Erektionsstörungen durch Rauchen oder Alkohol?

Dr. Maria Niki Aigyptiadou

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©fotolia-118404089-Michael EichhammerJeder zweite starke Raucher hat Ptotenzstörungen (©fotolia-118404089-Michael Eichhammer)Vielleicht haben Sie es auf Zigarettenpackungen schon einmal gelesen: ,,Rauchen führt zu Impotenz‘‘. Auf Wein- und Bierflaschen steht es nicht, doch übermäßiger Alkoholkonsum kann genauso Erektionsstörungen verursachen.

Möchten Sie wissen, woran das liegt, ob es bereits zu spät ist oder ob es Sinn macht, jetzt noch gegenzusteuern? Lesen Sie hier alles Wissenswerte über Erektionsstörungen durch Rauchen und Alkohol. 

Wie viele Raucher haben Erektionsstörungen?

Männer, die mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchen, haben häufiger Potenzstörungen als diejenigen, die weniger Tabak konsumieren. Epidemiologische Daten zeigen, dass 56 % der starken Raucher unter Erektionsstörungen leiden.

Warum erhöht Tabakkonsum das Risiko einer Impotenz?

Der Tabakkonsum wirkt zweifach schädlich und fördert die Entstehung von Erektionsstörungen:

  • Substanzen, die während des Rauchens im Körper freigegeben werden, verursachen chemische Veränderungen der Arterienwände. Die chemisch veränderten Stellen erleichtern die Ablagerung von Lipiden und anderen Substanzen und führen somit zur Arteriosklerose und zur Verengung der betroffenen Gefäße. Passiert das in Penisgefäßen, ist die Blutversorgung des Penis beeinträchtigt.
  • Zusätzlich ist die Funktion der Schwellkörper beeinträchtigt, weil die Muskelfasern an Elastizität verlieren, die für eine Erektion wichtig ist. Durch die mangelhafte Versorgung mit Sauerstoff kommt es außerdem zur Bildung elastischer Fasern in der Schwellkörper-Muskulatur und die Erektionsstörungen verschlechtern sich weiter.

© WavebreakMediaMicro - fotoliaMit dem Rauchen aufzuhören, kann helfen, Impotenz zu heilen (© WavebreakMediaMicro - fotolia)Macht ein Rauchstopp die Probleme rückgängig?

Wer mit dem Rauchen aufhört, kann hoffen, dass sich die Erektionsstörungen wieder bessern. Die negativen Folgen des Tabakkonsums sind nach dem Rauchstopp teilweise reversibel.

Studien haben gezeigt, dass bei 25 % der ehemaligen Raucher eine Verbesserung der erektilen Funktion innerhalb eines Jahres möglich ist.

Nichtraucher zu werden, ist nicht immer einfach. Laut Umfragen wären 70 Prozent der Raucher lieber Nichtraucher, aber viele haben bisher vergeblich versucht, vom Tabak loszukommen. Rauchen bietet nämlich mehr als Nikotin, deswegen ist Nikotinersatz nicht immer erfolgreich.

Hier finden Sie einige nicht besonders bekannte Tipps, die manchen Rauchern geholfen haben, mit dem Tabakkonsum aufzuhören:

  • Trinken Sie frischen Limettensaft: Eine Studie zeigte, dass Limettensaft ähnlich wie Nikotinkaugummis wirkt.
  • Den Dampf vom ätherischem Pfefferöl inhalieren: Zwei Studien zeigten, dass Sie so das Verlangen nach Rauchen mindern könnten.
  • Rosenwurz und Johanniskraut mildern die Nikotinentzugserscheinungen.
  • Die im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren unterstützen Sie während der Rauchentwöhnung.
  • Tai Chi und Yoga helfen Ihnen zu entspannen und mildern die Rauchentzugsbeschwerden.

Ab wann ist Alkohol schädlich für die Potenz?

