Tripper
Der Tripper, medizinisch Gonorrhö, ist weltweit eine der häufigsten
sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten. In Deutschland unterliegt
die Gonorrhö der Meldepflicht. Meistens erkranken junge Erwachsene. In
früheren Zeiten, als noch keine Antibiotika zur Therapie des Trippers
zur Verfügung standen, war er die häufigste Ursache für eine
Unfruchtbarkeit (Sterilität).
Diagnostik
Beim
Verdacht auf eine genitale Gonorrhö wird beim Mann ein Harnröhrenabstrich,
bei der Frau ein Abstrich vom Gebärmutterhals (Cervix) entnommen. Beim
Verdacht auf eine extragenitale Gonorrhö können auch Abstriche von
der Darm- oder Rachenschleimhaut sowie von anderen entzündlich veränderten
und verdächtigen Bereichen entnommen werden. Beim Verdacht auf eine gonorrhoische
Sepsis werden zusätzlich Bakterienkulturen aus Gelenkpunktat, Blut und
eventuell auch aus Gehirnflüssigkeit angelegt.
Die Gonokokken, die eine auffällige semmelförmige Struktur
aufweisen (Diplokokken), findet man typischerweise innerhalb der weißen
Blutkörperchen (Leukozyten). Ein negatives Abstrichergebnis schließt
eine Gonorrhö allerdings nicht aus, weil die Erreger sich bei manchen
Infizierten, vor allem Frauen, in den Taschen (Krypten) der Genitalschleimhaut
einnisten und sich damit dem mikroskopischen Nachweis entziehen.
Finden sich also im Abstrichmaterial keine Gonokokken, dann muss
bei entsprechendem Verdacht eine Blutkultur angelegt werden. In der Blutkultur
wachsen die Gonokokkenstämme nach 24 bis 48 Stunden. Der Nachweis mit
der Blutkultur ist vor allem bei denjenigen Patienten wichtig, die nicht unter
den Symptomen eines Trippers leiden.
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Symptome und Beschwerden
Beim Mann:
- Entzündung des vorderen Harnröhrenabschnitts mit Austritt von Eiter
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Eventuell Entzündung der Vorhaut und der Eichel
- Durch aufsteigende Infektion eventuell Prostata- und Nebenhodenentzündung mit starken Schmerzen, Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl
Bei der Frau:
- Ausfluss aus der Scheide
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Bei aufsteigender Infektion Eierstockentzündung mit Schmerzen und Übelkeit infolge Bauchfellreizung
- Bei weiterer Ausbreitung der Infektion Bauchfellentzündung
- Eitrige Entzündung der Bartholin-Drüsen mit Abszessbildung
Bei Mann und Frau:
- Bei Streuung der Erreger über das Blut Allgemeininfektion (gonorrhoische Sepsis) mit Fieber und Befall verschiedener Organe (Hirnhäute, Lunge, Herz, Haut, Gelenke usw.)
- Akut eitrige Entzündung eines Knie- oder Ellenbogengelenks (Monarthritis gonorrhoica)
Man unterscheidet zwischen einer lokalen, die Geschlechtsorgane betreffenden (genitalen) und einer andere Organe betreffenden (extragenitalen) Gonorrhö.
Genitale Gonorrhö des Mannes
Beim Mann kommt es zwei bis fünf Tage nach der Infektion zu einem juckenden und brennenden Gefühl in der Harnröhre und zu Schmerzen beim Wasserlassen. Typisch ist der eitrige, sehr ansteckende Ausfluss aus der Harnröhre, vor allem morgens. Bei rund 30 Prozent der Patienten sind die Symptome so mild ausgeprägt, dass sie nicht bemerkt werden. Bei diesen Patienten ist die Gefahr sehr groß, dass sie unwissend ihre Sexualpartnerinnen und -partner anstecken.
Wird in der ersten Phase der Tripper nicht behandelt, kann die Infektion über die Schleimhaut und die lokalen Drüsen aufsteigen und die Prostata, die Nebenhoden und die Samenbläschen befallen. In einem solche Fall treten starke Schmerzen sowie Fieber und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl auf.
Unbehandelt bilden sich die Symptome im Verlauf einiger Wochen zurück. Dass die Infektion weiterbesteht und der Betroffene weiterhin infektiös ist, zeigt der allmorgendliche eitrige Ausfluss aus der Harnröhre ("Bonjour-Tropfen").
Die chronische Gonorrhö kann durch die Bildung von Vernarbungen in den Ausführungsgängen der Nebenhoden zur Unfruchtbarkeit führen.
Genitale Gonorrhö der Frau
Bei der Frau kommt es in der ersten Phase der Gonorrhö zu einer eitrigen Entzündung des Muttermunds und des Gebärmutterhalses. Der Ausfluss entwickelt sich meist acht Tage nach der Infektion, manchmal aber auch erst nach drei Wochen. Befällt die Infektion auch die Harnröhre, treten Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen auf und Eiter tritt aus der Harnröhre aus.
Breitet sich die Infektion auf die Bartholin-Drüsen (Drüsen im Bereich der Schamlippen) aus, bildet sich dort häufig ein Abszess, der sehr schmerzhaft sein kann und eventuell chirurgisch eröffnet werden muss. Diese akuten Krankheitszeichen finden sich bei etwa 60 Prozent der infizierten Frauen. Die übrigen Patientinnen entwickeln geringe oder gar keine Beschwerden und können deshalb unwissentlich die Krankheit auf ihre Sexualpartner übertragen.
