Virusbedingte Hautveränderungen
Infektionen mit Viren sind für eine Vielzahl von Hauterscheinungen verantwortlich. Wie bei den Warzen entwickeln sich die Hautveränderungen entweder durch direkte Infektion der Hautzellen mit Viren oder sie sind Folge einer allgemeinen Viruskrankheit wie bei Windpocken.
Gürtelrose
Die Gürtelrose (Zoster) ist eine durch Herpesviren hervorgerufene Allgemeininfektion, die auch Hauterscheinungen hervorruft.
Gürtelrose: Diagnostik
Das Bild der abgegrenzten, geröteten, schmerzhaften Hautveränderung weist auf das Bestehen einer Gürtelrose hin.
Gürtelrose: Symptome und Beschwerden
- Brennende Schmerzen und Bläschenbildung, meist gürtelförmig an Rücken und Brust
Die Gürtelrose entsteht meistens an Rücken und Brust. In der Regel ist nur ein schmales gürtelförmig um eine Körperhälfte gelegtes Areal betroffen. Typisch ist das Auftreten starker Schmerzen noch bevor die ersten Bläschen auf der entzündlich geröteten Haut entstehen. Platzen diese auf, so bilden sich aus der austretenden Flüssigkeit Krusten.
Gürtelrose: Therapie
Konventionelle MedizinBei einer Gürtelrose wird zusätzlich zur Behandlung mit einem Virustatikum eine Lokaltherapie mit desinfizierenden Lösungen durchgeführt. Die oftmals im Rahmen einer Gürtelrose auftretenden Schmerzen werden mit Schmerzmitteln behandelt.
Gürtelrose: Ursachen
Verursacher der Gürtelrose ist das Varicella-Zoster-Virus, das auch die Windpocken verursacht. Bei den Windpocken wird das Virus durch Tröpfcheninfektion übertragen. An einer Gürtelrose erkrankt nur, wer bereits eine Windpockeninfektion durchgemacht hat. Weil die für die Krankheit verantwortlichen Varicella-Zoster-Viren nicht abgetötet, sondern vom Immunsystem lediglich in Schach gehalten werden, können die Krankheitserreger bei einer Beeinträchtigung der Immunitätslage wieder aktiv werden.
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Virusbedingte Hautwarzen
Anders als die Alterswarzen werden die hier besprochenen verschiedengestaltigen Warzen durch Viren hervorgerufen.
Virusbedingte Hautwarzen: Diagnostik
Das Aussehen der Warzen ist meist so charakteristisch, dass die Diagnose keine Schwierigkeiten bereitet.
Eine Infektion mit Feigwarzen sollte stets einer Ärztin vorgestellt werden, da bestimmte Papillomaviren an der Entstehung von Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane beteiligt sind.
Virusbedingte Hautwarzen: Symptome und Beschwerden
- Einzelne oder auch mehrere verschieden geformte Hauttumoren
- Nicht schmerzend
Gewöhnlich bereiten Warzen wenig Beschwerden und sind lediglich kosmetisch störend. Die an den Fußsohlen vorkommenden so genannten Dornwarzen, die kaum vorgewölbt sind, können aber beim Gehen Schmerzen verursachen.
Feigwarzen treten vor allem an den äußeren Geschlechtsteilen, aber auch am Gebärmuttermund auf. Sie zeigen sich zunächst vereinzelt, können dann aber hahnenkamm- oder blumenkohlartig wuchern und sich rasch ausbreiten.
Die Flachwarzen, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten sind, sind klein, hautfarben und treten gruppiert auf.
Die gewöhnlichen Warzen, oft an der Hand, haben eine raue, weiß-graue Oberfläche.
Virusbedingte Hautwarzen: Therapie
Konventionelle MedizinBei den Flachwarzen des Kindes- und Jugendalters ist in der Regel keine Behandlung notwendig, da bei etwa zwei Dritteln aller Betroffenen innerhalb von zwei Jahren eine Selbstheilung eintritt.
Gewöhnliche Warzen und Dornwarzen können chirurgisch, z.
Feigwarzen werden mit dem Zellgift Podophyllin lokal behandelt. Auch Laserabtragungen sind hier erfolgreich.
Virusbedingte Hautwarzen: Ursachen
Hautwarzen werden durch humane Papillomaviren (HPV), die in Form verschiedener Typen existieren, hervorgerufen. HPV Typ 3 verursacht Flachwarzen, die Typen 1, 2, 4 und 7 verursachen gewöhnliche und Dornwarzen. Feigwarzen entstehen durch Infektion mit HPV 6, 11, 16 und 18.
Die Virusübertragung geschieht durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt mit Infizierten oder indirekt über infizierte Handtücher oder z.
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Lokale Herpesinfektionen
Der Lippenherpes und die Herpesinfektion der äußeren Geschlechtsorgane (Herpes genitalis) sind lokal begrenzte Infektionen durch Viren der Herpesgruppe.
Lokale Herpesinfektionen: Diagnostik
Meist sind die Hauterscheinungen charakteristisch und führen zur richtigen Diagnose. Darüber hinaus sind Herpesviren im wässrigen Sekret der Bläschen nachweisbar.
Lokale Herpesinfektionen: Komplikationen
Gefährlich kann Genitalherpes werden, wenn eine Schwangere das Virus bei der Geburt auf ihr Kind überträgt. Das Nervensystem des Babys kann dadurch erheblich und unwiderruflich geschädigt werden. Liegt ein Genitalherpes vor, wird deshalb zum Kaiserschnitt geraten.
