Laktoseintoleranz heilen, statt behandeln - ist das möglich?

Claudia Galler

von
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© Remistudio - FotoliaDurchfall und Blähungen können ein Anzeichen für Laktoseintoleranz sein. (© Remistudio - Fotolia)In manchen Fällen lässt sich eine Verträglichkeit von Milchzucker wiedergewinnen. Wie das geht, erklärt die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.
 

Laktoseintoleranz: Durchfall und Blähungen durch Milchzucker

Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen keinen oder nur eingeschränkt Milchzucker (Laktose), da ihre Darmschleimhaut keine oder nur wenig Laktase bildet. Dieses Enzym spaltet den Milchzucker in die zwei Einzelzucker Galaktose und Glucose, die vom Körper aufgenommen werden können. Unzerlegt gelangt der Milchzucker jedoch in den Dickdarm, wo er von Bakterien abgebaut wird. Dabei entstehen Stoffe wie Milchsäure, Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan, die zu Durchfall und Blähungen führen.
 

Laktasemangel: Angeboren oder erworben

Eine Laktoseintoleranz kann durch einen Gendefekt angeboren sein, hier vertragen schon Neugeborene keinen Milchzucker. Die Unverträglichkeit kann aber auch erworben werden, z.B. durch die ganz normale Entwicklung, im Laufe des Lebens immer weniger Laktase zu produzieren. So verlieren z.B. Afrikaner und Asiaten schon früh die Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen. In Nordeuropa dagegen hat sich evolutionsbedingt eine Laktosepersistenz entwickelt, sodass hier ein Großteil der Menschen bis ins Alter Milch und Milchprodukte verspeisen kann.

Man kann eine Laktoseintoleranz auch durch Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Glutenunverträglichkeit oder Infektionen mit Salmonellen oder Rotaviren erwerben. In der Regel setzt die Laktasebildung nach erfolgreicher Behandlung der Darmerkrankungen wieder ein. In Deutschland sind etwa 15% der Erwachsenen von einer Laktoseintoleranz betroffen.
 

Der Gendefekt ist bisher nicht heilbar

© jackfrog - fotoliaAchten Sie auf eine ausgewogene Ernährung - so schützen Sie Ihre Darmflora (© jackfrog - fotolia)Eine angeborene Milchzuckerunverträglichkeit ist bisher unheilbar. Um die Laktaseproduktion zu steigern, wäre eine Gentherapie notwendig. Hilfe bringt bisher nur ein strenger Verzicht auf Milchzucker bzw. die Einnahme von Laktasepräparaten.
 

Milchzucker wieder verdauen dank eines gesunden Darmmilieus

Eine erworbene Milchzuckerunverträglichkeit kann wieder verschwinden, wenn sich beispielsweise nach Behandlung der Grunderkrankung die geschädigte Darmflora und –schleimhaut wieder aufbaut. Ein funktionsfähiges Darmmilieu trägt entscheidend zur Verträglichkeit von Milchzucker bei, da die Darmbakterien u. a. Stoffe bilden, die den Zellen der Darmschleimhaut als Nahrung dienen.

Die Darmschleimhaut ist wiederum ein Organ mit einer großen Oberfläche, an deren Ausstülpungen sich die Darmflora bestens ansiedeln kann. In ihrem Bürstensaum wird auch das Enzym Laktase gebildet und in den Darm abgegeben. Um dieses gesunde Zusammenspiel im Darm zu erhalten ist eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung wichtig. Zur Unterstützung können Aufbaupräparate mit Milchsäurebakterien für den Dünndarm genommen werden.

Ist die Darmflora arg aus dem Gleichgewicht gekommen, kann eventuell eine Darmsanierung versucht werden, bei der schädliche Keime, Reizstoffe und Ablagerungen entfernt werden. Zusätzlich können homöopathische Mittel wie Nux vomica, Oukabaka, Chamomilla oder Carco vegetabilis helfen, Symptome zu lindern und die natürliche Darmfunktion anzuregen.

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