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Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Ulrich Kusenack

Dr. Kusenack

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© KusenackDr. med. Ulrich Kusenack praktiziert als Gefäßchirurg und Facharzt für Allgemeinchirurgie in Düsseldorf. (© Kusenack)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Ulrich Kusenack interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Gefäßchirurg und Facharzt für Allgemeinchirurgie.

jameda: Herr Dr. Kusenack, was hat sie motiviert, Arzt zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Dr. Kusenack: Die Faszination des menschlichen Körpers in Verbindung mit meinem Wunsch, anderen Menschen bei einem größeren oder auch kleineren Problem zu helfen, haben dazu geführt, dass ich mich für den Beruf des Arztes entschieden habe. Als Arzt habe ich die Möglickeit, ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Zur Gefäßchirurgie bin ich gekommen, da unsere Blutgefäße die Hauptadern unseres Lebens und überall im Körper anzutreffen sind. Faszinierend ist dabei, dass wir inzwischen durch immer kleinere Zugangswege – manchmal nur durch die Punktion eines Blutgefäßes – umfängliche Therapien durchführen können.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Dr. Kusenack: Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der schonenden und minimalinvasiven Behandlung des Krampfaderleidens. Die Entwicklung der minimalinvasiven Chirurgie hat in den letzten Jahren vor allem in der Gefäßmedizin Einzug gehalten und hier ist das beste Beispiel die minimalinvasive schonende Krampfaderbehandlung mit Laser, Radiofrequenz oder dem Venenkleber. Bei diesem Vorgehen wird die erkrankte Stammvene nicht aus dem Gewebe herausgerissen (sogenanntes "Stripping"), wie dies noch in früheren Jahren der Fall war. Sondern sie verbleibt während der Behandlung vollständig im Bein und wird von innen heraus mit Hitze verschweißt. Dadurch ist sie sofort effektiv verschlossen und wird vom Körper mit der Zeit abgebaut. Faszinierend ist, dass der Patient nach dieser Behandlung sofort aufstehen und wieder laufen kann.

jameda: Gibt es ein medizinisches Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Dr. Kusenack: Ja, mein ehemaliger Chefarzt. Durch ihn habe ich gelernt, dass Ruhe und Besonnenheit der Schlüssel zum Erfolg auch in schwierigen Situationen ist.

jameda: Gibt es in der Gegenwart Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Dr. Kusenack: Spontan fällt mir hier das Modul der Online-Terminvereinbarung ein. Sie gibt Menschen die Möglichkeit, jederzeit aus ihrem Alltag heraus – also auch abends und am Wochenende – einen Behandlungstermin bei ihrem Arzt zu buchen. Ich habe bisher sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Dr. Kusenack: Gerade das Gebiet der Gefäßchirurgie und der Phlebologie wächst schnell. Neue Behandlungsverfahren werden eingeführt und erprobt. Der Weg geht dabei hin zu immer weniger invasiven Therapiemethoden, die den Patienten ein Minimum an postoperativen Schmerzen bieten. Das ist der richtige Weg. Die größte Herausforderung wird dabei sein, auch die älteren und selbstverständlich bewährten Verfahren nicht zu verlernen, da sie in manchen Fällen noch immer ihre Berechtigung haben.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Dr. Kusenack: Ich glaube es ist die Tatsache, dass ich mir für jeden Patienten sehr viel Zeit nehme und das unabhängig von seinem Versicherungsstatus. Das ist der große Vorteil einer Privatpraxis. Ich habe Zeit, kann zuhören und ausführlich untersuchen. Gerade beim Ultraschall der Beinvenen ist das ausgesprochen wichtig und elementar, da davon eine Operationsindikation abhängt. Das aber wiederum ist die absolute Grundvoraussetzung für eine maßgeschneiderte Therapie. Zeit zu haben ist also die Basis jedweder guten Diagnostik! Das führt mich zu einem zweiten Punkt, der mir sehr am Herzen liegt: Es wird nur das therapiert, was auch wirklich krank ist.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Dr. Kusenack: Ich mag die Offenheit und Freundlichkeit, die mir entgegengebracht wird. Ich glaube, dies geschieht von Seiten des Patienten aufgrund der entspannten Atmosphäre während des gemeinsamen Gespräches.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. Kusenack: Ja, das war noch während meiner Assistenzarztzeit im Nachtdienst: Eine angetrunkene Patientin im Katzenkostüm an Altweiber, die auf allen Vieren durch die Ambulanz krabbelte und dabei miaute.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Dr. Kusenack: Ich weiß, es klingt abgegriffen, aber es ist so wichtig: nicht zu rauchen und in Bewegung zu bleiben! Die Zahl der Krankheiten, die durch Rauchen oder Bewegungsmangel ausgelöst werden, ist schier unüberschaubar. Und bedenken Sie: Beides ist selbstgemacht und für beides gibt es einfach keine gute Begründung!

Zur Person:

Ich bin 1968 in Passau geboren und habe an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Humanmedizin studiert. Nach meinem Studium habe ich die chirurgische Laufbahn eingeschlagen und legte im Jahre 2001 vor der Ärztekammer Nordrhein meine Facharztprüfung zum Chirurgen ab. Danach spezialisierte mich auf das noch junge Gebiet der Gefäßchirugie, welches ich bereits seit Mitte der 90er Jahre praktizierte. Es folgte die Facharztausbildung zum Gefäßchirurgen mit anschließender Oberarzt- und Chefarzt-Tätigkeit an einem Universitätsklinikum in Nordrhein-Westfalen. Parallel dazu beschäftigte ich mich intensiv mit der Phlebologie, der Lehre von den Erkrankungen der Venen, und absolvierte die Weiterbildung zum Phlebologen mit abschließender Prüfung.

Zur Praxis:

© KusenackDie Gefäßpraxis Dr. Kusenack in Düsseldorf (© Kusenack)

In meiner Privatpraxis in den Räumen der "Klinik Neuer Stahlhof" biete ich meinen Patienten das gesamte Portfolio der venösen und arteriellen Gefäßdiagnostik. Basis ist hierbei das hochauflösende und moderne Ultraschallgerät zur Diagnostik venöser und arterieller Gefäßerkrankungen. Aber auch Funktionsprüfungen an den Gefäßen, wie eine venöse Verschluss-Plethysmografie, die digitale Photoplethysmografie (D-PPG bzw. LRR) zur Diagnostik venöser Funktionsstörungen, als auch die arterielle Oszillografie. Besenreiser-Verödungen führe ich unter Verwendung eines Venenauflichtes durch, da hierdurch die tiefer gelegenen Venen, die den Besenreiser speisen (sog. Feeder-Venen), besser und effektiver sklerosiert werden können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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