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Was tun bei feuchter Makuladegeneration? Alternative Behandlungen und Vorbeugung

Dr. Jaschke

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© Kurhan - fotoliaJe früher eine feuchte Makuladegeneration entdeckt wird, desto besser kann sie behandelt werden. (© Kurhan - fotolia)Gerade Linien erscheinen plötzlich gekrümmt? Das Sehen verschlechtert sich schlagartig? Dann sollten Sie schleunigst einen Augenarzt aufsuchen, denn möglicherweise steckt eine feuchte Makuladegeneration dahinter. Um dauerhaften Schäden vorzubeugen, sollte sie möglichst rasch erkannt und behandelt werden.

Besonders stark gefährdet sind Personen über 60, insbesondere wenn sie bereits unter der trockenen Form der Makuladegeneration leiden, rauchen, reichlich Alkohol trinken oder Bluthochdruck haben.


Was ist eine feuchte Makuladegeneration?

Bei der feuchten Makuladegeneration ist der Bereich des schärfsten Sehens, auch Gelber Fleck oder Makula genannt, geschädigt. Damit wir im Zentrum besonders scharf sehen, sind die Sehzellen in diesem zentralen Bereich der Netzhaut sehr dicht aneinander. Gebraucht wird die hohe Sehschärfe vor allem beim Lesen oder Fernsehen.

Eine gesunde Makula ist nur von wenigen Blutgefäßen durchzogen - in ihrem Zentrum ist sie sogar gänzlich frei von Blutgefäßen. Bei der feuchten Makuladegeneration dagegen entstehen zusätzliche Blutgefäße in diesem Bereich. Aus ihnen kann Flüssigkeit in das Netzhautgewebe treten. Die Folgen sind Schwellungen, Einblutungen und eventuell auch Narben. All das beeinträchtigt das zentrale Sehen.

Die wichtigsten Anzeichen für eine feuchte Makuladegeneration sind:

  • ein grau-dunkler Fleck in der Mitte
  • gerade Linien erscheinen gekrümmt

Letzteres kann z.B. beim Blick auf Tür- und Fensterrahmen sowie auf die Fugen zwischen den Fliesen auftreten.


So stellt der Arzt die Diagnose

Bei Verdacht auf eine Makuladegeneration wird der Augenarzt einen Sehtest mit Ihnen durchführen und den Augenhintergrund sorgfältig mit einer Spaltlampe untersuchen. Dabei kann er Ablagerungen, Einblutungen und andere Veränderungen der Netzhaut erkennen. Bei Bedarf können Farbstoffe helfen, undichte Stellen und unerwünschte Blutgefäße auszumachen.

Ein klassischer Sehtest bei Verdacht auf eine feuchte Makuladegeneration ist der Amsler-Test. Dabei schaut der Patient jeweils mit einem Auge auf das Gitter und berichtet von seinen Eindrücken. Erscheinen alle Linien gerade? Zeigen sich Unregelmäßigkeiten im Gitter, wie z.B. dunklere Stellen, Unterbrechungen oder Größenunterschiede? Jede Abweichung vom gleichmäßigen Gittermuster ist ein wichtiger Hinweis für den Augenarzt.

Für ältere Patienten oder solche, bei denen bereits eine trockene Makuladegeneration diagnostiziert wurde, empfiehlt es sich, den Test zusätzlich zu den üblichen Besuchen beim Augenarzt regelmäßig selbst zu Hause durchzuführen. Entsprechende Bilder und Anweisungen gibt es im Internet.


So sieht die schulmedizinische Therapie aus

Hat sich der Verdacht auf eine feuchte Makuladegeneration bestätigt, wird der Augenarzt in den meisten Fällen zu Injektionen raten. So lässt sich verhindern, dass sich Blutgefäße weiter übermäßig ausbreiten. Hier wird drei- bis zwölfmal jährlich ein bestimmter Hemmstoff direkt ins Auge gespritzt. Die Behandlung zeigt in vielen Fällen gute Erfolge, kann aber das Fortschreiten der feuchten Makuladegeneration nur bei wenigen Patienten auf Dauer stoppen.

Weitere augenärztliche Maßnahmen bis hin zur Operation können hinzukommen, sind aber eher Spezialfällen vorbehalten. Darüber hinaus bieten einige ganzheitlich orientierte Ärzte naturheilkundliche Verfahren zur unterstützenden Begleittherapie an.

Wie funktioniert die Augenakupunktur?

Besonders beliebt ist die Augenakupunktur nach Prof. Boel, die Erkenntnisse verschiedener Bereiche der Akupunktur vereint.

