Hashimoto Thyreoiditis: Alles über Symptome & Ursachen

Hashimoto kann sich in verschiedensten Symptomen auswirken. (© sean - iStock)

Wenn Sie sich mit Beschwerden wie chronischer Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf, Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Gewichtszunahme bei unverändertem Essverhalten herumschlagen, eventuell aber auch zeitweise eine innere Nervosität, Unruhe mit Zittern und vermehrtes Schwitzen empfinden, dann sollte man eine Hashimoto-Thyreoiditis als Ursache in Betracht ziehen.

Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, d. h. der Organismus bildet Abwehrzellen (Antikörper), die gegen die eigenen Schilddrüsenzellen gerichtet sind und eine Entzündung des Organs bewirken.

Wie entsteht Hashimoto?

Die Ursache für diesen Erkrankungsprozess ist bisher nicht geklärt. Auffallend ist, dass bei den meisten Betroffenen eine belastende Lebensphase vorangegangen ist, im Sinne eines Umbruchs im Leben wie z. B. eine Trennung oder der Verlust eines Angehörigen oder die Geburt eines Kindes. Im Prinzip kann jedoch fast jede Situation als Belastung infrage kommen, wenn sie der Betroffene emotional als solche empfindet.

Die Schilddrüse reagiert dabei direkt über die Hypophyse auf die übergeordnete Schaltzentrale, das Zwischenhirn, den Hypothalamus, der wie ein Seismograph den Energiezustand des Organismus abfragt. Er reagiert sehr empfindsam auf emotionalen Stress und körperliche Anstrengung mit eigener Hormonausschüttung, die wiederum die Hormonproduktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) anregt oder bremst.

Die Hypophyse erreicht mit ihrer Hormonausschüttung direkt die Zielorgane wie z. B. die Schilddrüse, Eierstöcke und Nebenniere.

Die Aktivität oder Nichtaktivität der Zielorgane wiederum gibt der Schaltzentrale eine Information über den Ist-Zustand im Organismus. Und zwar so, dass Hypothalamus und Hypophyse entweder ihre Ausschüttung bremsen oder noch ankurbeln. Wir nennen diesen Mechanismus einen Regelkreis mit Rückkopplung (Feedback, positivem oder negativem).

Ist nun ein hormoneller Regelkreis aus der Balance gekommen, triggert diese Situation eine Reaktion des Immunsystems. Im Fall der Hashimoto Thyreoiditis werden die bereits erwähnten Abwehrzellen (Antikörper) produziert, die die Schilddrüse angreifen.

Fazit

Stressfaktoren beeinflussen über Schaltzentralen (Hypothalamus, Hypophyse) die Schilddrüse in ihrer Aktivität und triggern dadurch eine Reaktion des Immunsystems.

Diese Information ist sehr wichtig. Denn so gilt auch in Umkehrung, dass Stressreduktion einen positiven Einfluss auf die Schilddrüse hat.

Klar ist, dass eine einmal stattgefundene Entzündung der Schilddrüse nicht ungeschehen gemacht werden kann. Jedoch kann der aus dem Lot geratene hormonelle Regelkreis wieder balanciert werden. Die Schilddrüse wird dadurch entlastet.

Mit der richtigen Dosis an Schilddrüsenhormon und unterstützt mit pflanzlichen Präparaten, die antientzündlich wirken, kann der Entzündungsprozess der Hashimoto Thyreoiditis verlangsamt oder gestoppt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

Dietlinde R., 08.02.2021 - 13:03 Uhr

Kann eine Hashimoto-Erkrankung erhöhte Enzymwerte im Blut verursachen?

Beata, 08.10.2020 - 21:35 Uhr

Eine Person, die unter Hashimoto leidet und ist mit dem Hormon „eingestellt“,darf/sollte sich gegen Grippe impfen lassen. Person 71 Jahre alt. Die Gedanken und Angst, ob das Immunsystem sich nicht „ausreguliert“ und Schilddrüse durcheinander bringt? Danke

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