidung
die Ausbildung eines Peniskarzinoms verhindert, wurde allerdings inzwischen
fallen gelassen. Sie beruhte auf der Hypothese, dass sowohl das Smegma als
auch die chronische Entzündung der Eichel durch die Phimose wesentlich
zur Entwicklung eines Peniskarzinoms beitragen.
Inzwischen geht man davon aus, dass ein Virus, das humane Papillomavirus
(HPV), das auch für die Entwicklung von Genitalwarzen verantwortlich
ist, entscheidend an der Entstehung eines Peniskarzinoms mitwirkt. Es konnte
in großen Studien bei ca. 50 Prozent der Fälle nachgewiesen werden.
Als weitere Risikofaktoren gelten zahlreiche, häufig wechselnde Sexualpartner,
häufige Infektionen der Eichel bei einer Phimose und Zigarettenrauchen.
Der Altersgipfel des Peniskarzinoms liegt bei 60 Jahren.
Eichel und Vorhaut sind beim Neugeborenen durch eine Plattenepithelschicht
verbunden und werden erst im Verlauf von Monaten bis Jahren durch die Abschilferung
von Zellen getrennt. Dieser Prozess ist im Alter von sechs Monaten erst bei
20 Prozent der Kinder abgeschlossen, im Alter von einem Jahr bei 50 Prozent
und mit Beginn der Pubertät bei 97 Prozent. Bis zur Pubertät sollten
daher keinerlei Dehnungsversuche unternommen werden, weil das unreife Gewebe
dadurch Schaden nehmen könnte.
Kann die Vorhaut auch beim Eintritt in die Pubertät nicht
zurückgezogen werden, dann spricht man von einer Vorhautverengung.
Vorhautverengung: Symptome und Beschwerden
- Verengung der Vorhaut
- Eitrige Entzündung der Eichel
- Einrisse in der Vorhaut
- Einklemmung der Vorhaut in der Kranzfurche
Das mit einer Phimose verbundene Problem liegt in erster Linie
in den mangelhaften Hygienemöglichkeiten. Da der Raum zwischen Vorhaut
und Eichel nicht gereinigt werden kann, sammelt sich das Produkt der dort
gelegenen Talgdrüsen, das Smegma, an und wird bakteriell besiedelt. Dadurch
kommt es immer wieder zu eitrigen Entzündungen von Eichel und Vorhaut
(Balanitis). Durch die damit verbundene entzündliche Schwellung kann
es zu einer ausgeprägten Einengung der Harnröhre kommen, die das
Wasserlassen erschwert. Der Versuch, die Vorhaut dennoch zurückzuziehen,
ist dann nicht nur sehr schmerzhaft, sondern führt auch zu Einrissen,
die sich ihrerseits entzünden, narbig abheilen und zu einer Verschlechterung
der Phimose führen.
Auch eine Paraphimose, die Einklemmung der verengten Vorhaut in
der Kranzfurche des Penis, kann Folge eines forcierten Zurückziehens
der verengten Vorhaut sein.
Vorhautverengung: Therapie
Konventionelle MedizinBei Kindern bildet sich die Vorhautverengung meist bis zum dritten
Lebensjahr von selbst zurück.
Bei einer hochgradigen Verengung der Vorhaut besteht allerdings
die Gefahr von Blasenentleerungsstörungen, wiederholten Entzündungen
an Eichel und Vorhaut und die Entwicklung eines Peniskarzinoms. Diese Verengung
sollte vor dem sechsten Lebensjahr operativ behoben werden.
Handelt es sich um leichtere Formen der Phimose und besteht diese
bis in die Pubertät fort, sollte zunächst eine konservative Therapie
mit einer cortisonhaltigen Salbe versucht werden, gefolgt von vorsichtigen
Dehnungsversuchen, die der Pubertierende selbstständig vornehmen kann.
Erst wenn sich unter diesen Maßnahmen innerhalb eines Jahrs
keinerlei Veränderung einstellt oder wenn häufige Infektionen zum
Handeln zwingen, sollte die Vorhaut operativ eingeritzt werden. Dieser Eingriff
wird in Kurznarkose oder unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Da die Wunde mit selbstauflösenden Fäden verschlossen wird, ist
die Nachbehandlung problemlos.
Auch eine vollständige Entfernung der Vorhaut entlang der
Kranzfurche (Beschneidung oder Zirkumzision) ist möglich, wird zur Behandlung
einer Phimose aber nicht mehr für erforderlich gehalten.
Komplementäre MedizinHomöopathie Die Hauptmittel in der Homöopathie zur Behandlung der Vorhautverengung
sind Rhus toxicodendron (Giftsumach), Acidum nitricum (Salpetersäure),
Apis (Honigbiene), Mercurius solubilis (Quecksilber) und Cantharis (Spanische
Fliege).
Biochemie nach Schüssler Zur Unterstützung der Behandlung einer Vorhautverengung gibt
man die biochemischen Mittel Calcium fluoratum D12 und Silicea D12.
Vorhautverengung: Ursachen
Die Vorhautverengung kann angeboren oder erworben sein, z.