Coronavirus, Lungenembolie & Thrombose: Das sind die Zusammenhänge

Kann eine Infektion mit dem Coronavirus eine Thrombose fördern? (© chombosan - fotolia)

Coronavirus-Infektionen können zu einer erhöhten Rate von venösen Thrombosen und Lungenembolien führen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema finden Sie hier:

Folgende Abkürzungen werden verwendet:

  • TBVT: Tiefe Beinvenenthrombose
  • LE: Lungenembolie
  • VTE: Venöse Thromboembolie

Sind Patienten nach einer Lungenembolie besonders gefährdet, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren? Was muss in einer solchen Situation besonders beachtet werden?

Es ist davon auszugehen, dass Patienten mit längst vergangenen Ereignissen, die sich wieder vollständig erholt haben, kein erhöhtes Risiko haben. Anders ist es, wenn die Lungenembolie weniger als drei bis sechs Monate zurückliegt. Dann ist davon auszugehen, dass ein erhöhtes Risiko vorliegt, wenn sie sich mit Covid-19 infizieren.

Patienten, die eine sogenannte idiopathische Lungenembolie erlitten haben, das heißt ohne erkennbaren Auslöser, könnten durch die Immobilität des „Daheimbleibens“ vor oder nach einer Infektion ein erhöhtes Gesamtrisiko ausweisen.


Gibt es Hinweise, dass COVID-19 bei Patienten, die eine Lungenembolie erlitten haben, anders/schwerer verläuft?

Eine Lungenembolie während einer Coronavirus-Infektion scheint den Krankheitsverlauf deutlich negativ zu beeinflussen. Alles muss getan werden, um eine tiefe Beinvenenthrombose oder eine Lungenembolie (TBVT/LE) zu verhindern.

Würde sich die Therapie einer Thrombose oder Lungenembolie bei einem COVID-19-Patienten vom üblichen Vorgehen unterscheiden? Kann man LE-Patienten mit COVID-19 und niedrigem Risiko trotzdem frühzeitig aus dem Krankenhaus entlassen (Hot-PE)?

Diese Frage können wir wie so viele nicht abschließend beantworten. Es scheint nach derzeitigem Kenntnisstand jedoch sinnvoll, die Lungenembolie nach den etablierten Therapiemaßstäben zu behandeln.

Eine Lungenembolie kann den CoVid-Krankheitsverlauf deutlich negativ beeinflussen. Daher sollten Patienten nur eingeschränkt aus dem Krankenhaus entlassen werden – ausreichende Kapazitäten vorausgesetzt.


Gibt es Symptome, die sowohl bei COVID-19 als auch bei einer Lungenembolie auftreten können? Was gilt es differenzialdiagnostisch zu bedenken?

Der Verlauf einer LE ist wie der einer Coronavirusinfektion sehr variabel. Bei beiden Erkrankungen kann es zu einer rapiden Verschlechterung mit Husten und Atemnot kommen. Bei der Lungenembolie werden erhöhte Temperaturen in der Regel jedoch nicht verzeichnet.


Gibt es Hinweise dafür, dass im Rahmen einer COVID-19-Erkrankung (ggf. Abgrenzung stationär vs. ambulant) das VTE-Risiko erhöht ist? Welche Maßnahmen werden empfohlen?

Bei einer leicht verlaufenden Coronavirusinfektion scheint das VTE-Risiko allenfalls leicht erhöht zu sein. Anders sieht es bei schweren Verläufen aus. Erste Berichte aus China weisen darauf hin, dass die VTE-Raten dann deutlich ansteigen und mit einem ernsten Verlauf zu rechnen ist.


Erhöhen die aktuellen Lebensumstände – etwa der Bewegungsmangel – das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)? Das sind die Tipps für den Alltag!

Immobilität bzw. Bewegungsmangel sind wichtige auslösende Faktoren einer VTE. Man muss davon ausgehen, dass das Risiko steigt. Aufgrund dessen sollte man auch zu Hause längeres Sitzen oder Liegen vermeiden. Achten Sie darauf, die Beine beim Sitzen nicht längere Zeit zu überkreuzen und nehmen Sie genügend Flüssigkeit zu sich.