Im weiteren Verlauf können die Gonokokken auch andere Genitalorgane sowie das Bauchfell befallen. Dann treten Fieber, Unwohlsein, starke Bauchschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen auf. Die Entzündung der inneren Genitalorgane kann zu Vernarbungen und Verwachsungen führen, die nicht selten eine Unfruchtbarkeit zur Folge haben.
Gonorrhö außerhalb des Genitaltrakts
Bei beiden Geschlechtern kann die Gonorrhö auch außerhalb des Genitaltrakts (extragenital) auftreten.
Eine gonorrhoische Rachenentzündung entwickelt sich nach Oralverkehr mit einem oder einer Infizierten und geht mit Rachenschmerzen und schleimig-eitrigen Absonderungen einher.
Eine gonorrhoische Entzündung des Analkanals (Proktitis) wird meist durch Analverkehr verursacht. Bei Frauen besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass die Erreger durch eine Schmierinfektion von der Harnröhre auf den Anus übertragen werden. In der Regel verläuft die gonorrhoische Proktitis symptomarm, manchmal können jedoch Schmerzen im After und eitriger Ausfluss auftreten.
Blutvergiftung durch Gonokokken
Bei ca. drei Prozent der Infizierten breiten sich die Erreger auch über die Blutbahn aus und führen zur Blutvergiftung (Gonokokkensepsis). Typische Symptome sind Fieber, Gelenkschmerzen (vor allem in den Knien) und Hautläsionen (blutende Pusteln, vor allem an den Händen). Die Gonokokken können auch die Hirnhäute oder die Herzinnenhaut befallen und zu schweren, zum Teil tödlichen Krankheitsbildern führen.
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Therapie
Konventionelle Medizin
Gonokokken sind gegen verschiedene Antibiotika empfindlich, deshalb
erfolgt nach der Diagnosestellung eine Antibiotikatherapie. Wie lange behandelt
werden muss, hängt von der Art des Antibiotikums und der Ausprägung
der Erkrankung ab. Zur Absicherung des Heilerfolgs wird eine Woche nach der
Therapie (bei Frauen nach der nächsten Menstruation) erneut Abstrichmaterial
der infizierten Körperbereiche entnommen und bakteriologisch untersucht.
Nicht selten leiden Patienten mit einer Gonorrhö nicht nur
unter dieser Krankheit, sondern haben sich gleichzeitig auch noch mit anderen
Erregern von Geschlechtskrankheiten wie Treponema pallidum (Syphilis), Chlamydien
oder dem HI-Virus (Erreger von AIDS) infiziert. Diese Möglichkeiten werden
vom behandelnden Arzt abgeklärt, wenn der Patient einverstanden ist.
Es ist äußerst wichtig, dass auch die Sexualpartner
eines Gonorrhö-Patienten untersucht und ggf. behandelt werden, um eine
so genannte Ping-Pong-Gonorrhö zu vermeiden, bei der ein geheilter Patient
vom weiterhin infizierten Partner erneut angesteckt wird.
Vorbeugung
Eine Schutzimpfung gegen den Tripper existiert nicht. Vor einer
Infektion kann man sich nur durch die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr
sowie durch das Praktizieren von Safersex schützen. Kondome bieten nicht
nur Schutz vor dem Tripper, sondern auch vor anderen Geschlechtskrankheiten,
allen voran AIDS.
Man sollte sich auf keinen Fall darauf verlassen, dass jemand nicht
am Tripper erkrankt ist, weil er oder sie keine Beschwerden hat, denn bei
einer großen Zahl von Infizierten verläuft die Krankheit ohne Symptome.
Komplementäre Medizin
Homöopathie
Unterstützend zu den Maßnahmen der Schulmedizin, also
vor allem der Einnahme von Antibiotika, kann die Gabe von homöopathischen
Mitteln die Genesung fördern. Als Präparate kommen Cannabis sativa
(Hanf), Cantharis (Spanische Fliege), Sulfur (Schwefel), Cubeba (Cubebenpfeffer)
und Copaiva (Harz von Copaifera officinalis) in Frage.
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Ursachen
Die Gonorrhö wird durch Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae)
ausgelöst. Die Erreger können nur durch direkten Schleimhautkontakt übertragen
werden, da sie außerhalb einer feuchten Schleimhaut rasch austrocknen
und absterben. In der Regel erfolgt die Infektion mit Gonokokken beim Geschlechtsverkehr
oder bei anderen Sexualpraktiken mit Schleimhautkontakt. Eine infizierte Frau
kann die Erreger auch während der Geburt auf ihr Kind übertragen,
was beim Neugeborenen zu einer eitrigen Bindehautentzündung führt.
Die Gonokokken passen sich optimal an die Bedingungen im menschlichen
Körper an. Sie dringen in die obersten Zellen der Schleimhaut ein und
vermehren sich dort. Es entwickelt sich eine eitrige Entzündung, in deren
Verlauf die Gonokokken von den weißen Blutkörperchen aufgenommen
und abgetötet werden. Die Gonokokken verändern ständig ihre
Oberfläche, so dass die B-Lymphozyten des Abwehrsystems keine schützenden
Antikörper produzieren können. Deswegen kann man sich nach einer
durchgemachten Infektion immer wieder neu infizieren und erkranken.
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Links
Informationen des Robert Koch-Instituts über GonorrhoeInformationen des Robert Koch-Instituts über sexuell übertragbare ErkrankungenInformationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu den Themen Sexualaufklärung und Familienplanung
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