Hustenanfälle, verstopfte Nase, Niesen: 5 Tipps gegen Hausstaubmilben-Allergie

Die mikroskopisch kleinen Tierchen sind zwar grundsätzlich harmlos, können aber Allergien auslösen. (© Wikilmages - pixabay)

In Deutschland leiden ca. 30 % der Bevölkerung an mindestens einer Allergie, Tendenz steigend. Bis zu 20 % entwickeln sogar eine allergische Erkrankung bis hin zum gefürchteten Asthma.

Das können die Folgen einer Allergie sein

Experten schätzen, dass in Deutschland mehr als 12 Millionen Menschen an einer Hausstaub-Allergie leiden. Sehr häufig bleibt sie unerkannt, denn die Symptome sind denen einer Erkältung sehr ähnlich: Husten, Schnupfen, behinderte Nasenatmung und Nies-Attacken, aber auch Juckreiz, schlechter Schlaf und entzündete Augen. Sowie unspezifische Allgemeinsymptome wie

können auf eine Allergie hindeuten und sollten abgeklärt werden.

Was genau versteht man unter einer Allergie?

Eine Allergie ist eine übersteigerte, also krankmachende, Immunreaktion auf an sich harmlose Stoffe aus unserer Umwelt. Milben – genauer gesagt Milben-Kot – ist verantwortlich für eine Hausstaub-Allergie. Die Milben-Ausscheidungen trocknen und verbinden sich mit Hausstaub.

Diese Mischung finden wir überall in unseren Wohnungen und je mehr Kot enthalten ist, umso allergischer reagieren wir darauf. Stellt man sich nun vor, dass in all unseren Textilien, also in Teppichen, Kissen, Sofas, Betten, Stofftieren usw., Millionen von Milben leben und jede Milbe wieder für ca. 300 Nachkommen sorgt, ist die eingangs genannte Schätzung von Hausstaub-Allergikern gut nachvollziehbar.

Was sind Milben?

Milben sind winzig kleine Spinnentiere, die sich vor allem gerne dort aufhalten, wo es warm ist. Sie ernähren sich von Haar- und Hautschuppen und tummeln sich gerade deswegen bevorzugt in unseren Betten: perfektes Klima und stets ausreichend Nahrungsnachschub! Aufgrund ihrer Borsten und Krallen überstehen sie oft selbst gründliches Staubsaugen.

Ihrem HNO-Facharzt stehen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Allergiediagnostik zur Verfügung. Wichtig ist aber insbesondere eine sorgfältige Anamnese hinsichtlich der Beschwerden. Anschließend können mittels Haut- und Labortests die auslösenden Stoffe exakt definiert werden.

5 Tipps gegen Staubmilben

Hat Ihr Arzt festgestellt, dass Sie Hausstaub-Allergiker sind, dann helfen Ihnen folgende Maßnahmen, um es den Milben in Ihrem Haushalt besonders schwer zu machen:

  1. Vermeiden Sie Grünpflanzen in Ihrem Schlafzimmer.
  2. Lüften Sie regelmäßig, idealerweise schlafen Sie bei offenem Fenster, denn Milben mögen keine kalten Temperaturen.
  3. Entfernen Sie alle unnötigen Staubfänger aus Ihrer Wohnung und verzichten Sie möglichst auf Teppiche.
  4. Vermeiden Sie, Staub aufzuwirbeln. Am besten wechseln Sie daher Ihre Kleidung nicht in dem Raum, in dem Sie auch schlafen.
  5. Waschen Sie Ihr Bettzeug regelmäßig bei mindestens 60°C.

Wenn Hausmittel nicht mehr helfen, kann eine Hyposensibilisierung beim HNO-Arzt der richtige Weg für Sie sein. (© Monkey Business - iStock)
Wie kann man bei einer Hausstauballergie vorgehen?

Da sich Milben nie ganz aus unserem Umfeld vertreiben lassen, empfiehlt sich in vielen Fällen eine Hyposensibilisierung, die einzige kausale, also ursächliche Behandlungsmöglichkeit. Hierbei wird – über die Auslösung hochkomplexer Immunprozesse – das natürliche Gleichgewicht der Immunreaktion, also die Balance in der Abwehr, wiederhergestellt. Die Wirksamkeit der spezifischen Immuntherapie (SIT) ist in zahlreichen Studien belegt und sehr vielversprechend.

Darüber hinaus ist belegt, dass der gefürchtete „Etagenwechsel“, also die Entwicklung eines allergischen Asthmas und die Entwicklung zusätzlicher Sensibilisierungen auf weitere Stoffe durch die spezifische Immuntherapie signifikant gesenkt werden kann. Diese Therapie sollte also möglichst früh gestartet werden und erfordert eine Mitwirkung des Patienten über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren. Eine Hausstaub-Allergie sollte auf jedem Fall behandelt werden.

Statistiken belegen: Nach ca. acht Jahren entwickelt sich aus einer nicht behandelten Hausstaub-Allergie häufig chronisches Asthma. Daher sollte bei der Vermutung, an Hausstaub-Allergie zu leiden, immer mit dem Arzt gesprochen werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (1)

Carlos R., 05.03.2020 - 08:06 Uhr

Sehr gut ausgeführt die Informationen

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