Kein unnützer Ballast - Ballaststoffe

Dr. Iris Hinneburg

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Der Name suggeriert, dass man Ballaststoffe eigentlich nicht braucht - aber genau das Gegenteil ist der Fall: Ballaststoffe sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung.

©HLPhoto-Fotolia©HLPhoto-FotoliaWas sind eigentlich Ballaststoffe? Ballaststoffe sind pflanzliche Substanzen, die vom Körper größtenteils nicht verdaut werden können und deshalb keine Nährstoffe liefern. Trotzdem haben sie zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften: Ballaststoffreiche Nahrungsmittel muss man meistens deutlich mehr kauen als ballaststoffarme Lebensmittel. Dadurch wird der Speichelfluss angeregt, was die Zahngesundheit fördert. Gleichzeitig isst man langsamer - dadurch wird man schneller satt, obwohl man weniger Kalorien zu sich nimmt. Gefördert wird das Sattwerden auch durch das Quellvermögen der Ballaststoffe. Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an, wodurch Verstopfung vorgebeugt wird.

Auch auf Stoffwechselerkrankungen haben Ballaststoffe positiven Einfluss: Werden viele Ballaststoffe verzehrt, wird Zucker langsamer ins Blut aufgenommen. Besonders bei Diabetes ist das wünschenswert. Auch Menschen mit Fettstoffwechselstörungen profitieren von einer ballaststoffreichen Ernährung: Ballaststoffe binden im Darm an sogenannte Gallensäuren, die im Körper aus Cholesterin produziert werden, und fördern deren Ausscheidung. Der Körper wird so angeregt, Cholesterin für die Neuproduktion von Gallensäuren zu verbrauchen - in der Folge sinkt der Cholesterinspiegel.

Schließlich haben Untersuchungen auch gezeigt, dass eine hohe Ballaststoffaufnahme das Risiko für Dickdarmkrebs reduzieren kann. Wahrscheinlich kommt dieses Phänomen dadurch zustande, dass Ballaststoffe die Verdauungstätigkeit anregen und die Darmpassage beschleunigen. So reduziert sich die Kontaktzeit mit potentiell krebsauslösenden Substanzen.

Die tägliche Zufuhrempfehlung für Ballaststoffe liegen bei 30 Gramm. Studien zufolge wird in Deutschland jedoch diese Menge bei weitem nicht erreicht. Ballaststoffe werden ausschließlich über pflanzliche Lebensmittel zugeführt. Während Vollkornprodukte hauptsächlich unlösliche Ballaststoffe enthalten, liegen in Obst und Gemüse vor allem lösliche Ballaststoffe vor. Das ideale Verhältnis zwischen unlöslichen und löslichen Ballaststoffen beträgt 3:1.

Eine erhöhte Zufuhr von Ballaststoffen kann man also erreichen, wenn man mehr Vollkornprodukte und mehr Obst und Gemüse verzehrt. Allerdings sollte man keine abrupte Nahrungsumstellung vornehmen: Wer von einem Tag auf den anderen beispielsweise große Mengen Haferkleie zu sich nimmt, riskiert Blähungen und Verstopfungen, weil der Darm sich nicht so schnell umstellen kann. Besser ist ein Austausch von Lebensmitteln, so dass die Ballaststoffzufuhr langsam gesteigert wird: Vollkornbrot statt Weißbrot, Müsli statt Brötchen. Süßigkeiten und Kuchen sollten häufiger mal durch ein Stück Obst oder Gemüse ersetzt werden. Wichtig ist vor allem auch, ausreichend zu trinken.

So können Sie also durch kleine Maßnahmen Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden steigern.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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