In kleinen Mengen kann der Genuss von alkoholischen Getränken die sexuelle Lust ankurbeln, weil er die Hemmschwelle herabsetzt und die Blutgefäße erweitert, was die Blutzufuhr in den Penis erhöht und die Erektion verstärkt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Männern höchstens 20 Gramm Alkohol pro Tag. Das entspricht ungefähr einem Viertel Rotwein mit 12 % Alkohol. Mehr Alkoholkonsum verursacht körperliche Schäden - inklusive Erektionsstörungen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat einen Test entwickelt, der Ihnen helfen kann, einzuschätzen, ob Ihr Umgang mit Alkohol unbedenklich ist oder nicht.

© A_N - iStockMehr als 20 Gramm Alkohol sollten es pro Tag nicht sein (© A_N - iStock)Folgende Fragen sind zu beantworten:

1. Wie oft trinken Sie in der Woche Alkohol?

  • Höchstens einmal pro Woche: 0 Punkte
  • Häufiger als einmal pro Woche: 1 Punkt

2. Wenn Sie trinken, wie viele alkoholische Getränke nehmen Sie typischerweise an einem Tag zu sich?

  • 1 bis 2 Getränke: 0 Punkte
  • Mehr als 2 Getränke: 1 Punkt

3. Wie oft trinken Sie 5 oder mehr alkoholische Getränke bei einer besonderen Gelegenheit (z.B. bei einer Party)?

  • Seltener als einmal pro Monat: 0 Punkte
  • Einmal im Monat oder öfter: 1 Punkt

Wenn Sie bei den ersten drei Fragen insgesamt weniger als 2 Punkte haben, ist Ihr Trinkverhalten unbedenklich.

Beantworten Sie eine oder mehrere der folgenden Fragen mit Ja, sollten Sie sich professionelle Hilfe zur Alkoholentwöhnung holen.

4. Haben Sie in den letzten 12 Monaten erlebt, dass Sie nicht mehr mit dem Trinken aufhören konnten, nachdem Sie einmal begonnen hatten?

5. Ist es Ihnen in den letzten 12 Monaten passiert, dass Sie wegen des Trinkens bestimmte Erwartungen nicht mehr erfüllen konnten?

6. Kam es in den letzten 12 Monaten vor, dass Sie am Morgen ein alkoholisches Getränk brauchten, um sich nach einem Abend mit viel Alkoholgenuss wieder fit zu fühlen?

7. Hatten Sie während der letzten 12 Monate wegen Ihrer Trinkgewohnheiten Schuldgefühle oder Gewissensbisse?

8. Kam es während der letzten 12 Monate vor, dass Sie sich nicht mehr an den vorangegangenen Abend erinnern konnten, weil Sie getrunken hatten?

9. Hat in den letzten 12 Monaten ein Verwandter, Freund oder auch ein Arzt schon einmal Bedenken wegen Ihres Trinkverhaltens geäußert oder vorgeschlagen, dass Sie Ihren Alkoholkonsum einschränken?

10. Haben Sie während der letzten 12 Monate sich oder eine andere Person unter Alkoholeinfluss verletzt?

Warum kann Alkohol Impotenz fördern?

Regelmäßiger Alkoholgenuss verursacht:

  • Nervenschäden: Alkohol ist ein starkes Nervengift, das auch die Nervenreize beeinflusst, die für eine Erektion wichtig sind.
  • Hormonstörungen: Alkohol senkt den Testosteron-Spiegel und somit die Lust auf Sex.
  • Psychische Krankheiten: Alkohol verursacht oft Depressionen, eine der wichtigsten Ursachen der Erektionsstörungen.

Darüber hinaus verändert Alkohol die Form und Struktur der Spermien, so dass die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird.  

Rauchen oder Alkohol können zu Erektionsstörungen führen, das ist eine Tatsache. Während die vom Tabakkonsum verursachten Schäden eventuell rückgängig gemacht werden können, führt Alkoholmissbrauch zu Nervenschäden, die nicht immer heilbar sind.

 

Quellen: 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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