Seit ihrer Entwicklung in den 1990er-Jahren wird die Augenakupunktur bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. Ein typischer Behandlungszyklus bei feuchter Makuladegeneration umfasst rund zehn Termine, wobei Anzahl, Abstände und Intensität immer individuell angepasst werden. Ziel ist es, durch Stimulation ausgewählter Akupunkturpunkte an Kopf, Hand, Fuß und Knie positiv auf die körpereigene Regeneration im Bereich des Auges einzuwirken. Bei Bedarf können zusätzlich weitere Akupunkturpunkte hinzugenommen werden.

Störfelder, Neuraltherapie und Sauerstoff-Gabe

Auch die Neuraltherapie arbeitet an speziellen Punkten. Im Fall der feuchten Makuladegeneration ist es ein einzelner Punkt, der mit einem bestimmten Arzneimittel behandelt wird.

Dieser Punkt ist einem Nervengeflecht zuzuordnen, das seinerseits Verbindung zum Auge hat. Ziel dieser Form der Segmenttherapie ist es nunmehr, über die Nerven indirekt die Regeneration im von ihnen versorgten Gewebe zu begünstigen.

Auch die Vorstellung, dass sich sogenannte Störfelder negativ auf andere Körperregionen auswirken, spielt manchmal eine Rolle. Solche störenden Einflüsse können z.B. von entzündeten Mandeln, Narben und toten oder wurzelbehandelten Zähnen ausgehen. Die Neuraltherapie kann helfen, solchen Einflüssen auf die Spur zu kommen und sie auszugleichen. Ergeben sich dabei z.B. Hinweise auf einen Eckzahn, der aus ganzheitlicher Sicht mit dem Auge verbunden ist, sollte ihn der Zahnarzt ruhig näher untersuchen.

© richardschramm - iStockAuch ein gesunder Lebenswandel und eine abwechslungsreiche Ernährung helfen bei der Vorsorge. (© richardschramm - iStock)Eine weitere ganzheitliche Therapie, die ich Patienten mit feuchter Makuladegeneration nahelegen möchte, ist die Oxyvenierung nach Dr. Regelsberger. Dabei erhält der Patient reinen medizinischen Sauerstoff in sein sauerstoffarmes, venöses Blut.

Wie genau die Oxyvenierung bei feuchter Makuladegeneration wirkt, ist noch unklar. Möglicherweise spielen eine bessere Durchblutung und Veränderungen im Stoffwechsel eine Rolle. Zudem gibt es Hinweise, dass die Gefäße in Folge des Sauerstoffschubs weniger durchlässig werden und sich weniger neue Gefäße bilden. Beides dürfte sich günstig auf den Verlauf der feuchten Makuladegeneration auswirken.

Bei Bedarf kann der Therapeut Makula-Patienten auch mit klassischer Homöopathie begleiten, wobei das jeweilige Mittel stets an den individuellen Gegebenheiten ausgerichtet wird.
Darüber hinaus gibt es einige Dinge, die Betroffene selbst tun können.

Die richtige Ernährung hilft bei der Prävention

Insbesondere sollten alle Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, übermäßiger Alkoholgenuss und Bluthochdruck so gut wie möglich ausgeschaltet werden. Bei der Ernährung sollten Betroffene auf ausreichend Vitamine und Mineralstoffe achten. Das gilt insbesondere für Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin und Zink. Auch Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Seefisch vorkommen, sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Darüber hinaus gibt es einige Lebensmittel, die bei feuchter Makuladegeneration gern empfohlen werden, darunter grünes Gemüse und Kräuter. Bei der Auswahl der Lebensmittel ist aber auch die individuelle Verträglichkeit zu berücksichtigen. Wer auf Brokkoli, Grünkohl und Zwiebeln stets mit Blähungen reagiert, sollte die Finger davon lassen - gleich wie „gesund“ sie sonst sein mögen.


Fazit

Über die klassische schulmedizinische Injektionstherapie beim Augenarzt hinaus gibt es einiges, was Patienten mit feuchter Makuladegeneration tun können. Alternative Angebote von der Augenakupunktur nach Boel bis zur Oxyvenierung können das Therapiespektrum sinnvoll ergänzen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


23.11.2018 - 17:08 Uhr

Guten Tag - meine Frage: ist eine PEA =...

von Sauerborn G.

... Pigmentepithelaktivierung mittels Laser bei einer feuchten Makuladegeneration empfehlenswert oder hilfreich? Vielen Dank und freundliceh Grüße

Dr. Jaschke

Antwort vom Autor am 28.11.2018
Dr. med. Renée Jaschke

Guten Tag Herr oder Frau Sauerborn, mit dieser Methode habe ich keine Erfahrung und kann Ihnen dazu leider nichts sagen. Freundliche Grüße Dr. RJ


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