Röteln und Ringelröteln
Röteln und Ringelröteln sind meist harmlos verlaufende
Viruserkrankungen, die vorwiegend im Kindes- und Jugendalter auftreten.
Komplementäre Therapie
Anthroposophische Medizin
In der anthroposophischen Medizin werden zur unterstützenden Behandlung der Ringelröteln homöopathische Aufbereitungen von pflanzlichen, tierischen und mineralischen Substanzen eingesetzt. Die wichtigsten sind Conchae (Austernschalen), Stannum metallicum (Zinn) und Urtica urens (Brennnessel). Auch Salben aus Rosenöl (Rosae aetherolum), Zitronenöl (Limonis aetherolum) und Kieselsäure (Silicea) finden Verwendung.
Homöopathie
In der Homöopathie werden für die Behandlung von Röteln und Ringelröteln dieselben Mittel angewendet.
Belladonna
(Tollkirsche), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D6, ist ein wichtiges Mittel bei Röteln. Das Mittel wird bei vielen Kinderkrankheiten in der Phase des Krankheitsausbruchs eingesetzt. Es wirkt auf Haut, Blutgefäße und Drüsen. Besonders angezeigt ist es bei fieberhaften Zuständen mit hochrotem Kopf, großen Pupillen und pulsierenden Arterien. Die Haut ist feucht, besonders da, wo sie bedeckt ist. Im Gegensatz zu einem anderen wichtigen Mittel, Aconitum, haben die Kinder weder Durst noch Angst oder Furcht. Belladonna ist gekennzeichnet durch einen plötzlichen Beginn der Erkrankung mit Verschlimmerung durch Berührung, Zugluft, Kälte und Aufregung. Belladonna und Aconitum sollten nicht gleichzeitig gegeben werden.
Aconitum
(Blauer Eisenhut), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D6, wird ebenfalls in der ersten Phase von fieberhaften Kinderkrankheiten gegeben. Die Haut ist gerötet, aber trocken. Das Mittel sollte genommen werden, solange noch kein Schweiß auftritt. Die Kinder sind unruhig und fürchten sich. Der Puls ist hart und klopfend, der Mund trocken. In warmen Räumen, abends und nachts verstärken sich die Symptome.
Dolichus pruriens
(Juckbohne), gebräuchliche Potenzierung: D2 bis D3, kann zur symptomatischen Behandlung des Juckreizes eingesetzt werden.
Weitere Juckreizmittel sind:
Sulfur (Schwefelblüte), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D12.
Fagopyrum (Buchweizen), gebräuchliche Potenzierung: D2 bis D4.
Urtica urens (Brennnessel), gebräuchliche Potenzierung: D2 bis D4.
Biochemie nach Schüssler
Zur unterstützenden Behandlung der Röteln gibt man Ferrum phosphoricum D12. Bei hinzutretendem Fieber kommen Kalium phosphoricum D6 und Natrium chloratum D6 hinzu.
Zur unterstützenden Behandlung der Ringelröteln werden die biochemischen Ergänzungsmittel Ferrum phosphoricum D12, Magnesium phosphoricum D6 und Silicea D12 gegeben. Magnesium phosphoricum ist am wichtigsten, um den Juckreiz zu stillen.
Hydrotherapie
Unterstützend zur Fiebersenkung können kalte Abwaschungen eingesetzt werden. Wie immer dürfen kalte Anwendungen nur bei einem warmen Körper eingesetzt werden. Gegebenenfalls muss der Körper vorher erwärmt werden. Mit Badeschwamm oder Waschlappen werden Arme, Brust, dann die Beine und der Rücken mit kaltem Wasser abgewaschen. Die Maßnahme sollte nicht länger als drei Minuten dauern.
Ernährungstherapie
Es ist empfehlenswert, die Kinder für einige Tage fasten zu lassen. Je nach Jahreszeit sollte es sich um ein Tee- oder Saftfasten handeln. Rechtzeitig begonnen, kann das Fasten den Verlauf der ohnehin in der Regel harmlosen Erkrankung verkürzen. Neben dem Verzicht auf Nahrung ist eine konsequente Darmreinigung ein wichtiger Teil der Fastentherapie. Einläufe erreichen nur den Dickdarm, daher sollte auch von oben her eine Darmreinigung stattfinden. Dazu verwendet man Salzlösungen, die morgens auf nüchternen Magen getrunken werden.
