3 Ernährungstipps für Patienten mit Dickdarmentzündungen

Dr. Pfundstein

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©fotolia-underdogstudiosBei Magen- & Darmerkrankungen ist spielt die richtige Ernährung eine große Rolle (©fotolia-underdogstudios)Akute Dickdarmentzündungen sind zwar unangenehm, in der Regel aber harmlos. Nur in seltenen Fällen sind neben Allgemeinmaßnahmen weitere Therapien nötig. Chronische Darmentzündungen wiederum können die Lebensqualität stark einschränken und eine Ernährungsumstellung erforderlich machen. Erfahren Sie, was Sie essen sollten, wenn die Funktion der Darmschleimhaut gestört ist und Durchfälle oder Bauchschmerzen verursacht werden.

Ernährung & Dickdarmentzündungen

Vielen akuten Dickdarmentzündungen liegen Infektionen mit Viren oder Bakterien zugrunde. Sie klingen in der Regel rasch wieder ab und müssen nicht medikamentös behandelt werden. Eine spezielle Ernährung kann helfen, Symptome wie Durchfall zu lindern und den Magen zu schonen. Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr sollte diese anfangs ballaststoffarm sein. Dazu eignet sich beispielsweise Zwieback, Suppe, Breie oder Kartoffeln sehr gut. Im Verlauf kann dann ein langsamer Kostaufbau erfolgen.

Hinter so manchen länger anhaltenden Beschwerden können auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn stecken, die durch Fehlregulationen der Körperabwehr eine Entzündung hervorrufen.

Da Morbus Crohn vor allem in Industrienationen vorkommt, in denen der Verzehr von Fertigprodukten verbreitet ist, wird ein möglicher Zusammenhang diskutiert. Allerdings ist mehr Forschung notwendig, um die genauen Krankheitsursachen und den Einfluss der Ernährung zu klären.

© isa-7777_iStockTrinken Sie viel gezuckerten Tee um Ihren Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten (© isa-7777_iStock)1. Viel trinken bei akutem Durchfall

Akute Dickdarmentzündungen gehen oft mit Durchfall einher, d.h. die Betroffenen haben innerhalb von 24 Stunden mindestens dreimal sehr weichen oder flüssigen Stuhlgang. Die wichtigste Gegenmaßnahme ist, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Nehmen Sie dazu beispielsweise viel gezuckerten Tee in Kombination mit Salzgebäck zu sich. Bei kleinen Kindern oder Senioren kann auch die Einnahme einer Elektrolytlösung sinnvoll sein.

Mehrere Studien mit insgesamt 8.000 Teilnehmern zeigten außerdem, dass probiotische Lebensmittel ebenfalls helfen können. Jeder fünfte Proband hat seinen Durchfall durch die Einnahme von speziellen Mikroorganismen schneller überstanden, da sie zur Verdrängung der Erreger beitragen können. Ob Milchsäurebakterien, die zum Beispiel in naturbelassenem Joghurt vorkommen, oder Kapseln effektiver sind, ist allerdings unklar. 

2. Schonkost für den aufgewühlten Magen 

Schmerzt der Magen, haben viele Menschen nur wenig Appetit. Gleichzeitig braucht der Körper Energie, um die Erreger zu bekämpfen. Deshalb eignet sich Schonkost mit mehreren kleinen Mahlzeiten am Tag, um den Körper mit Nährstoffen zu versorgen, ohne das Verdauungssystem zu belasten.

Beispielsweise Reis, Bananen oder Zwieback sind gut verträglich. Achten Sie beim Kochen darauf, wenig Fett und scharfe Gewürze zu verwenden. Haferbrei mit Zimt, Banane und Honig und Gemüse- oder Möhrensuppen bringen Sie durch den Tag. 

Um den Darm nicht unnötig zu reizen, kann der vorübergehende Verzicht auf Kaffee, Limonaden, Alkohol, Fruchtsäfte und fettige Speisen ebenfalls ratsam sein. Je nach individueller Konstitution kann die Verträglichkeit allerdings variieren – prüfen Sie also am besten, was Ihnen persönlich gut tut. 

© Printemps - fotoliaMilprodukte sollten so gut es geht vermieden werden (© Printemps - fotolia)3. Ernährungstipps für chronisch Kranke

Es gibt keine wissenschaftlich anerkannte spezifische Diät für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, aber die Ernährung kann helfen, den Allgemeinzustand zu verbessern.

Grundsätzlich sollten industriell verarbeitete Lebensmittel gemieden werden, eine vor allem auf Gemüse basierende Ernährung - von vielem Verschiedenen jeweils wenig im täglichen Wechsel - ist grundsätzlich, auch ohne weiterem wissenschaftlichen Nachweis, zu empfehlen.

Es ist durchaus zu überlegen, für eine bestimmte Zeit die beiden Hauptgruppen von Bauchbeschwerden und Lebensmittelunverträglichkeiten, nämlich Milchprodukte und glutenhaltiges Getreide ganz aus dem Speiseplan zu streichen. Lebensmitteltestungen und entsprechende Stuhluntersuchungen (Microbiom) können eventuell helfen und sollten immer in Rücksprache mit einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden.

In beschwerdefreien Phasen oder bei geringen Symptomen ist eine leichte Vollkost zu empfehlen, um die Verdauungsorgane und den Stoffwechsel zu entlasten. Dabei ist alles erlaubt, was den Betroffenen bekommt. Folgende Lebensmittel vertragen viele Patienten eher schlecht:

  • Milchprodukte
  • frisches Brot
  • grobe Vollkornbrote
  • blähendes Gemüse wie Kohl
  • Zwiebeln und Gurken
  • Schokolade
  • fette Fisch-, Wurst- und Fleischprodukte
  • Alkohol
  • größere Mengen an Gewürzen

Da die Auswahl an fettarmen Produkten groß ist, ist eine abwechslungs- und nährstoffreiche Ernährung trotz der Einschränkungen problemlos möglich. Gut verträgliche Lebensmittel sind zum Beispiel:

  • mageres Rind-, Kalb- oder Geflügelfleisch
  • magerer Bierschinken
  • Marmelade
  • Honig
  • leicht verdauliches Gemüse wie Karotten, Fenchel, Kohlrabi, Tomaten oder grüner Salat

© monkeybusinessimages - iStockLassen Sie sich individuell von Ihrem Arzt beraten (© monkeybusinessimages - iStock)Wann zum Arzt?

Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sollten neben der medikamentösen Therapie ihre Ernährung mit ihrem Arzt absprechen. Er überprüft auch, ob Mangelerscheinungen vorliegen, und leitet wenn nötig entsprechende Behandlungen ein.

Eine akute Dickdarmentzündung klingt meist von alleine wieder ab. Sind die Durchfälle jedoch sehr stark oder dauern sie mehr als drei Tage an, ist ein Arztbesuch ratsam. Auch kleine Kinder, Senioren oder Patienten mit weiteren Symptomen wie Fieber, heftigen Bauchschmerzen oder Erbrechen sollten frühzeitig zum Arzt gehen.  

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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