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Bei welchen Erkrankungen wird das Arzneimittel angewendet?
Wie oft und in welcher Menge wird das Arzneimittel angewendet?
Auf welche Weise wird das Medikament angewendet?
- Einnahmebeginn: 1. Tag einer Monatsblutung
- 21 Tage lang Dragees in der angegebenen Reihenfolge (zuerst die 6 hellbraunen, danach die 5 weißen und die 10 ockerfarbigen Dragees) einnehmen.
- Danach Einnahmepause von 7 Tagen
- Dann Wiederbeginn mit dem nächsten Folienstreifen
Nach Entbindung oder Fehlgeburt:
- Nach einer Entbindung (oder Fehlgeburt) sollte das Arzneimittel normalerweise frühestens nach dem ersten zweiphasigen Zyklus eingenommen werden. Die Phase nach einer Entbindung oder Fehlgeburt bis zur ersten Spontanblutung ist häufig ohne Eisprung und der sich danach anschließende Zyklus, infolge eines vorzeitigen Eisprungs, oft verkürzt. Falls das Arzneimittel bereits mit dem Einsetzen der ersten Blutung eingenommen wird, besteht in den ersten zwei Wochen u.U. kein sicherer Verhütungsschutz, weil es möglicherweise nicht mehr gelingt, diesen Eisprung zu unterdrücken.
Unregelmäßige Einnahme:
- Wenn die Einnahme eines Dragees zur gewohnten Zeit vergessen wurde, muss sie innerhalb von 12 Stunden nachgeholt werden.
- Bei einem Zeitabstand von mehr als 36 Stunden zum letzten Dragee ist der Verhütungsschutz nicht mehr zuverlässig. Dennoch soll die Einnahme aus der angebrochenen Packung fortgesetzt werden, um eine vorzeitige Blutung zu vermeiden.
- Die vergessenen Dragees sind dabei auszulassen und auch anschließend nicht mehr einzunehmen.
- Zusätzlich empfehlen sich während dieser Zeit andere, nichthormonale Methoden der Empfängnisverhütung (mit Ausnahme der Kalendermethode nach Knaus-Ogino und der Temperaturmethode).
Wie lange soll das Arzneimittel angewendet werden?
In welchen Fällen darf das Medikament nicht angewendet werden?
Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden bei:
- Akuten und chronisch fortschreitenden Lebererkrankungen
- Störungen in der Galleausscheidung
- Galleabflussstörungen
- Lebertumoren
- Blutgerinnseln (Verschluss der Lungenstrombahn durch ein verschlepptes Blutgerinnsel (Lungenembolie), Schlaganfall, Herzinfarkt, Blutgerinnsel in den Beinvenen)
- Behandlungsbedürftigem Bluthochdruck
- Schwerer Zuckerkrankheit mit Gefäßveränderungen (Mikroangiopathie)
- Schweren Fettstoffwechselstörungen
- Bestimmten bösartigen Tumoren (z.B. der Brust, des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutterschleimhaut), auch nach Behandlung bzw. bei Verdacht darauf
- Verstärkter Bildung von Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)
- Juckender, Blasen bildende Hauterkrankung während einer Schwangerschaft (Herpes gestationis)
- Langsam fortschreitender Erkrankung des Innenohres mit Hörverlust (Otosklerose)
- Schwerer Fettsucht
- Migräne, die mit Empfindungs-, Wahrnehmungs- und/oder Bewegungsstörungen einhergeht
- Genitalblutungen unbekannter Ursache
Gründe für das sofortige Absetzen:
- Schwangerschaft
- Erste Anzeichen von Gerinnselbildung und Entzündung einer oberflächlichen Vene (Thrombophlebitis)
- Geplante Operationen (6 Wochen vorher) und für die Dauer der Ruhigstellung, beispielsweise nach Unfällen (z.B. Gipsverband)
- Erstmalig migräneartige oder gehäuft ungewohnt starke Kopfschmerzen
- Akute Ausfälle der Sinneswahrnehmung (Seh-, Hörstörungen u.ä.)
- Bewegungsstörungen (insbesondere Lähmungen)
- Starke Oberbauchbeschwerden, Lebervergrößerung oder Anzeichen einer Blutung in den Bauchraum
- Blutdruckanstieg auf ständige Werte über 140/90 mmHg
- Gelbsucht, Leberentzündung, Juckreiz, Gallestau sowie auffällige Leberfunktionswerte
- Zunahme epileptischer Anfälle
- Neu- oder Wiederauftreten einer Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffes (Porphyrie)
- Akute Entgleisung einer Zuckerkrankheit
Zustände, die einer ärztlichen Überwachung erfordern:
- Migräne
- Epilepsie
- Venenentzündungen
- Entzündliche Erkrankung des Nervensystems mit langsam fortschreitender Zerstörung der Nervenhüllen (Multiple Sklerose)
- Bewegungsstörung als Spätfolge einer bakteriellen Infektion (Chorea minor)
- Wundstarrkrampf
- Zuckerkrankheit
- Vorausgegangene Lebererkrankungen
- Fettstoffwechselstörungen
- Erhebliches Übergewicht
- Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose)
- Gutartige Knotenbildung in der Brust (Mastopathie)
- Frauen über 40 Jahren
Was gilt für Schwangerschaft und Stillzeit?
- Vor Einnahme des Arzneimittels muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein.
- Tritt eine Schwangerschaft ein, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen.
- Die vorausgegangene Einnahme des Arzneimittels ist kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.
- Bei Einnahme während der Stillzeit kann die Milchproduktion vermindert sein.