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Ringelröteln
Bei den Ringelröteln (Erythema infectiosum) handelt es sich
um eine Viruserkrankung, die überwiegend in den Frühjahrs- und Sommermonaten
bei Schulkindern auftritt. Gelegentlich kommt es in Gemeinschaftseinrichtungen
wie Kindergärten oder Heimen zu kleineren Epidemien.
Ringelröteln: Diagnostik
Die Abgrenzung gegenüber Masern und Röteln ergibt sich
aus dem Aussehen des Hautausschlags. Die Diagnose kann, falls erforderlich,
durch die Bestimmung der Antikörper im Blut gesichert werden.
Ringelröteln: Komplikationen
Bei Ringelröteln sind normalerweise keine schweren Krankheitsfolgen
zu befürchten. Das Risiko ernsthafter Komplikationen besteht nur bei
Personen, die unter einer chronischen hämolytischen Anämie oder
einer Immunschwäche leiden sowie bei Schwangeren. Eine Infektion mit
Ringelröteln im ersten Drittel der Schwangerschaft kann in weniger als
zehn Prozent der Fälle schwere Schädigungen des Embryos und den
Tod des Fetus zur Folge haben.
Ringelröteln: Symptome und Beschwerden
- Leichtes Fieber mit Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen
- Schmetterlingsförmiger Hautausschlag im Gesicht, der sich
in Form von typischen girlandenförmigen Mustern über den Körper
ausbreitet
- Gelegentlich Juckreiz
Mindestens die Hälfte der Infektionen verläuft ohne erkennbare
Krankheitszeichen. Die Erkrankung beginnt in den meisten Fällen ohne
Vorwarnung: Nach leichtem Fieber, manchmal auch Schüttelfrost, sowie
Kopf- und Muskelschmerzen tritt plötzlich ein hochroter, schmetterlingsförmiger
Ausschlag im Gesicht auf, der mit einer leichten Schwellung einhergeht. Innerhalb
der nächsten vier Tage breitet sich der Hautausschlag auf den Rumpf,
die Arme und die Beine aus und bildet dort girlandenförmige Muster. Diese
typische Form des Ausschlags hat der Krankheit den Namen Ringelröteln
gegeben.
Der manchmal juckende Ausschlag wird später bläulich,
dann gelblich, verschwindet gelegentlich für Stunden ganz und kommt dann
wieder. Er klingt in der Regel nach acht bis zehn Tagen wieder ab.
Ringelröteln: Therapie
Konventionelle MedizinEine Behandlung ist in der Regel nicht notwendig. Bei Fieber sollte
Bettruhe eingehalten werden, eventuell auftretender Juckreiz kann mit juckreizstillenden
Medikamenten behandelt werden. Wegen der Gefahr für Schwangere ist es
sinnvoll, die Betroffenen für die Dauer der Erkrankung abzusondern.
Ringelröteln: Ursachen
Der Erreger der Ringelröteln ist das Parvovirus B-19. Die Übertragung
des Virus erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion, eventuell auch
durch Blutkonserven und Plasmaprodukte. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch
der Erkrankung beträgt ungefähr 7 bis 14 Tage.
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Röteln
Röteln (Rubeola, Rubella) sind auf der ganzen Welt endemisch,
das heißt, ein Teil der Bevölkerung ist regelmäßig davon
betroffen. Echte Rötelnepidemien sind jedoch eher selten, da das Rötelnvirus über
eine wesentlich geringere Ansteckungsfähigkeit verfügt als andere
Viren. Deshalb bedarf es oft eines wiederholten Kontakts mit dem Virus, bevor
die Krankheit ausbricht. In der Regel erkranken vor allem Schulkinder und
Jugendliche an Röteln. Nach überstandener Krankheit besteht normalerweise
eine lebenslange Immunität, in manchen Fällen kann es jedoch zu
einer erneuten Infektionen kommen. Diese Reinfektionen verlaufen jedoch meist
symptomlos.
Röteln: Diagnostik
Anhand der Krankheitszeichen und des leichteren Verlaufs kann eine
Rötelninfektion meist gegenüber anderen Erkrankungen mit Hautausschlag
wie Masern oder Scharlach abgegrenzt werden. Zur Absicherung der Diagnose
dient der Nachweis von Rötelnantikörpern im Blut. Diese Untersuchung
ist aber für gewöhnlich nur bei Schwangeren mit Verdacht auf eine
akute Rötelninfektion notwendig.
