Gesamtcholesterin im Blut: Was Sie bei erhöhten Cholesterol-Werten tun können

Ein erhöhter Cholesterinwert kann zu schweren Folgen wie Schlaganfällen führen (© stevanovicigor iStock)

Cholesterin gehört zu den Blutfetten in Ihrem Körper. Es ist lebensnotwendig und Bestandteil aller menschlichen und tierischen Zellen. Darüber hinaus benötigt es unser Körper zur Produktion von Sexualhormonen, Kortison und Gallensäuren. 75 % des Cholesterins stellt der Körper selbst her, und zwar in der Leber. Die restlichen 25 % führen wir ihm über die Nahrung zu. Im Körper wird das Cholesterin mit dem Blut über die Blutgefäße zu den Zellen transportiert.


Welchen Einfluss hat das Cholesterin auf Ihre Gesundheit?

Wenn sich zu viel Cholesterin im Blut befindet, setzt es sich nach und nach an den Gefäßwänden ab. Diese Cholesterin-Ablagerungen lösen eine Art Kettenreaktion aus, bei der auch Zellen der Blutgefäße, des Immunsystems und der Blutgerinnung sowie Kalksalze beteiligt sind. Auf diese Weise wachsen die Ablagerungen, und das Gefäß wird immer enger. Man spricht jetzt von Atherosklerose. Im fortgeschrittenen Zustand kann es zu einer Gefäßverstopfung kommen, dem so genannten Infarkt. Verstopfen dabei die Gefäße des Herzens, so spricht man von einem Herzinfarkt, bei dem Verschluss von Gefäßen im Gehirn von einem Schlaganfall.


Welche Faktoren können Ihr Messergebnis beeinflussen?

Essen Sie vor dem Test völlig normal. Selbst ein Frühstück am Morgen vor dem Test hat keinen nennenswerten Einfluss auf den kurz darauf gemessenen Cholesterinwert. Die Empfehlung, 12 Stunden vor einem Cholesterintest nichts zu essen, gilt heute nicht mehr. Lediglich Ihre langfristige Ernährung beeinflusst die Höhe des Cholesterinspiegels.

Auswirkungen auf den Cholesterinwert können aber auch akute Krankheiten und einige Arzneimittel haben. Bitte teilen Sie daher bei Blutabnahme mit, falls Sie

  • gerade krank sind
  • laufend bestimmte Medikamente einnehmen
  • eine Fastenkur machen

Vielleicht wird dann der Termin verschoben oder Ihre Messung zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal überprüft.


Zu viel Cholesterin im Blutbild sind ein deutliches Zeichen für Handlungsbedarf (© Alex Staroseltsev - Fotolia)
Diese Werte gelten als in Ordnung

Für gesunde Erwachsene ohne Risikofaktoren, so gibt die Europäische Atherosklerose Gesellschaft an, gelten Werte bis 240 mg/dl als in Ordnung (für LDL Cholesterin 160 mg/dl).

Wer zwar gesund ist, aber Risikofaktoren aufweist (Übergewicht, Bewegungsmangel, Nikotinkonsum oder hoher Blutdruck, Gefäßkrankheiten im Verwandtenkreis), sollte dagegen einen Gesamtcholesterinspiegel unter 200 mg/dl und nicht mehr als 130 mg/dl LDL aufweisen.

Für KHK-Kranke und Diabetiker gelten noch strengere Maßstäbe. Ihr Cholesterinspiegel sollte unter 150 mg/dl liegen, der LDL Spiegel unter 100, möglichst noch unter 70 mg/dl.

Für die Umrechnung in internationale Standardeinheiten gilt: mg/dL x 0,02586 = mmol/L


Wenn Ihr Cholesterinwert erhöht ist...

dann sagt das für sich allein betrachtet noch nichts über Ihr tatsächliches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Der Wert des Gesamtcholesterins im Blut ist lediglich ein Indiz dafür, dass Ihre Lipidwerte möglicherweise nicht im Lot sind und genauer untersucht werden sollten. So bedeutet ein Zuviel an Cholesterin meist auch ein Zuviel an LDL, dem "schlechten" Cholesterin. Erst im Zusammenhang mit den anderen Lipid-Parametern - HDL (so genanntes "gutes" Cholesterin), LDL, VLDL, Triglyzeride, Verhältnis Gesamtcholesterin zu HDL bzw. Verhältnis LDL zu HDL - ergibt sich ein vollständigeres Bild, das Aussagen über Ihr persönliches Risiko ermöglicht.


Ein zu hoher Cholesterinwert kann auf vielen Faktoren beruhen

zum Beispiel auf

  • erblicher Veranlagung
  • Vorliegen einer Krankheit
  • falscher Ernährung
  • zu wenig Bewegung
  • Einnahme von "Wassertabletten" oder der Pille.

Auch lang anhaltender Stress kann die Cholesterinwerte steigen lassen.

Möglicherweise liegt Ihr zu hoher Wert auch einfach an der Jahreszeit. Denn man hat festgestellt, dass der Cholesterinspiegel jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt. Er soll in den Wintermonaten, besonders bei Frauen, seinen höchsten Level erreichen. Wenn Ihr zu hoher Wert im Winter gemessen wurde und nur geringfügig über dem Grenzwert liegt, dann können Sie das Ergebnis ja noch einmal im Sommer überprüfen lassen. Vielleicht hilft?s.


© Copyright Redaktionsteam Dr. Martens.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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