Was ist eine Emphysembronchitis? Definition, Symptome & Behandlung

Dr. Maria Niki Aigyptiadou

von
verfasst am

© Photographee.eu - fotoliaEmphysembronchitis äußert sich durch starkes Husten - oft ist Rauchen der Auslöser der Krankheit (© Photographee.eu - fotolia)Sie rauchen und leiden unter Husten, Auswurf und Atemnot? Das könnte eine Emphysembronchitis sein. Lesen Sie hier, was darunter zu verstehen ist und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Definition und Häufigkeit

Eine Emphysembronchitis ist eine chronisch obstruktive Bronchitis, bei der die Bronchialschleimhaut chronisch entzündet ist. Betroffen ist ein Lungenemphysem, eine Vergrößerung des Luftraums in der Lunge, die entsteht, weil Lungengewebe rund um die Lungenbläschen zerstört und der Gasaustausch beeinträchtigt wurde.

Die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem werden auch als „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ zusammengefasst (ICD J 44). Schätzungsweise leiden 3 bis 5 Millionen Deutsche daran.

Ursachen: Staub und Rauch

Die häufigste Ursache der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist die Einatmung von aggressivem Staub, wie zum Beispiel Cadmiumstaub, die das Reinigungssystem der Lunge überfordert. Schadstoffe am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel in Textil-, Bau- und Transportbetrieben, an Schmelzöfen und im Steinkohle-Bergbau können die Erkrankung ebenfalls auslösen.

Der Großteil aller Betroffenen sind Raucher. Auch ehemalige Raucher oder Passivraucher erkranken häufiger. Tabakkonsum führt zu einer hohen Konzentration freier  Sauerstoffradikale in der Lunge, wie zum Beispiel SuperoxideWasserstoffperoxid oder hypochlorige Säure.

Dennoch sind 25 bis 45 Prozent aller Patienten keine Raucher, was Experten auf die Umweltverschmutzung zurückführen, vor allem auf die Belastung der Atemluft durch Verbrennung von biologischem Material.

© fotoart-wallrafRauchen steht in direktem Zusammenhang mit der Emphysembronchitis (© fotoart-wallraf)Weitere Faktoren, die eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung begünstigen, sind virusbedingte Lungenentzündungen im Kindesalter, die Vererbung eines bestimmten Gens und der häufige Verzehr von Nahrungsmitteln, die Nitrit enthalten, wie Schinken oder Wurst.

Symptome: Husten, Auswurf, Atemnot

Die wichtigsten Symptome der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung sind Husten mit Auswurf und Atemnot. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation leidet der Betroffene wenigstens drei Monate lang in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren unter Husten mit Auswurf.

Meistens ist der Husten morgens nach dem Aufwachen am stärksten, insbesondere im Herbst und im Winter. Der Auswurf ist in der Regel bräunlich, seltener blutig, und wird morgens relativ leicht abgehustet. Die Atemnot tritt zu Beginn nach körperlicher Anstrengung auf, häuft sich immer mehr und im fortgeschrittenen Stadium bleibt sie auch in Ruhephasen bestehen.

So stellt der Arzt die Diagnose

Zur Diagnostik gehören folgende Untersuchungen:

  • Röntgenbilder des Brustkorbs: Sie zeigen überhelle Lungenfelder, abgeflachte Zwerchfelle und oft eine glockenförmige Struktur des Brustkorbs.
  • Spirometrie: Der Arzt misst mit einem Flusssensor den Luftstrom beim Atmen. Bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung sind die Werte beim Ausatmen anormal.
  • Ganzkörperplethysmographie: In einer Kabine mit einem abgeschlossenen Luftvolumen, die wie eine kleine Telefonzelle aussieht, ist die Messung des Atemwegswiderstandes möglich.
  • Messung der Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte im Blut

© Oleksandra VoinovaDurch eine Rauchentwöhnung ermöglichen Sie es Ihren Bronchien sich selbst zu erholen (© Oleksandra Voinova)Therapie: Kortison und Bronchodilatoren

Die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten:

  • Rauchentwöhnung
  • schädlichen Staub vermeiden
  • aerosolisierte isotonische Kochsalzlösung und Kortison inhalieren
  • Bronchodilatoren, wie zum Beispiel Beta-Sympathikomimetika oder Theophyllin-Präparate
  • vorübergehende Antibiotikatherapien
  • Sauerstofflangzeitbehandlung
  • lungenvolumenvermindernde Operationen und Lungentransplantation

Fazit

Nicht nur Raucher leiden unter der Emphysembronchitis. Fast die Hälfte der Betroffenen sind Nicht-Raucher, und es werden immer mehr. Experten vermuten, dass Umweltfaktoren und bestimmte Berufe unsere Lungen negativ beeinflussen. Kommen Rauchen und Staub zusammen, ist das Risiko natürlich am höchsten. Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist nicht heilbar. Das Beste, was Sie tun können, um sich zu schützen, ist das Rauchen zu vermeiden.

Quellen

  • Burge PS: Occupation and chronic obstructive pulmonary disease (COPD). Eur Respir J 1994; 7: 1032-1034
  • Guia de TS: Inhaled corticosteroids in COPD. Chest 1995; 108: 1486-1587
  • Lauber B: Sozialmedizinische Daten zu chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland. Atemw-Lungenkrkh 1996; 22: 63-72
  • Lewis S et al: A cross-sectional study of the independent effect of occupation on lung function in British coal miners. Occup Environ Med 1996; 53: 125-128
  • Nolte D: Chronische Bronchitis – eine Volkskrankheit multifaktorieller Genese. Atemw-Lungenkrkh 1994; 20: 260-267
  • Siafakas NM et al: Optimal assessment and management of chronic obstructive pulmonary disease (COPD), ERS-Consensus statement. Eur Respir J 1995; 8: 1398-1420
  • Wettengel R et al: Empfehlungen der deutschen Atemwegsliga zur Behandlung von Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem. Med Klinik 1995; 90: 3-7

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


07.01.2018 - 16:54 Uhr

Sehr geehrte Frau Dr., Ich bin Nichtraucher und...

von Heimann B.

... habe nun das fünfte mal in einem Jahr Bronchitis. Nun endlich bat ich meinen Hausarzt um eine Röntgenuntersuchung, wobei sich herausstellte das ich unter einer Emphysenbronchitis leider. Was kann ich tun? Ich bin der Meinung, dass ich bei einem Pneumologen besser aufgehoben und in Behandlung bin, als beim Hausarzt. Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen. MfG B. Heimann


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