Zudem sollte man sich regelmäßig bewegen, die Beine im Sitzen hochlegen und auch Beinvenenübungen durchführen. Wiederholen Sie zum Beispiel regelmäßig Zehenstände im Stehen oder im Sitzen und ziehen Sie ab und zu die Füße an. Für Personen mit bekannten Krampfadern ist tagsüber das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfehlenswert.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (31)

Petra A., 03.04.2021 - 18:06 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, im Jahre 2019 hatte ich eine Lungenembolie, bin onkologische Patientin und befinde mich zur Zeit in einer Immuntherapie, die alle 4 Wochen verabreicht wird. 1. Frage : kann ich mich mit Astrazeneca impfen lassen oder besteht die erhöhte Gefahr einer weiteren Thrombose? 2. Frage : welchen Mindestabstand sollte ich zur Immuntherapie einhalten? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, vielen Dank

Viorica R., 30.03.2021 - 09:02 Uhr

gibt es einen Zusammenhang zwischen Impfung mit Biontech und Faktor V ? Sollte man vor der Impfung Blutverdünnungsmittel und welche vor der Impfung einnehmen?

Pötzschke, H., 27.03.2021 - 23:02 Uhr

Ich habe seit Jahren Asthma und für die Nacht ein Atemgerät. Seit Anfang Februar 2021 ist bei mir doppelseitige Lungeembolie und Trombosen in beiden Beinen festgestellt worden. Kann bei mir mit Astra Zenika gegen Korona geimpft werden oder besser mit einem anderen Impfstoff? Bin bis jetzt noch nicht geimpft worden. Mein Alter ist 83 Jahre. Vielen Dank für die Antwort Frau Pötzschke

Anette B., 24.03.2021 - 19:51 Uhr

Ich habe eine chronisch Thrombose und hatte zweimal eine lungenembolie meine Frage ist gehöre ich zu Risiko Gruppe

Helmut K., 20.03.2021 - 19:45 Uhr

Helmut K., 20.3.21 ich bin 79 Jahre alt und hatte vor 10 Jahren nach einer OP 2 Thrombosen im Bein. Ich nehme schon länger keine Medikamente. Außerdem habe ich eine Faktor-Leiden-Mutation. Da ich am 25.3.21 einen Corona-Impftermin mit Biontech habe, den ich ungern absagen würde, meine Frage: Gibt es ein Thromboserisiko nach dieser Impfung, bzw. empfehlen Sie eine vorsorgliche Therapie zur Vermeidung von Thrombosen wegen der Faktor-Leiden-Mutation nach dieser Impfung? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 23.03.2021

Leider möchte ich nicht gerne zunehmend individuelle Handlungsempfehlungen geben. Für alle Interessenten, nutzen sie unsere über Jameda buchbare Videosprechstunde, die sie von überall her nutzen können oder kommen Sie vorbei, das ermöglicht uns, ihnen optimale individuelle Empfehlungen geben zu können.

Ralf H., 19.03.2021 - 10:18 Uhr

Guten Tag, ich hatte 2014 eine Lungenembolie, alle Untersuchungen dazu waren negativ, eine Ursache wurde nicht gefunden. Die Blutverdünner habe ich nach 6 Monaten deshalb abgesetzt weil mir der Sinn nicht erklärt werden konnte. Nach den obigen Aussagen bin ich nicht aussergewöhnlich gefährdet, ist das korrekt und kann man nach den jetzigen Ergeignissen den Astra Zeneca Impfstoff bedenklos nehmen wenn doch dort von Blutgerinnseln die Rede ist? Ich bin 64 und bisher gesund

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 19.03.2021

Stand heute ist ein Zusammenhang des Auftretens einer Thrombose mit der Impfung nicht gesichert, insbesondere ist unklar, warum eine spezielle Art der Thrombose, die Sinusvenenthrombose tatsächlich gehäuft auftreten sollte. Das Risiko eine Thrombose bei einer CoVid-19 Infektion zu bekommen ist sicher deutlich (etwa mind. Faktor 100+) grösser als bei einer Impfung mit allen in D zugelassenen Impfstoffen, in sofern rate ich wie auch die EMA zur Impfung gerade dann wenn man ggf. ein erhöhtes Thromboserisiko hat. Ich selbst habe mich mit dem AstraZeneca Impfstoff vor 2 Wochen impfen lassen (wie viele der Zentrumsmitarbeiter), es gab keinerlei Probleme.

