Rauchentwöhnung meistern - Wie höre ich mit dem Rauchen auf?

Herr Mehlmann

von
verfasst am

© fotolia-80088733-fotoart-wallrafJeder weiß, dass Rauchen unserem Körper schadet - doch wieso machen wir es trotzdem? (© fotolia-80088733-fotoart-wallraf)

Rauchen ist ungesund und das kann jeder Raucher verstehen. Tabakrauch enthält viele Giftstoffe, die im menschlichen Körper Schaden anrichten.

Zu den wichtigsten zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen und Insult. Darüber hinaus leidet das Immunsystem darunter und der Raucher ist für viele weitere Krankheiten anfällig.

Laut Statistik sterben in Deutschland jährlich zwischen 110.000 und 140.000 Rauchern, das sind täglich etwa 300 bis 400 Männer und Frauen. Auf der ganzen Welt sterben im Jahr ca. 4 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens.

Warum rauchen Menschen, wenn es so schädlich ist? 

Manche fangen mit dem Rauchen in der Jugendzeit an. Da besteht noch eine gewisse Neugier, man möchte vielleicht dazugehören oder etwas Neues ausprobieren.

Nikotin ist eine Droge und sobald der Mensch dieses in Form einer Zigarette eingenommen hat, setzt sich diese Droge in der Psyche fest und verknüpft viele menschliche psychische und physische Prozesse miteinander. 

Psychische Abhängigkeit lässt sich durch drei Verhaltensgewohnheiten charakterisieren:

1. Die Verhaltensgewohnheit zu rauchen: z.B. zum Kaffee oder nach dem Essen.
2. Das Gefühl, dass das Rauchen entspannt.
3. Die Gedankliche Erwartungshaltung: „wenn ich jetzt rauche, wird es mir besser gehen“.

Körperliche Abhängigkeit zeigt sich, indem Entzugserscheinungen, wie Nervosität, Aggressivität, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen, auftreten und zwar immer dann, wenn Nikotin lange Zeit nicht konsumiert wird. 

Raucherentwöhnung - aber wie?

Die beste Methode für eine Raucherentwöhnung ist, man hört ganz bewusst und ohne fremde Hilfe mit dem Rauchen auf.  

In der Regel ist es so, dass wenn der Raucher versteht und sich verinnerlicht, dass das Rauchen ihm und seinen Mitmenschen nur Schaden einrichtet, er von alleine aufhört.

Es kann aber sein, dass das alleinige Verstehen nicht ausreichend ist, dann sollte auf professionelle Hilfe nicht verzichtet werden.

Rauchen - eine gefährliche Abhängigkeit 

Stellen Sie sich vor, in Deutschland würden jeden Tag 300 Flugzeuge abstürzen.

  • Würden Sie trotzdem fliegen? Oder wäre es Ihnen zu riskant?

Welche Risiken des Rauchens sind für Sie persönlich wichtig?

  • Gesundheitsgefährdung
  • Abhängigkeit
  • Eigene Kinder beginnen auch mit dem Rauchen

© fotolia-Gina Sanders - Fotolia.comKopfschmerzen sowie Schlafstörungen kommen häufig bei einer Rauchentwöhnung vor. (© fotolia-Gina Sanders - Fotolia.com)Nehmen Sie sich Zeit und antworten Sie auf folgende Fragen:

  • Was bringt mir das Rauchen?
  • Welche Vorteile habe ich dadurch?
  • Welche Nachteile habe ich dadurch?
  • Würde ich wieder anfangen, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte?

Sie werden bei der Raucherentwöhnung nur dann Erfolg haben können, wenn Ihre Motivation diese schädliche und nutzlose Sucht zu beenden, stark genug ausgeprägt ist.

Werden Sie sich klar, welche Gründe Sie davon abgehalten haben, Ihr Raucherverhalten zu verändern.

