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Zellen und Antigen-Antikörper-Komplex: Wie das Immunsystem auf Eindringlinge reagiert

Dr. Maria Niki Aigyptiadou

von
verfasst am

© 52039779-Henrie© 52039779-HenrieDer Körper besteht aus ungefähr 10 Tausend Milliarden Zellen, die harmonisch kommunizieren und zusammenarbeiten. Wie ist eine einzelne Zelle aufgebaut? Wie schützt sie sich vor Krankheiten? Und welche Rolle spielt der Antigen-Antikörper-Komplex dabei?

Wie sind Zellen aufgebaut?

Die Zelle ist der Baustein und Träger des Lebens. Sie besteht aus:

  • der Zellmembran, einer äußeren Doppellipidschicht, die zur Abschirmung der Zelle dient und Proteine enthält, die das Ein- und Austreten verschiedener Substanzen überwachen.
  • dem Zellkern in der Mitte, der das Erbgut enthält. Jeder winzige Zellkern enthält ungefähr 2 Meter DNA.
  • dem Zytoplasma: Zwischen Zellkern und Zellmembran befindet sich eine Flüssigkeit, die in kleinere Räume eingeteilt ist. In dieser Flüssigkeit schwimmen Proteine und kleine Organelle, wie zum Beispiel die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle.

Zellen vermehren sich meistens durch Teilung und haben ihren eigenen Stoffwechsel. Gleichartige Zellen bilden bestimmte Organe und Systeme.

Was sind Antikörper?

Unsere Körperzellen sind ständig Krankheitserregern ausgesetzt, wie zum Beispiel Bakterien und Toxinen. Antikörper helfen uns, sie in Schach zu halten, denn sie sind ein wichtiger Teil des Abwehrsystems. Sie haben zwei Aufgaben:

  • Krankheitserregern den Eintritt in den Körper grundsätzlich zu verweigern.
  • Keime zu zerstören, die es geschafft haben, in den Körper einzudringen.

Antigen-Antikörper-Komplex: Definition & Ablauf

Der Antigen-Antikörper-Komplex ist ein wirksamer Mechanismus, mit dem das Abwehrsystem Krankheitserreger bekämpft.

Antigene sind Oberflächenmerkmale eines Krankheitserregers, auf die das Immunsystem reagiert, indem es das Gegenstück des Antigens, den Antikörper, baut. Antigen und Antikörper passen zusammen wie Schlüssel und Schloss: Die Antikörper bedecken die Oberfläche der Krankheitserreger und wirken somit wie kleine Fahnen. So entsteht der Antigen-Antikörper-Komplex, den spezielle Zerstörungszellen, die Phagozyten, schließlich attackieren, um die Krankheitserreger auszuschalten.

Das Immunsystem hat ein Gedächtnis. Hat es einmal ein bestimmtes Antigen gebaut, ist es sofort zur Stelle, sollte derselbe Krankheitserreger wieder auftauchen.

Allerdings hat der Antigen-Antikörper-Komplex auch eine Kehrseite: Im Verlauf vieler Krankheiten wie zum Beispiel der Glomerulonephritis, dem hämolytisch-urämischen Syndrom, dem systemischen Lupus erythematodes und der rheumatoiden Arthritis können Gewebsschäden entstehen.

Quellen

  • Charles A. Janeway jr. u. a.: 5. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg / Berlin 2002, ISBN 3-8274-1078-9.
  • Löffler, Petrides: Biochemie und Pathobiochemie. Auflage. Springer-Verlag, 2004
  • Siegenthaler, Blum: Klinische Pathophysiologie. 9. Auflage. Thieme-Verlag, Zürich 2006

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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