Jürgen F., 18.03.2021 - 20:25 Uhr

Ich, 74 Jahre alt soll mit Astra-Zeneca geimpft werden. Ich hatte vor 8 Monaten eine tiefe Beinvenenthrombose. Vor ca. 8 Jahren hatte ich 2 Lungenembolien. Wie hoch ist das Risiko für mich wieder daran zu erkranken. Meine Impfung soll schon nächste Woche erfolgen. Danke für Ihre Beurteilung

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 19.03.2021

Das Risiko einer erneuten Thrombose ist bei ihnen erhöht, ob mit oder ohne Impfung. Sie sollten sich mit ihrem Arzt über eine verlängerte Erhaltungstherapie der oralen Antikoagulation unterhalten, oder auch gerne via Videosprechstunde mit unserer Praxis, generell gibt es momentan keinen Grund, den "kostbaren" Impftermin nicht wahrzunehmen.

Conny B., 17.03.2021 - 10:41 Uhr

Guten Tag! Die Frage von Annette K. würde mich auch interessieren, weil ich ebenfalls eine Faktor-V-Leiden-Mutation habe und verunsichert bin, ob ich mich mit Astra Zeneca impfen lassen soll, wenn es wieder möglich ist, oder ob davon aufgrund des erhöhten Thromboserisikos abzuraten ist? Mein Vater hat ebenfalls die Mutation und zudem eine CLL, er hatte bereits Covid19 (vor einem Jahr) und hat noch Antikörper. Soll er sich trotzdem impfen lassen oder wäre bei ihm die Nutzen-Risiko-Abwägung dahingehend, es besser nicht zu tun? Viele Grüße Conny

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 19.03.2021

Man empfiehlt auch Patienten insbesondere der Risikogruppe 1 und 2 sich auch nach durchgemachter Infektion impfen zu lassen. Bzgl. ihrer F-V Mutation verweise ich auf die anderen Antworten, die ich heute gegeben habe.

Annette K., 09.03.2021 - 22:39 Uhr

Guten Tag, ich bin 52 Jahre alt und leide an einer heterozygoten Faktor V Mutation. Demnächst habe ich einen Impftermin mit dem Impfstoff von Astra Zeneca. Aufgrund eines Todesfalls infolge von Gerinnerungsstörungen(lt. Zeitungsbericht) einer 49jährigen Österreicherin nach einer Astra Zeneca Impfung und das Auftreten einer Lungenembolie bei ihrer Kollegin nach der gleichen Impfung haben mich stark verunsichert, ob diese Impfung mot Astra Zeneca für mich gefährlich sein könnte. Mein Hausarzt meinte, das Risiko liege nicht an dem Impfstoff selbst, sondern daran, wenn man sich nach dieser Impfung krank fühlt, bzw. es ist und einige Tage vermehrt liegt und sich weniger bewegt und auch weniger trinkt, dies eben zu solchen Komplikationen führen kann. Er hat mir geraten, an vier Tagen nach der Impfung, mir immer abends eine Heparin Spritze zu injizieren und viel zu trinken. Was meinen Sie dazu? Ich vertraue meinem Arzt, bin aber noch nicht ganz beruhigt. Vielen Dank für Ihre Antwort. Herzliche Grüße Annette K.

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 19.03.2021

Ich kann ihre Verunsicherung verstehen, doch ich sehe die Presseberichte als Wissenschaftler und Arzt mit gemischten Gefühlen. Die Wahrscheinlichkeit eine Thrombose bei CoVid-19 Infektion zu bekommen ist relativ hoch, wissenschaftlich ist eine Verbindung zwischen Impfung und Thrombose nicht belegt. Eine Faktor V Mutation heterozygot ist ein relativ schwacher Risikofaktor für eine Thrombose, auch unter Heparin Gabe könnten Nebenwirkungen auftreten. Empfohlen wird dies nicht. Viel Trinken, Bewegung und ggf. Kompressionsstrümpfe können nicht schaden. Ich selbst habe mich vor 2 Wochen mit dem Astra Präparat impfen lassen und hatte keinerlei Probleme, auch nicht die Mitarbeiterinnen der Praxis.

Chrissy, 25.01.2021 - 07:34 Uhr

Guten Tag, ich bin 52 Jahre alt. Im November 2019 hatte ich eine beidseitige Lungenembolie und thyreotoxische Krise. In der genetischen Untersuchung wurde ein leichtes Risiko für Thrombosen ermittelt. Ich habe 6 Monate lang Rivaroxaban genommen und bis vor kurzem Carbimazol. Bislang konnte mir niemand die Frage beantworten, ob ich damit zur Risikogruppe gehöre und möglicherweise bald geimpft werden könnte. Wie schätzen Sie das ein? Besten Dank!