Röteln: Komplikationen
Schwere Krankheitsverläufe treten bei einer Rötelninfektion
eher selten auf. Mögliche, aber selten vorkommende Komplikationen sind
eine Rötelngehirnentzündung (Rötelnenzephalitis, Häufigkeit:
1 von 6000 Erkrankungen), eine Rötelnarthritis bei Erwachsenen und eine
Rötelnpurpura (Hautblutungen, die durch Störungen der Blutgerinnung
verursacht werden).
Die schwerste Komplikation ist die so genannte Rötelnembryopathie:
Dabei handelt es sich um Schädigungen des ungeborenen Kindes, die durch
eine Erstinfektion mit Röteln während der Schwangerschaft verursacht
werden.
Röteln: Symptome und Beschwerden
- Grippeähnliche Beschwerden mit Mattigkeit und Kopfschmerzen
- Geschwollene Lymphknoten am Hals
- Leichtes Fieber und Hautausschlag mit blassroten, mittelgroßen
Flecken
Röteln sind in der Regel eine harmlose Viruserkrankung, die
in 40 Prozent der Fälle unbemerkt und ohne jedes Krankheitszeichen abläuft.
Der eigentlichen Erkrankung kann ein kurzes, ein bis zwei Tage dauerndes Vorstadium
vorausgehen mit Symptomen wie Mattigkeit, Kopfschmerzen und leichten, grippeähnlichen
Beschwerden. Dazu kommen Schwellungen der Lymphknoten, besonders im Nacken
und hinter den Ohren. In 50 Prozent der Fälle kann auch eine Vergrößerung
der Milz beobachtet werden. Danach folgt die akute Phase der Krankheit mit
leichtem Fieber und Hautausschlag (Exanthem). Das Exanthem in Form von blassroten,
mittelgroßen Flecken beginnt hinter den Ohren und im Gesicht und breitet
sich von dort schnell über den Körper und die Extremitäten
aus. Im Gegensatz zu einer Masernerkrankung fließen die Flecken bei
Röteln nicht ineinander, sondern bleiben vereinzelt. Der Ausschlag hält
etwa zwei bis drei Tage an, die Lymphknotenschwellungen sind noch einige Tage
länger tastbar.
Röteln: Therapie
Konventionelle MedizinEine Behandlung ist bei unkompliziert verlaufenden Röteln
nicht erforderlich. Eine Absonderung der Erkrankten ist zwar nicht notwendig,
sollte aber während der akuten Phase zum Schutz von Schwangeren erfolgen.
Vorbeugung Erklärtes Ziel der Rötelnschutzimpfungen
ist es, das Rötelnvirus so weit wie möglich zurückzudrängen,
um eine Infektion von schwangeren Frauen weitestgehend zu verhindern. Dazu
sollten alle heranwachsenden Kinder, nicht nur die Mädchen, gegen Röteln
geimpft werden. Frauen im gebärfähigen Alter wird empfohlen, ihre
Immunität gegen Röteln überprüfen und gegebenenfalls durch
eine Impfung auffrischen zu lassen. Zur Vorbeugung einer Infektion besteht
die Möglichkeit, Schwangere ohne ausreichenden Schutz mit Rötelnimmunglobulin
zu impfen. Diese passive Impfung gewährleistet jedoch keinen 100-prozentigen
Schutz.
Röteln: Ursachen
Eine Rötelninfektion wird durch das Rötelnvirus verursacht,
das zur Gruppe der Togaviren gehört und nur bei Menschen krankheitserregend
wirkt. Das Virus wird meistens durch Tröpfcheninfektion über die
Atemwege übertragen, gelegentlich auch durch den direkten Kontakt mit
erkrankten Personen oder verunreinigten Gegenständen. Die Inkubationszeit
beträgt zwei bis drei Wochen, eine Ansteckungsgefahr ist etwa sechs Tage
vor Auftreten des Ausschlags und bis zu acht Tage danach vorhanden.
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Links
Informationen des Robert Koch-Instituts über RötelnInformationen des Robert Koch-Instituts über empfohlene ImpfungenInformationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über Röteln
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