Lokale Herpesinfektionen: Symptome und Beschwerden
- Flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die später verkrusten
- Brennende Schmerzen
Innerhalb weniger Stunden kommt es zum Auftreten stecknadelkopfgroßer Bläschen, die zunächst mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt sind und in der Regel immer am selben Ort entstehen. Juckreiz und Spannungsgefühl gehen der Entwicklung der Bläschen oft voraus. Dann entwickelt sich ein brennender Schmerz, der sehr heftig sein kann. Die Bläschen sind äußerst ansteckend. Nach dem Aufplatzen der Bläschen entwickeln sich Krusten, bevor es zur Abheilung ohne Narbenbildung kommt. Genitalherpes kann von einer fieberhaften Allgemeinerkrankung begleitet sein.
Lokale Herpesinfektionen: Therapie
Konventionelle MedizinEin Herpes sollte schon bei den ersten Anzeichen (Kribbeln, Brennen) mit virushemmenden Mitteln (Virustatika) behandelt werden. Bei seltenen Ausbrüchen reicht eine Creme, bei sehr häufigen und schweren Infektionen sind Tabletten erforderlich. Die modernen Wirkstoffe können eine Vermehrung der Viren hemmen und die Dauer der Erkrankung verkürzen, bieten aber keinen Schutz vor erneuten Krankheitsschüben.
Lokale Herpesinfektionen: Ursachen
Der Lippenherpes wird durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 hervorgerufen, der Genitalherpes durch das Herpes-simplex-Virus Typ 2. Meist wird der Erreger durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen; beim Genitalherpes meist durch Geschlechtsverkehr, beim Lippenherpes auch durch Tröpfcheninfektion (z.
Die Viren bleiben ein Leben lang im Körper erhalten. Häufig lösen Fieber, Stress, starke Sonneneinstrahlung oder andere Faktoren einen erneuten Krankheitsschub aus.
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Komplementäre Medizin
Homöopathie
Rhus toxicodendron
(Giftsumach), gebräuchliche Potenzierung: D2 bis D12, wird bei bläschenartigen Hautausschlägen eingesetzt. Diese können heftig jucken, aber auch brennen, stechen und geschwollen sein. Das Persönlichkeitsbild ist von extremer Ruhelosigkeit gekennzeichnet; alle Beschwerden bessern sich unter dem Einfluss von Wärme.
Apis mellifica
(Honigbiene), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D6, eignet sich als Mittel für Herpesformen, die mit Schwellung und großer Berührungsempfindlichkeit einhergehen. Die Schmerzen sind brennend und stechend wie bei einem Bienenstich und die Erkrankung bricht schlagartig und heftig aus.
Acidum nitricum
(Salpetersäure), gebräuchliche Potenzierung: D4 bis D6, ist gedacht zur Behandlung von Warzen, die als juckend und stechend empfunden werden. In der Homöopathie wird das Mittel auch bei Feigwarzen (Kondylomen) empfohlen, ist in diesem Rahmen jedoch nur als Begleitmaßnahme der ärztlich gynäkologischen Therapie zu verstehen.
Antimonium crudum
(Schwarzer Spießglanz), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D8, wirkt besonders bei Finger- und Fußwarzen, wobei diese mit starken Verhornungserscheinungen wie Hühneraugen und harter, einreißender Hornhaut einhergehen. Die schwielige Haut ist schmerzhaft, das Nagelwachstum verdickt und langsam.
Phytotherapie
Die Behandlung der Herpesbläschen sollte mit den ersten Anzeichen wie Brennen, Jucken und Spannungsgefühl begonnen werden. Besonders geeignet ist hier zur lokalen Anwendung ein Melissenextrakt, am besten in Salbenform. Die Melisse (Melissa officinalis) hat nachgewiesenermaßen antivirale Eigenschaften. In Kombination mit einer Zinkpaste können bereits entstandene Bläschen rasch zur Eintrocknung gebracht werden.
Der Salbei (Salvia officinalis) hat eine zusammenziehende und leicht desinfizierende Wirkung; deswegen kann der Extrakt direkt aufgetupft werden. Ein Tee aus Salbeiblättern hingegen kann zu Mundspülungen verwendet werden, wenn sich der Bläschenausschlag auf Mundschleimhaut und Zahnfleisch erstreckt.
Die Wirksubstanzen des Stiefmütterchens (Viola tricolor) wirken bei äußerlicher Anwendung heilend bei Hautläsionen.
Zur Steigerung der körpereigenen Abwehr empfiehlt sich auch hier wieder die Einnahme von Sonnenhut (Echinacea angustifolia) oder Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus). Sind sie bereits vorher erprobt und gut vertragen worden, können sie im Sinn einer Stoßtherapie mit beginnenden Symptomen in hoher Dosierung eingesetzt werden. Da es bei beiden Substanzen jedoch zu allergischen Reaktionen wie Fieber, grippeähnlichen Symptomen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Ausschlägen kommen kann, ist bei einer Erstverwendung vorsichtiger zu beginnen.
Bei Allergien gegen Korbblütengewächse sowie Autoimmunkrankheiten, Tuberkulose, Leukämien und bestehender HIV-Infektion (AIDS) dürfen beide Wirkstoffe nicht eingesetzt werden.
Auch zur Behandlung von Warzen ist die Einnahme abwehrsteigernder Substanzen sinnvoll. Volksheilkundlich werden Warzen mit dem Milchsaft des Schöllkrauts (Chelidonium majus) oder mit der Tinctura Chelidonii mehrmals täglich betupft.
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Links
Informationen des Robert Koch-Instituts über Herpes-Infektionen (Herpes simplex)Informationen des Robert Koch-Instituts über Varizellen (Windpocken), Herpes zoster (Gürtelrose), ZosterBerufsverband der Deutschen Dermatologenwww.derma.de - Website der Deutschen Dermatologischen Gesellschaftwww.haut.de - Website der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologiewww.2m2-haut.de - Website der Präventionskampagne Haut der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung
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