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 31.01.2021

Laut den neuesten Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie sollte bei Ihnen geprüft werden, ob eine weitere Therapie mit Rivaroxaban in einer niedrigeren Dosierung fortgesetzt werden sollte. In welche Priorisierungsgruppe bei der CoVid-19 Impfung sie gehören finden sie in den aktuellen Empfehlungen der STIKO des RKI unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/05_21.pdf?__blob=publicationFile

Tanja, 03.12.2020 - 22:39 Uhr

Ich habe Faktor V Leiden Mutation heterozygot und auch eine chronisch atrophe Gastritis und MEN 1. Bin ich Risikopatient?

Görtz E., 14.09.2020 - 10:59 Uhr

Ich bin 61jahre und leide unter Krampfadern,habe 2016 eine tiefenvenen Thrombose gehabt,und seitdem ich bekomme Phenprocoumon, hatte auch schon Schlaganfall und Herzinfarkt,ich war ich im Schlaflabor,und seitdem muss ich an ein Gerät, da ich Atemausetzer hatte, ich habe seit mehrere Monate Atemprobleme ,vor allem wenn ich mich hin lege,merke ich das ich richtige Luftnot hab, mein Herz schlägt schneller und bekomme auch Panik, aber mein neuer Arzt hab ich nie das Glück dass er mich Mal richtig Untersucht und Mal röntgen lässt oder sonstiges,auch die Lungenärztin hat noch nie eine richtige Untersuchung gemacht, fühle mich irgendwie hilflos und im Stich gelassen, ich merke es geht mir täglich schlechter und kann kaum schlafen, muss aber morgen ausgeschlafen zur Arbeit, weiß nicht mehr was ich tun soll, meine Ärztin hatte in Mülheim wegen Altersruhe die Praxis geschlossen, was soll ich tun? Mit freundlichen Grüßen Frau Görtz

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 15.09.2020

Liebe Frau Görtz, gerne können Sie sich in unserem Zentrum vorstellen, wenn die Anreise nicht zu lange für sie ist, die von Ihnen angesprochenen Krankheiten gehören zu unseren Spezialgebieten, es ist alles vor Ort, ich denke, da sind sie gut aufgehoben.

J. K., 28.05.2020 - 02:32 Uhr

Bei mir (w /38 Jahre/ leichte Pollenallergie gegen Gräser) wurde im Jahr 2018 eine heterozygote Faktor-V-Leiden Mutation diagnostiziert, die bislang ohne Symptome/Beschwerden verlief und auch nicht behandlungsbedürftig war. Um einen erfolgreichen Schwangerschaftsverlauf zu erreichen, wurde die tägliche Einnahme von 100mg ASS während der Dauer der Schwangerschaft vom Frauenarzt empfohlen (Einnahmedauer: Mai bis Dezember 2019). Seitdem nehme ich -wie vor der Schwangerschaft- keine Blutverdünner ein und bin diesbezüglich auch nie in fachärztlicher Behandlung gewesen. Wäre die generelle Einnahme von Medikamenten (z.B. ASS) zur Thromboseprophylaxe im Zusammenhang mit Corona wieder vorbeugend anzuraten? Oder sollten die Ärzte erst bei positiver Corona-Diagnose bzw. bereits bei Auftreten von Corona-Symptomen auf diese Problematik hingewiesen werden?

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 31.05.2020

ASS hilft leider nicht und wird nicht empfohlen. Dem Arzt einen Hinweis geben ist sicher sinnvoll.

U. G., 18.05.2020 - 14:51 Uhr

Ich leide an einem homozygoten Faktor V Leiden und nehme seit einer Thrombose im Dezember Eliquis zur Blutverdünnung. Mein Hämatologe meint, dass ich dadurch wahrscheinlich im Vorteil bei einer Corona Infektion sei. Sehen Sie das auch so? Bin ich trotzdem Risikopatient? Meine Kinder und Eltern sind heterozygot und nehmen keine Medikamente. Gehören sie auch zur Risikogruppe? Sollte im Zweifelsfall bei einer Infektion mit Corona verdünnt werden? Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort!

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 21.05.2020

Das sind sehr gute Fragen für die es leider (noch) keine eindeutige Antwort gibt. Die Tendenz geht dazu, relativ grosszügig eine Thromboseprophylaxe bei Covid-19 Infektionen anzuwenden, im stationären Bereich sogar eine tendenziell etwas höhere Dosis als gewöhnlich.

