Atemwegsbeschwerden, Kurzatmigkeit durch Schimmelpilze nicht in jedem Raum des Hauses gleich

Silvia Müller

von
verfasst am

Durch Überisolierung von Wohnhäusern aus Energiespargründen, stellt Schimmel in Wohnhäusern zunehmend ein erhebliches Problem in unseren Breiten dar. Kleinkinder und Menschen mit bereits existierenden Atemwegsbeschwerden sind besonders gefährdet. In Wohnhäusern ist jedoch meist nicht jeder Raum gleich stark befallen, es gibt erhebliche Unterschiede und wer denkt, im Bad sei es am Schlimmsten, liegt falsch.

Atemwegsbeschwerden durch Schimmel
Eine aktuell erschienene wissenschaftliche Studie des finnischen Gesundheitsministeriums beschäftigte sich intensiv mit schimmel- und feuchtigkeitsbedingten Atemwegsbeschwerden und Kurzatmigkeit bei Kleinkindern. Die Ursache ist zumeist in den Wohnhäusern der Kinder zu finden. Die Wissenschaftler untersuchten daher den objektivierbaren Einfluss von Feuchtigkeitsschäden und sichtbarem Schimmel in den Häusern. Ein weiterer Aspekt der untersucht wurde, war die schimmelbedingte Auswirkung auf Krankheitszahlen bei Kleinkindern mit Atemwegsbeschwerden und allergisch bedingter Sensibilisierung.

Baubiologen nehmen Wohnwohnhäuser unter die Lupe
Um objektiv beurteilen zu können, ob Kleinkinder tatsächlich durch ihren Wohnraum erkranken, ließen die finnischen Wissenschaftler die Häuser von 396 Kindern durch Baubiologen in Augenschein nehmen. Der Werdegang der Kinder die an der Studie teilnahmen, wurde durch Fragebogen für den Zeitraum von deren Geburt bis zum Alter von 18 Monaten weiterverfolgt. Zusätzlich wurde deren IgE im Alter von einem Jahr ermittelt.

Achtung - In der Küche fühlt sich Schimmel wohl
Ärztlich diagnostizierte Kurzatmigkeit und Atembeschwerden konnten durch das Wissenschaftlerteam mit bestimmten Wohnräumen in Zusammenhang gebracht werden. Es stellte fest, dass der Schweregrad von Feuchtigkeitsschäden in der Küche, sichtbarer Schimmel in den Hauptwohnbereichen und besonders im Schlafzimmer, mit den Beschwerden der Kinder in Zusammenhang stand.

Auch die Eltern von Studienkindern waren betroffen. Das Risiko für Kurzatmigkeit bei den Eltern stieg mit dem Schweregrad der Feuchtigkeitsschäden in der Küche an, ganz unabhängig von erkältungsbedingten Atembeschwerden. Feuchtigkeitsschäden im Badezimmer oder anderen Innenraumbereichen hatten keine Signifikanz für die Kurzatmigkeit. Auch Husten oder Atemwegsinfekte spielten keine Rolle.

Erhöhtes Risiko durch Schimmel 
Die aktuelle finnische Studie unterstützt vorherige Beobachtungen von Wissenschaftlern, dass Schimmelprobleme in der Küche und in den Hauptwohnbereichen das Risiko erhöht, dass Kleinkinder unter Kurzatmigkeit leiden. Die Studienergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit, Gesundheitsbeschwerden in verschiedenen Lebensbereichen des Wohnhauses unterschiedlich zu bewerten.

Die Wissenschaftler gaben zusätzlich den Hinweis, dass Feuchtigkeit und Schimmelexposition ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer „Katzenallergie“, in diesem Fall ist eine Sensibilisierung auf Hautschüppchen von Katzen gemeint, darstellen.

Signale aus der Studie im Alltag umsetzen
Die Studie des finnischen Gesundheitsministeriums gibt ein Signal, dass nicht nur das Badezimmer täglich mehrfach gut gelüftet werden sollte, sondern auch die anderen Wohnbereiche, insbesondere die Küche. Gerade nach dem Kochen sollte für mindestens eine viertel bis halbe Stunde gelüftet werden, damit die durch das Kochen entstandene Feuchtigkeit weitgehend entweichen kann. Gleiches gilt für das Schlafzimmer. Dieses Zimmer muss täglich richtig gut gelüftet werden, weil der Körper im Schlaf erhebliche Mengen an Feuchtigkeit freisetzt, die zu Schimmelbildung führen kann.

