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Was hilft bei einem Gerstenkorn?

Claudia Galler

von
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© Guntars Grebezs_iStock© Guntars Grebezs_iStockEin Gerstenkorn ist unangenehm, jeder Lidschlag schmerzt, das Auge juckt. Woher Gerstenkörner kommen, wie man sie behandelt und was der Vorbeugung dient, erklärt die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Wenn die Liddrüsen entzündet sind
Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine akute, eitrige Entzündung der Augenliddrüsen. Man unterscheidet äußere und innere Gerstenkörner, je nachdem welche Liddrüsen betroffen sind. Bei einem äußeren Gerstenkorn (Hordeolum externum) sind die Moll-Drüsen oder Zeis-Drüsen entzündet. Moll-Drüsen sind Schweißdrüsen, sie sitzen im oberen Lidrand, dort wo die Wimpern austreten. Zeis-Drüsen sind Talgdrüsen und befinden sich an der Innenseite des unteren Lides. Auf der Innenseite des oberen Lides liegen die Maibom-Drüsen. Sind sie entzündet, handelt es sich um ein inneres Gerstenkorn (Hordeolum internum). Maibom-Drüsen bilden Lipide, die den Tränenfilm länger auf dem Auge verweilen lassen.

Jeder Lidschlag schmerzt, das Lid ist dick und rot
Typisch für ein äußeres Gerstenkorn ist eine gerötete Schwellung, das Auge juckt und jeder Lidschlag ist unangenehm spürbar. Eiter entsteht und bildet nach einigen Tagen einen deutlich sichtbaren Eiterkopf. Liegt das Gerstenkorn innen, ist oft das ganze Augenlid geschwollen. Normalerweise verheilt ein äußeres Gerstenkorn nach vier bis sechs Tagen von alleine, bei einem inneren Hordeolum kann es etwas länger dauern.

Bakterien als Ursache für ein Gerstenkorn
Die Entzündung der Liddrüsen ist meist durch Bakterien hervorgerufen, z. B. durch Staphylokokken. Vor allem das Bakterium Staphylokokkus aureus ist oft der Auslöser. Er ist auf der menschlichen Haut verbreitet und bedeutet normalerweise keine Gefahr. Doch durch Schmierinfektion, bei geschwächtem Immunsystem, trockenem Auge oder kleinen Wunden, kann er die Augenliddrüsen entzünden.

Desinfektion und antientzündliche Mittel unterstützen die Heilung
Unbehandelt heilt ein Gerstenkorn nach einigen Tagen von selbst ab. Um die Heilung zu unterstützen, kann man desinfizierende Augensalben und antientzündliche Augentropfen anwenden. Dafür stehen pflanzliche Präparate mit Augentrost, Ringelblume und Echinacea zur Verfügung, auch Medikamente mit chemischen Wirkstoffen wie Bibrocathol oder Salicylsäure helfen. Trockene Wärme, z. B. durch eine Rotlichtlampe, fördert die Absonderung des Eiters. Tritt nach einigen Tagen keine Besserung ein, sollte man einen Augenarzt aufsuchen. Er kann antibiotische Augensalben und –tropfen verordnen, bei schweren Verläufen wird er das Gerstenkorn chirurgisch öffnen.

Regelmäßige Lidhygiene beugt Gerstenkörnern vor
Da sich Bakterien durch Schmierinfektion verbreiten, sollte man die Augen nur mit sauberen Händen berühren. Zu einer guten Lidhygiene gehört eine verträgliche, gründliche Augen-Make-Up-Entfernung. Um die Augenliddrüsen frei zu halten und gleichzeitig die Produktion der Drüsensekrete anzuregen, kann man eine Lidrandmassage durchführen: Nach Anwärmung mit der Rotlichtlampe oder Auflegen von warmen, fuselfreien Kompressen, streicht man die Lider mit dem sauberen Finger oder einem Wattestäbchen aus. Dabei massiert man stets zum Lidrand hin, von oben nach unten bzw. von unten nach oben. Anschließend wird durch Streichen vom äußeren Augenwinkel hin zur Nasenwurzel das Sekret zum Tränenkanal geleitet, wo es abtransportiert werden kann.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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