C. Winter, 15.05.2020 - 22:25 Uhr

Hallo, ich leide an der heterozxtogen Faktor 5 Leiden Mutation, gehöre ich somit auch zur Risikogruppe? Freundliche Grüße C. Winter

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 20.05.2020

Generell kann man sagen, dass alle Risikopatienten für eine Thrombose sicherlich auch das erhöhte Risiko behalten wenn sie an Corona erkranken. Deshalb dann mit dem Arzt frühzeitig über eine Thromboseprohylaxe sprechen.

Kristin H., 11.05.2020 - 21:24 Uhr

Guten Abend, ich leide an essentieller Thrombozythämie. Gehöre ich zur Personengruppe mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid 19 Erkrankung? Ich bin 48 Jahre alt, hatte 2006 eine tiefe Beinvenenthrombose (seitdem beschwerdefrei) und nehme tgl. 100mg ASS. Freundliche Grüße Kristin H.

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 13.05.2020

Ohne genaue Kenntnis der Vorgeschichte und des aktuellen Zustandes ist eine Aussage schwierig, generell tendiere ich dazu, Sie als Risikopatient einzustufen. ASS an sich schützt nicht unbedingt vor einer weiteren Thrombose, hier gibt es neue Möglichkeiten, sie sollten sich nochmal informieren bei Ihrem Angiologen oder nutzen Sie die Möglichkeit der Online Videosprechstunde oder kommen Sie vorbei, falls sie in oder um Köln wohnen.

Gerhard S., 10.05.2020 - 19:42 Uhr

Hallo, Ich hatte im Dezember einer fulminante beidseitige Lungenembolie. Habe sehr lange mit den Folgen gekämpft. Es wurde zuerst angenommen daß der Auslöser von meinem Knie kommt, in dem ich Arthrose 3. Grades habe und das vor der Embolie oft geschwollen und schmerzhaft war. Dies konnte jedoch nicht bestätigt werden. Heraus kam jedoch das ich an einer genetisch bedingten Gerinnungsstörung leide. Mittlerweile hat sich das Lungenvolumen wieder erholt. Da ich aber immer noch Druckschmerz in der Brust bei Anstrengung, manchmal auch in Ruhephasen und starkes Schwitzen dabei habe wurde vor kurzem ein Stress Echo gemacht. Dieses verlief positiv. Den Druckschmerz habe ich aber immer noch. Da ich zudem eine Leichte Trichterbrust habe, wurde mir gesagt das dies auch eine Rolle spielen können. Folgende Fragen habe ich: Das Knie müsste dringend operiert werden. Die Ärzte im Krankenhaus und auch mein Orthopäde sagen daß da erst ein Jahr vergangen sein muss und ich da kein Risiko eingehen soll. Ich Versuche jetzt kurze Strecken Rad zu fahren weil ich mit dem Knie nur kurze Strecken schmerzfrei gehen kann. Ich bin Arbeiter in der Industrie. Wie soll ich so wieder arbeiten gehen? Ich würde gerne gehen aber wie soll das gehen? Und dann kommt noch Corona hinzu. Auch das macht mir Angst. Bitte um Rat in meiner Situation. LG, Gerhard

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 13.05.2020

Bei einer Knie OP müsste die Antikoagulation (Blutverdünnung) nach Lungenembolie unterbrochen werden, deshalb gehe ich davon aus, dass die Ärzte das diesbezügliche Risiko als hoch einschätzen und die Knie OP erstmal hinten angestellt haben. Das kann durchaus richtig sein. Wenn sie innerhalb der letzten 6 Monate eine Lungenembolie hatten sind sie wahrscheinlich ein Risikopatient hinsichtlich Corona. Sprechen Sie nochmal mit Ihrem Kardiologen oder Angiologen oder schauen Sie Beins vorbei.

M.Müller, 21.04.2020 - 22:38 Uhr

Guten Abend, wie ist die Lage für Personen mit genetisch bedingter Gerinnungsstörung und daraus resultierendem erhöhten Thromboserisiko einzuschätzen? Ich leide an einer homoygoten Faktor V Leiden Mutation, die mit einem 50-100 fach erhöhten Thromboserisiko einhergeht. Gehöre ich zu der Personengruppe mit einem Risiko für schwere Verläufe einer Covid19-Infekion? Freundliche Grüße M.Müller

Antwort von Prof. Dr. med. Rainer Wessely, verfasst am 24.04.2020

Ja, Stand heute müssen wir davon ausgehen. Schützen Sie sich und bleiben sie gesund!

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