Hustenanfälle, verstopfte Nase, Niesen - nicht immer ist es eine Erkältung

Petra Müller

von
verfasst am

© contrastwerkstatt - Fotolia.com© contrastwerkstatt - Fotolia.comExperten schätzen, dass in Deutschland mehr als 12 Millionen  Menschen an einer Hausstaub-Allergie leiden. Sehr häufig bleibt sie unerkannt, denn die Symptome sind denen einer Erkältung sehr ähnlich: Husten, Schnupfen und Nies-Attacken aber auch Juckreiz, schlechter Schlaf und entzündete Augen.

Wodurch wird eine Hausstaub-Allergie ausgelöst?
Eklig aber wahr: Milben, genauer gesagt Milben-Kot ist verantwortlich für eine Hausstaub-Allergie. Die Milben-Ausscheidungen trocknen und verbinden sich mit Hausstaub. Diese Mischung finden wir überall in unseren Wohnungen und je mehr Kot enthalten ist, umso allergischer reagieren wir darauf. Stellt man sich nun vor, dass in all unseren Textilien, also in Teppichen, Kissen, Sofas, Betten, Stofftieren usw., Millionen von Milben leben und jede Milbe wieder für ca. 300 Nachkommen sorgt, ist die eingangs genannte Schätzung von Hausstaub-Allergikern gut nachvollziehbar.

Was sind Milben?
Milben sind winzig kleine Spinnentiere, die sich vor allem gerne da aufhalten, wo es warm ist. Sie ernähren sich von Haar- und Hautschuppen und tummeln sich gerade deswegen bevorzugt in unseren Betten: perfektes Klima und stets ausreichend Nahrungsnachschub! Aufgrund ihrer Borsten und Krallen überstehen sie oft selbst gründliches Staubsaugen.

Was kann ich tun wenn ich unter Hausstaub-Allergie leide?
Hat Ihr Arzt festgestellt, dass Sie Hausstaub-Allergiker sind, dann helfen Ihnen folgende Maßnahmen, um es den Milben in Ihrem Haushalt besonders schwer zu machen:

    • Vermeiden Sie Grünpflanzen in Ihrem Schlafzimmer
    • Lüften Sie regelmäßig, idealerweise schlafen Sie bei offenem Fenster, Milben mögen keine kalten Temperaturen
    • Entfernen Sie alle unnötigen Staubfänger aus Ihrer Wohnung und verzichten Sie möglichst auf Teppiche
    • Vermeiden Sie, Staub aufzuwirbeln. Am besten wechseln Sie daher Ihre Kleidung nicht in dem Raum, in dem Sie auch schlafen.
    • Waschen Sie Ihr Bettzeug regelmäßig mit mindestens 60° C
    • Tauschen Sie alte Matratzen gegen neue aus. Welches Material Sie wählen, ist Ihnen überlassen. Leider fühlen sich Milben in allen Materialien wohl.
    • Gegen Milben wirkt das Mittel Akarazid.

Da sich Milben nie ganz aus unserem Umfeld vertreiben lassen, empfiehlt sich in vielen Fällen eine Hyposensibilisierung. Bei dieser leider sehr langwierigen Therapie wird über einen längeren Zeitraum eine kleine, langsam steigende Dosis des Allergie-Auslösers unter die Haut gespritzt. Bei Erfolg verschwinden die allergischen Reaktionen fast vollständig.


Rechtzeitige Behandlung ist wichtig:
Eine Hausstaub-Allergie sollte auf jedem Fall behandelt werden. Statistiken belegen: nach ca. acht Jahren entwickelt sich aus einer nicht behandelten Hausstaub-Allergie häufig chronisches Asthma. Daher sollte bei der Vermutung, an Hausstaub-Allergie zu leiden, immer mit dem Arzt gesprochen werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (5)


08.08.2013 - 21:53 Uhr

Mir geht es auch so, Niesanfälle an die 40 stk....

von LauLau

... am Tag, laufende Nase und juckreiz vorallem an den Augen. Belastungsasthma hab ich schon davon. Ich probiers mal mit den Überzügen fürs Bett. Bin mal gespannt was das ergibt. Habe auch mal meine Matratze mit verdünntem Leinöl eingesprüht und meine Kissen einen Tag ins Kühlfach gesteckt. Hoffe mal dass es damit besser wird.

22.12.2010 - 16:33 Uhr

Also manchmal. Nein. Relativ oft hab ich auch das...

von www.yourpainting.de

... Gefühl irgend sowas zu haben. Wobei es sich bei mir immer nur in Husten und räuspern auswirkt. Ich hab echt fast den ganzen Tag Schleim im Hals und muss ihn daher ständig raushausten, mich räuspern, etc. Irgendwoher muss das doch kommen oder?

21.04.2009 - 22:27 Uhr

Achtung im Frühling! Gerade in den ersten...

von Achtung! Wind - Erkältungsfaktor Nr. 1 im Frühling! Warum?

... Sonnentagen im Jahr sind wir versucht unsere Winterkleidung in die Ecke zu werfen und uns leicht zu bekleiden. Doch dies birgt große Gefahren für die Gesundheit. Nach der chinesischen Medizin ist der Frühling der Leber zugeordnet und die Leber reagiert sehr empfindlich auf Wind. Gerade die Frühlingswinde sind oft Ursachen von Erkältungen also schützt euch davor. Gerade der Bereich des Kopfes ist sehr empfindlich für Wind Angriffe. Das Pathogen Wind greift die äußeren Leitbahnen (Fu) an und wandert von dort Tag für Tag tiefer in den Körper, wenn Sie ihn nicht vorher "rausschwitzen". Symptome von pathogenem Wind sind Empfindlichkeit gegen Wind und Kälte, Spannung in Nacken und Schultergegend, Kopfschmerzen etc. Jeder von uns kennt die typischen Zeichen einer beginnenden Erkältung. Es ist in den ersten Tagen leicht möglich den Wind zu vertreiben. Hierzu empfiehlt sich die schweißtreibende Wirkung von Ingwertee bzw. Sauer-Scharfer Suppe und ein anschließende Schröpfung der Nacken/Schulter Region.

05.01.2009 - 14:47 Uhr

Bei einer erfolgreich therapierten Allergie sind...

von HNO Dr. Dewes

... die Nasenschleimhäute meist auch weiterhin stark angeschwollen. Der jahrelange, entzündliche Reiz hat dazu geführt, dass die so genannten Nasenmuscheln vergrößert sind. Hier kann eine neue, schonende Nasenoperation in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Ich darf hierzu auf meinen Aufsatz auf meiner Homepage verweisen: http://www.drdewes.de/hnotherapie/nasenop/nasenop.html

08.09.2008 - 13:49 Uhr

Ja, so erging es mir auch. Ich dachte sehr sehr...

von Gemälde

... lange, dass es eine Erkältung sei, die ich mitschlepte... Aber dann bin ich auf Hausstaub getestet worden. Und Voila! Aber wenn man es weiß, kommt man besser dagegen an und kann vorbeugen.


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