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Weichteilrheumatismus

Weichteilrheumatismus

Weichteilrheumatismus (Fibromyalgie) liegt vor, wenn Schmerzen in allen Körperteilen - das heißt oberhalb und unterhalb der Gürtellinie, in der linken und rechten Körperhälfte und im Achsenskelett - länger als drei Monate andauern und mindestens 11 von 18 so genannten Triggerpunkten an Muskelansätzen druckempfindlich sind.

Allerdings ist der Begriff für diese Störung in der Medizin nicht eindeutig abgegrenzt. Daher gibt es viele Synonyme: Weichteilrheuma, Fibromyalgie-Syndrom, Fibromyalgie, generalisierte Tendomyopathie und generalisierter Weichteilrheumatismus bezeichnen sämtlich die gleiche Erkrankung.

Allein in Deutschland leiden über eine Million Menschen an Weichteilrheumatismus. Frauen sind achtmal so häufig betroffen wie Männer. Die Krankheit beginnt meist im mittleren Lebensalter, wenngleich die Beschwerden auch schon bei Jugendlichen und Kindern auftauchen können.


Diagnostik

Viele Betroffene haben eine langjährige Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis sie endlich die eindeutige Diagnose erfahren. Oft werden ihre Beschwerden nicht ernst genommen oder falsche Diagnosen gestellt, weil nur ein Teil der Symptome berücksichtigt wird.

Die Diagnose beruht auf der genauen Erfragung der Krankengeschichte und auf der körperlichen Untersuchung. Erhöhte Druckschmerzen werden an bestimmten Körperstellen gefunden. Da bisher keine Veränderungen im Organismus (weder Entzündungs- noch Rheumazeichen) bekannt sind, mit denen sich die Diagnose bei einer Laboruntersuchung beweisen lässt, dienen Blutuntersuchungen und eine Röntgenuntersuchung nur dem Ausschluss anderer Erkrankungen.

Der Arzt muss außerdem die Fibromyalgie von anderen Krankheiten unterscheiden, die lediglich auf den Rücken beschränkt sind (z.

Symptome und Beschwerden

Die Fibromyalgie
  • Schmerzen fast immer an der Wirbelsäule, aber auch in anderen Körperteilen
  • Erhöhter Druckschmerz an den Ansatzstellen der Sehnen
  • Schmerzhafte Muskelverspannungen der Schultern, Ellenbogen, Hände, Knie und Sprunggelenke
  • Kopfschmerzen
  • Gefühlsstörungen an Händen und Füßen
  • Schlafstörungen und Müdigkeit

Die Erscheinungsformen des Weichteilrheumatismus sind sehr vielfältig. Gemeinsames Symptom sind die über den ganzen Körper verteilten Schmerzen, die sich oft bei längerem Sitzen ohne Bewegung und Verharren in einer Lage, meist auch nachts, verstärken. Häufig bestehen Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Müdigkeit (der Schlaf wird als nicht erholsam empfunden), Erschöpfung und Leistungsabfall.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Da die Erkrankung nicht auf einer einzelnen erkennbaren Ursache beruht, muss die Behandlung an den unterschiedlichen Beschwerden ansetzen. Bei schweren Verläufen sind stationäre Aufenthalte in Rheumafachabteilungen oder Rheumakliniken sinnvoll.

Bewegungstherapie
Da gymnastische Übungen häufig mit Schmerz, Überanstrengung und Frustrationen verbunden sind, ist es notwendig, Bewegungsübungen sehr langsam zu beginnen und nur vorsichtig zu steigern. Die Übungen sollten Freude machen (mit Musik) und nicht als "Drill" angesehen werden.

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Ursachen

Die Entwicklung eines Weichteilrheumatismus beruht nicht auf einer einzigen Ursache, sondern kommt durch mehrere Faktoren zustande, wobei wahrscheinlich auch die persönliche Veranlagung eine Rolle spielt. Die Krankheit kann z.

Weiterhin wird erforscht, ob biochemische Störungen im Muskel eine Rolle spielen. Erste Ergebnisse lassen vermuten, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen den häufig mit einem Weichteilrheumatismus verbundenen Schlafstörungen und einer besonderen Form der Muskelerschöpfung.

Andere Erklärungsansätze gehen von einer gestörten Schmerzwahrnehmung aus.


Links

Deutsche Fibromyalgie-Vereinigung
Deutschen Fibromyalgie Selbsthilfe
Fibromyalgie-Liga Deutschland


© 2011, wissenmedia GmbH, Gütersloh / München

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