Reference:
Karvonen AM, Hyvärinen A, Roponen M, Hoffmann M, Korppi M, Remes S, von Mutius E, Nevalainen A, Pekkanen J., Confirmed moisture damage at home, respiratory symptoms and atopy in early life: a birth-cohort study., Environmental Health Department, National Institute for Health and Welfare, Kuopio, Finland, Pediatrics. 2009 Aug;124(2):e329-38. Epub 2009 Jul 27.

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Kommentare zum Artikel (6)


24.12.2013 - 15:23 Uhr

Wie und womit kann ich eine Schimmelpilz befallene...

von Karl-Ernst

... Wohnung überprüfen?

29.01.2011 - 13:00 Uhr

Hallo Anne, diese "Teppichkrankheit" hört sich...

von Silvia

... ganz stark nach Schimmelpilz an. Ist die Wohnung feucht? Ist es ein Neubau, der nicht richtig austrocknete und wurde in den Wohnungen gleich Teppichboden auf den noch nicht ganz ausgetrockneten Estrich verlegt? Das könnten Gründe für die "Teppichbodenkrankheit" sein. Auf Laminat würde ich verzichten. Laminat ist ebenfalls sehr oft gesundheitsbedenklich: http://www.csn-deutschland.de/blog/2009/08/13/laminat-belastet-umwelt-und-gesundheit/ Vielleicht kannst Du den Vermieter überzeugen Parkett oder Holzdielen zu verlegen. Recherchiere vorher im Baumarkt nach schadstoffgeprüfter Qualität. Tipp: Zweite Wahl nehmen, das ist erheblich günstiger, z.B. Buchenholzparkett für unter 20?. Argumentiere damit, dass ein solcher gesunder Bodenbelag die Wohnung aufwertet. Ich wünsche Dir alles Gute viel Erfolg beim Vermieter, Silvia

18.01.2011 - 17:32 Uhr

Hallo, ich habe seit längerem ein Problem mit...

von Anne

... einem älteren Teppichboden, der Anfangs eine dunkle Verfärbung aufwies , diese sich immer weiter ausbreitet , mit weissen kleinen Flecken dazwischen .Mein Vermieter sagt es sei eine Teppichkrankheit , würde in Lamitat umwandeln gegen entsprechende mieterhöhung! Kennt jemand eine solche Teppichkrankheit ??? Lg

18.01.2011 - 17:31 Uhr

Hallo, ich habe seit längerem ein Problem mit...

von Susanne

... einem älteren Teppichboden, der Anfangs eine dunkle Verfärbung aufwies , diese sich immer weiter ausbreitet , mit weissen kleinen Flecken dazwischen .Mein Vermieter sagt es sei eine Teppichkrankheit , würde in Lamitat umwandeln gegen entsprechende mieterhöhung! Kennt jemand eine solche Teppichkrankheit ??? Lg

07.09.2009 - 17:22 Uhr

Hallo Gerd, kommen Sie auf unserem Blog vorbei,...

von Silvia

... dort ist auch meine E-Mail angegeben. www.csn-deutschland.de/blog Auf der CSN Plattform finden Sie auch ein Forum, dort werden Sie viele Mitbetroffene finden, mit denen Sie sich ebenfalls austauschen können. Herzliche Grüsse, Silvia

06.09.2009 - 09:05 Uhr

Sehr geehrte Fr. Müller, ich habe Ihre...

von Gerd

... Veröffentlichung gelesen und bin selber betroffen. Ich arbeite schon 30 Jahre in dem Beruf des Schwimmmeister und habe seit ca. 2 1/2Jahr mit verschiedene Krankheitssyntome schwerwiegende Probleme, z.B. allerg. Bronchialasthma, Hautreaktionen, rezidive Entzündungsprozesse, Magendarmverschluß, Restharnblasesrörung und Lichen ruber planus(Auto- immunerkrankung durch Biopsien festgestellt.(Berufsbedingt erkrankt) Ich würde gerne mit Ihnen persönlich sprechen, Erfahrungsaustausch etc.. Senden Sie mir bitte über meine e-Mail Adresse Ihre Telefonverbindung mit. Ich würde mich über eine Antwort freuen im Interessen der Gesundheitsvor- beugung.


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