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Tripper
Symptome und Beschwerden
Beim Mann:
- Entzündung des vorderen Harnröhrenabschnitts mit Austritt von Eiter
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Eventuell Entzündung der Vorhaut und der Eichel
- Durch aufsteigende Infektion eventuell Prostata- und Nebenhodenentzündung mit starken Schmerzen, Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl
Bei der Frau:
- Ausfluss aus der Scheide
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Bei aufsteigender Infektion Eierstockentzündung mit Schmerzen und Übelkeit infolge Bauchfellreizung
- Bei weiterer Ausbreitung der Infektion Bauchfellentzündung
- Eitrige Entzündung der Bartholin-Drüsen mit Abszessbildung
Bei Mann und Frau:
- Bei Streuung der Erreger über das Blut Allgemeininfektion (gonorrhoische Sepsis) mit Fieber und Befall verschiedener Organe (Hirnhäute, Lunge, Herz, Haut, Gelenke usw.)
- Akut eitrige Entzündung eines Knie- oder Ellenbogengelenks (Monarthritis gonorrhoica)
Man unterscheidet zwischen einer lokalen, die Geschlechtsorgane betreffenden (genitalen) und einer andere Organe betreffenden (extragenitalen) Gonorrhö.
Genitale Gonorrhö des Mannes
Beim Mann kommt es zwei bis fünf Tage nach der Infektion zu einem juckenden und brennenden Gefühl in der Harnröhre und zu Schmerzen beim Wasserlassen. Typisch ist der eitrige, sehr ansteckende Ausfluss aus der Harnröhre, vor allem morgens. Bei rund 30 Prozent der Patienten sind die Symptome so mild ausgeprägt, dass sie nicht bemerkt werden. Bei diesen Patienten ist die Gefahr sehr groß, dass sie unwissend ihre Sexualpartnerinnen und -partner anstecken.
Wird in der ersten Phase der Tripper nicht behandelt, kann die Infektion über die Schleimhaut und die lokalen Drüsen aufsteigen und die Prostata, die Nebenhoden und die Samenbläschen befallen. In einem solche Fall treten starke Schmerzen sowie Fieber und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl auf.
Unbehandelt bilden sich die Symptome im Verlauf einiger Wochen zurück. Dass die Infektion weiterbesteht und der Betroffene weiterhin infektiös ist, zeigt der allmorgendliche eitrige Ausfluss aus der Harnröhre ("Bonjour-Tropfen").
Die chronische Gonorrhö kann durch die Bildung von Vernarbungen in den Ausführungsgängen der Nebenhoden zur Unfruchtbarkeit führen.
Genitale Gonorrhö der Frau
Bei der Frau kommt es in der ersten Phase der Gonorrhö zu einer eitrigen Entzündung des Muttermunds und des Gebärmutterhalses. Der Ausfluss entwickelt sich meist acht Tage nach der Infektion, manchmal aber auch erst nach drei Wochen. Befällt die Infektion auch die Harnröhre, treten Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen auf und Eiter tritt aus der Harnröhre aus.
Breitet sich die Infektion auf die Bartholin-Drüsen (Drüsen im Bereich der Schamlippen) aus, bildet sich dort häufig ein Abszess, der sehr schmerzhaft sein kann und eventuell chirurgisch eröffnet werden muss. Diese akuten Krankheitszeichen finden sich bei etwa 60 Prozent der infizierten Frauen. Die übrigen Patientinnen entwickeln geringe oder gar keine Beschwerden und können deshalb unwissentlich die Krankheit auf ihre Sexualpartner übertragen.
Im weiteren Verlauf können die Gonokokken auch andere Genitalorgane sowie das Bauchfell befallen. Dann treten Fieber, Unwohlsein, starke Bauchschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen auf. Die Entzündung der inneren Genitalorgane kann zu Vernarbungen und Verwachsungen führen, die nicht selten eine Unfruchtbarkeit zur Folge haben.
Gonorrhö außerhalb des Genitaltrakts
Bei beiden Geschlechtern kann die Gonorrhö auch außerhalb des Genitaltrakts (extragenital) auftreten.
Eine gonorrhoische Rachenentzündung entwickelt sich nach Oralverkehr mit einem oder einer Infizierten und geht mit Rachenschmerzen und schleimig-eitrigen Absonderungen einher.
Eine gonorrhoische Entzündung des Analkanals (Proktitis) wird meist durch Analverkehr verursacht. Bei Frauen besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass die Erreger durch eine Schmierinfektion von der Harnröhre auf den Anus übertragen werden. In der Regel verläuft die gonorrhoische Proktitis symptomarm, manchmal können jedoch Schmerzen im After und eitriger Ausfluss auftreten.
Blutvergiftung durch Gonokokken
Bei ca. drei Prozent der Infizierten breiten sich die Erreger auch über die Blutbahn aus und führen zur Blutvergiftung (Gonokokkensepsis). Typische Symptome sind Fieber, Gelenkschmerzen (vor allem in den Knien) und Hautläsionen (blutende Pusteln, vor allem an den Händen). Die Gonokokken können auch die Hirnhäute oder die Herzinnenhaut befallen und zu schweren, zum Teil tödlichen Krankheitsbildern führen.


