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Raucherentwöhnung - Wie höre ich am besten mit dem Rauchen auf?

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© Knut Wiarda - fotoliaEndlich Nichtraucher! (© Knut Wiarda - fotolia)Welche Methode führt am ehesten zum Ziel?

Wir gehen davon aus, dass jedem Raucher die erheblichen gesundheitlichen Schäden des Rauchens bewusst sind und wissen, dass die meisten Raucher lieber aufhören würden. Das Hauptproblem ist trotz des Wissens der Schädlichkeit dem inneren Drang nach einer Zigarette nachzugeben. In einem guten qualifizierten multimodalen Raucherentwöhnungsprogramm wird genau dieser Problematik Rechnung getragen. Es werde gezielt Strategien eingesetzt diesem Suchtdruck entgegen zu wirken durch eine Kombination verschiedener Therapiemöglichkeiten (multimodales Konzept) und einer psychosozialen Begleitung. Daher ist die Erfolgsquote bei einem Rauchstopp im Selbstversuch mit nur 3-6% relativ schlecht. Mit professioneller ärztlicher Hilfe lässt sich diese Quote laut Studiendaten auf ungefähr 30% bis über 50% also um etwa das zehnfache steigern, je nach Studien und Nachbeobachtungszeit der jeweiligen Studien.
Wir arbeiten mit Methoden und Medikamenten, die durch Studiendaten gesichert sind, in Kombination mit alternativen, langjährig erprobten Behandlungsformen wie Akupunktur und einer regelmäßigen Begleitung über den gesamten Behandlungszeitraum, um ein effektives Gesamtkonzept mit möglichst hoher Erfolgsquote zu erzielen. Die Auswahl der einzelnen Module erfolgt an die jeweilige Person angepasst, da laut Studien die individualisierte Einzelberatung die höchste Effektivität aufweist.

Individuelle Beratung ist notwendig

Am erfolgreichsten ist eine solche multimodale Therapie nach Analyse der Rauchgewohnheiten sowie von Auslösern (z. B. soziale Umstände, ein schweres einschneidendes Ereignis oder Ähnliches) und nach Beurteilung der Schwere der Sucht durch mögliche Tests. Eine wichtige Komponente ist eine permanente Förderung des Motivationsprozesses. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist ein genau festgelegter Rauchstopptermin, da lediglich eine Reduktion der Anzahl der Zigaretten bzgl. einer Verbesserung der Lungenfunktion nicht wirksam ist. Eine eventuelle unterstützende medikamentöse Therapie ist daran angepasst bzgl. Beginn und Dosisveränderung. Die medikamentöse Behandlung ist wegen Anwendungsbeschränkungen, Gegenanzeichen und möglicher Nebenwirkungen Ärzten vorbehalten. Auch medikamentöse Kombinationen sind zur Wirkungssteigerung möglich. Man muss jedoch beachten, dass manche Medikamente auch eine entgegengesetzte Wirkung haben können. In der Schwangerschaft sind einige Medikamente nicht erlaubt, ein Rauchstopp ist aber gerade für diese Personen zum Schutz des Embryos besonders wichtig.

Nach unserer Meinung sollte ein Rückfall als möglichem Bestandteil der Therapie akzeptiert und nicht als Versagen der Person gewertet werden. Wichtig ist es, die Ursache zu analysieren und eine Gegenstrategie für die Zukunft zu entwickeln im Rahmen einer längerfristigen Begleitung. Daher sind Angebote, die nach einmaliger Behandlung einen Heilerfolg versprechen, nach unserer Meinung, unseriös.

Abschließend noch ein paar Fakten

  • Rauchen reduziert die Lebenserwartung um ca. 8-10 Jahre.
  • Ersparnis bei 5 € für 17 Zigaretten: 
Anzahl pro Tag Anzahl pro Jahr Anzahl pro 10 Jahre
bei 10 Zigaretten 1.073€ 10.735€
bei 20 Zigaretten 2.147€ 21.470€

bei 30 Zigaretten

3.220€ 32.205€

bei 40 Zigaretten

4.294€ 42.941€
  • Ein Rauchstopp ist die günstigste Art seine Lebensqualität zu erhöhen. Dafür ist es nie zu spät.
  • Rauchen ist für viele Erkrankungen ein entscheidender Risikofaktor:
  1. Herzinfarkt
  2. Schlaganfall
  3. Lungen und Bronchialkrebs
  4. unheilbare Luftnot mit oft jahrelangem Leiden
  5. offene Beine

Auch bei bereits eingetretenen Folgeerkrankungen lohnt sich eine Raucherentwöhnungsbehandlung, da Studiendaten zeigen, dass etwa die Wirksamkeit einer Krebsbehandlung nach Abstinenz steigt. Auch die Lungenfunktion kann sich nach Abstinenz wieder verbessern.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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