- Geringste Wirkstoffmengen gehen in die Milch über.
Welche Nebenwirkungen können bei einzelnen Patienten auftreten?
- Bei Zwischenblutungen ist die Einnahme fortzusetzen.
- Schmierblutungen hören meist von selbst auf.
- Sollten Zwischenblutungen nicht aufhören oder sich wiederholen, ist eine genaue ärztliche Untersuchung nötig.
- Wenn die Blutung nach Einnahme des letzten Dragees einer Packung ausbleibt, soll die Einnahme bis zum sicheren Ausschluss einer Schwangerschaft nicht fortgesetzt werden.
- Nach Absetzen des Arzneimittels kann es gelegentlich längere Zeit dauern, bis wieder ein normaler Zyklus abläuft.
- Blutgerinnselbildung
- Spannungsgefühl in den Brüsten
- Beeinflussung des Körpergewichtes
- Depressionen
- Veränderungen des Geschlechtstriebes
- Magenbeschwerden
- Übelkeit
- Kopfschmerzen
- Schlechtere Verträglichkeit von Kontaktlinsen
- Gelblich braune Flecken an Wange, Stirn und Kinn (Chloasma)
- Erhöhung des Risikos von Pilzinfektionen der Scheide
Können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten?
- Zuckerkrankheit muss darauf geachtet werden, dass der Bedarf an Insulin oder blutzuckersenkenden Arzneimitteln zum Einnehmen verändert sein kann.
- Die empfängnisverhütende Wirksamkeit kann durch die gleichzeitige Einnahme von Substanzen, die den Abbau von Hormonen im Körper beschleunigen, z.B. Schlafmittel (z.B. Barbiturate), Schmerzmittel ohne Cortison (z.B. Phenylbutazon) und Mittel gegen Epilepsie (wie Barbexaclon, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon), beeinträchtigt werden.
- Durch Veränderung der Darmflora bei gleichzeitiger Einnahme von Antibiotika wie z.B. Ampicillin oder Tetracycline kann es zu einer beeinträchtigten Wirksamkeit kommen.
Was ist zusätzlich zu beachten?
- Auch sehr junge Frauen, selbst wenn noch keine regelmäßige Monatsblutung abläuft, können niedrig konzentrierte Dragees zur Empfängnisverhütung einnehmen.
- Während der siebentägigen Einnahmepause kommt es, etwa 2 - 4 Tage nach Einnahme des letzten Dragees, zu einer Blutung, die ähnlich einer normalen Monatsblutung ist.
- Bei Erbrechen und/oder Durchfall ist die Einnahme aus der angebrochenen Packung in jedem Fall fortzusetzen, um eine vorzeitige Blutung zu vermeiden. Zusätzlich sollten andere, nichthormonale Methoden der Empfängnisverhütung (mit Ausnahme der Kalendermethode nach Knaus-Ogino und der Temperaturmethode) durchgeführt werden.
- Vor der Einnahme eine frauenärztliche Untersuchung (einschließlich der Brust und eines Scheidenabstrichs) durchführen lassen, um vor allem eine Schwangerschaft auszuschließen.
- Während einer Einnahme sollten in etwa halbjährlichen Abständen frauenärztliche Untersuchungen durchgeführt werden.
- Bei Asthma, Migräne und schweren Herz- oder Nierenfunktionsstörungen ist wegen einer möglichen Flüssigkeitsansammlung bei Einnahme des Arzneimittels eine besonders sorgfältige ärztliche Kontrolle nötig.
- Der Brustkrebs gehört zu den hormonabhängigen Tumoren.
- Für die Entstehung von Brustkrebs sind seit langem Risikofaktoren wie z.B. späte Menopause (nach dem 52. Lebensjahr), keine Schwangerschaft, Zyklen ohne Eisprung etc. bekannt.
- Östrogene und Gestagene haben einen Einfluss auf das Wachstum von Brustkrebszellen.
- Wie bei allen hormonellen Empfängnisverhütungsmitteln kann es zu Einnahmefehlern kommen, so dass eine hundertprozentige Wirksamkeit nicht erwartet werden kann.
- Bei Raucherinnen, die hormonhaltige Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung anwenden, besteht ein zusätzlich erhöhtes Risiko an Gefäßveränderungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) zu erkranken. Das Risiko nimmt mit zunehmendem Alter und steigendem Zigarettenkonsum zu.
- Insbesondere Frauen, die älter als 30 sind, sollen deshalb nicht rauchen, wenn sie hormonhaltige Arzneimittel zur Verhütung einer Schwangerschaft einnehmen. Wenn auf das Rauchen nicht verzichtet wird, sollen andere Verhütungsmethoden angewendet werden.
- Die Einnahme hormonaler Empfängnisverhütungsmitteln birgt ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnseln.
- Untersuchungen wiesen darauf hin, dass es weniger häufig zur Blutgerinnselbildung bei Einnahme von Verhütungsmitteln mit niedrigem Östrogengehalt (0,05 mg oder weniger) kommt.
Anbieter des Arzneimittels:
Jenapharm GmbH & Co. KGOtto-Schott-Str. 15, 07745 Jena
Tel: 0800 0536274
Diese Texte erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Angaben sind neutral und ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Sie stellen keine Kauf- oder Anwendungsempfehlung oder Bewerbung des Präparates/Produktes dar. Insbesondere ersetzen sie nicht die fachliche Behandlung und/oder Beratung durch einen Arzt/Apotheker. Letztendlich verbindlich und entscheidend ist allein die Fach- und Gebrauchsinformation des Anbieters. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie daher bitte stets die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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