Ihre Motive für den Einstieg in ein rauchfreies Leben

Beobachten Sie Ihr Rauchverhalten:

  • Wann genau rauchen Sie, an welchen Orten und zu welchen Zeiten?

Erarbeiten Sie sich Alternativen! Spazieren gehen? Lesen? Entspannen?

Nehmen Sie sich Zeit und schreiben Sie alle Vorteile von „nicht Rauchen“ auf:

  • Bessere Gesundheit
  • Geld sparen
  • Kein Zwang irgendwohin raus zugehen
  • Keine Zigaretten kaufen müssen
  • Vorzeigemodell für den Nachwuchs

Fällt Ihnen noch etwas ein?

Der erste Schritt in ein rauchfreies Leben

Bestimmen Sie einen Termin, sobald Ihre Motivation am höchsten ist und Sie überzeugt sind, dass Sie Ihre Raucherentwöhnung erfolgreich durchziehen.

Aber lassen Sie sich dafür Zeit und üben Sie keinen Druck auf sich selbst aus!

Nicht zu unterschätzen sind Gedanken über das Rauchen. Viele Raucher haben unbewusste Ängste, etwas zu verlieren, wenn sie mit dem Rauchen aufhören.

Tatsache ist aber, dass man nicht etwas verliert, sondern gewinnt. Gedanken umkonstruieren und mehr positives wahrnehmen, hilft jedem Menschen die Raucherentwöhnung leichter zu meistern.

Bleiben Sie wachsam und genießen Sie Ihr Rauchfreies Leben!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (7)


30.07.2017 - 22:53 Uhr

Die meisten brauchen ein Schlüsselerlebnis um den...

von Jens

... Rauchstopp anzugehen. Sei es nun eine eigene gesundheitliche Erforderlichkeit oder aber ein Krankheits/Todesfall des näheren Umfeldes. Da jeder genetisch anders veranlagt ist, wirkt sich auch ein Entzug bei jedem anders aus. Bei mir war es so, dass ich die ersten zwei Wochen unerträglich launisch war und permanent unter Strom stand. Ich habe einen kalten Entzug gemacht, weil alle Bekannten, die es mit Pflastern, Pillen oder E Zigaretten versucht haben, kläglich gescheitert sind. Dabei bleibt mal offen, ob es an der Methode, der Psyche oder dem Willen lag. Und da ich der Überzeugung war, das Ersatzdrogen mein Leiden nur verlängern, habe ich davon Abstand genommen. Muss aber jeder für sich die beste Methode herausfinden. Selbst nach über 200 Tagen rauchfrei kommen mal kurze Momente der Schmacht, und ich glaube, das wird wohl auch noch lange so bleiben. Dann nehme ich eine Schachtel und rieche daran, und Sekunden später ist das vorbei. Aber eine gewisse Selbstdisziplin wird immer nötig sein, denn ein Nichtraucher wird man ein Leben lang nicht mehr, sondern bleibt immer ein Ex-Raucher mit gewissem Restrisiko. Ich habe meine Schachtel Zigaretten nicht weggeworfen, sondern nur in meine Jacke gesteckt, und mir gesagt: sobald mir einfällt, warum ich eigentlich rauche, greife ich sofort wieder zu. Mir ist kein einziger eingefallen. Aber erst nach vier Wochen habe ich die Kippen aus meiner Jacke genommen. So habe ich den " ich muss Zigaretten haben falls...." Effekt vermieden . Dann ist es nur noch eine Sache zwischen mir und meinem inneren Schweinehund gewesen. Und wenn ein Raucher erstmal erkennt, dass er nur bequeme Ausreden hatte, um weiter zu paffen, ist schon der halbe Weg geschafft. Es gibt Sie tatsächlich, die Raucher, die 100 werden. Aber das ist eine genetische Veranlagung/ Besonderheit , nur meinen alle Raucher zu den 0,2 Prozent zu gehören. Die Statistiken sprechen da eine ganz andere Sprache. Allen die es versuchen, wünsche ich maximalen Erfolg. Es liegt nur in eurer Hand, also bleibt stark, und ich hoffe ich konnte den einen oder anderen inspirieren!

11.01.2017 - 01:37 Uhr

Die beste Motivation mit dem Rauchen nach 35...

von Erich R.

... Jahren aufzuhören, ist eine simple Bypass-Operation. Die ist jetzt bei mir 10 Monate her und ich habe seither keine einzige Zigarette mehr geraucht. Vor der OP waren es immerhin 60 Stück am Tag. Mal vom finanziellen abgesehen, ist es ein schönes Gefühl jetzt wieder richtig durchatmen zu können.

08.01.2017 - 11:05 Uhr

Ich bin Rentner (67 Jahre alt) und habe sehr viel...

von Hans-Georg S.

... Zeit. Hinzu kommt noch, dass ich nur 4-5 Stunden schlafe. Mein erster Versuch in den letzten 1 1/2 Jahren war es, immer weniger zu Rauchen, um dann ganz aufzuhören! Da die Zigaretten sehr teuer wurden, gelang es mir ganz gut! Als ich bei 8 Stck. pro Tag angelangt war (vorher 25), war ich schon sehr glücklich! Da ich aber Minimalist bin und kein Neinsager bin, nahm ich angebotene Zigaretten gerne an. Dann mein erneuter Rückzug, ich rauchte keine Zigaretten mehr, ich stieg um auf die Billig-Zigarillos, die stärker waren und ich schaffte meistens nur eine 1/2 Zigarillo. Das war wieder ein Kostenfaktor und ich überlegte mir wieder eine neue Strategie. Ich rauchte soviel Züge, bis es im Hals kratzte, dann kniff ich die Glut heraus und der Rest kam in eine Schale. Auch dies konnte ich noch verfeinern, indem ich nur noch 2-3 Züge nahm und dann auskniff, so kam ich auf 4-5 Zigarillos am Tag. Das ist mein heutiger Stand!

07.01.2017 - 13:54 Uhr

Ich habe vor 9 Jahren heimlich aufgehört, um...

von M.

... Tipps von Freunden zu vermeiden. Die Freiheit war mein Grundmotiv; Vorbild war eine Freundin, die noch nie geraucht hat und somit "die Unschuld der Freiheit" gelebt hat.

05.01.2017 - 10:19 Uhr

Warum wird das Pferd von hinten aufgezäumt? Es...

von I. M.

... wäre doch ein leichtes, der Zigarettenindustrie zu verbieten, Giftstoffe dem Tabak beizumengen, oder Aber soviel Rückgrat hat unsere Regierung nicht! Man sieht es auch an der "Alkoholindustrie", der Konsum ist nicht weniger schädlich, aber die Lobby ist so groß, dass sich keiner traut, sie anzugreifen. Das ist alles verlogen!

05.01.2017 - 08:56 Uhr

Mit dem Rauchen aufhören. 1. Machen Sie den...

von Matthias

... Zeitpunkt nie an einem Datum fest 2. das Aufhören beginnt im Kopf 3. Es helfen keine Pillen oder andere Hilfsmittel 4. Sie müssen einen eisernen Willen haben Nach meinen Erfahrungen gibt es drei Phasen: Wenn Sie 3 Tage überstanden haben, ist ein Drittel der 1. Entwöhnung beendet. Wenn Sie 3 Wochen überstanden haben, sind Sie auf einem guten Weg. Nach 3 Monaten spüren Sie die ersten Erfolge: der Geruchssinn und der Geschmackssinn kehren wieder ein. Im September bin ich 8 Jahre rauchfrei. Viel Erfolg, Matthias

04.01.2017 - 14:54 Uhr

Mit dem Rauchen aufzuhören, ist sehr schwer für...

von Klaus V.

... mich. Ich werde dann sehr nervös und rege mich auf. Was kann ich tun?


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