Arthrose: Gelenkprobleme durch Bewegungsmangel - Behandlung und Therapie (Teil 2)

Dr. Krapf

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© Brian Jackson - FotoliaBeugen Sie Rückenbeschwerden und Haltungsfehler durch fußgerechtes Schuhwerk vor. (© Brian Jackson - Fotolia)Hilfe durch Blutegel

Die Therapie mit Blutegeln ist eine der ältesten Heilmethoden.

Sie hat in den letzten Jahren eine zunehmende Renaissance erfahren, da eine Vielzahl von Wirkungen der Blutegelinhaltsstoffe nachgewiesen werden konnte.

Hierzu gehören gerinnungs- und entzündungshemmende, gefäßerweiternde sowie antibiotische Wirkungen. Nebenwirkungen gibt es nur wenige.

Hierzu gehören Juckreiz, Nachblutungen und allergische Reaktionen. Studien zeigen, dass auch in einem fortgeschrittenem Stadium III und IV bei Arthrose des Kniegelenkes ein Therapieversuch Sinn macht.

Weitere Indikationen sind zum Beispiel Wirbelsäulenbeschwerden, Fibromyalgie, Gicht, Arthritis und auch andere „Arthrosegelenke“.

Eigenbluttherapie – eine moderne Arthrosetherapie?

Die Eigenbluttherapie ist ein seit Jahrhunderten angewandtes und in der Naturheilkunde etabliertes klassisches Heilverfahren. (auch angewandt in der Charité in Berlin).

In den letzten Jahren konnten viele neue Erkenntnisse über die heilende Wirkung gewonnen werden. Ziel der Eigenbluttherapie ist es, die körpereigenen Abwehrkräfte zu steigern.

Hierbei wird Blut aus der Vene entnommen und in den Bereich des betroffenen Gelenkes gespritzt. Selbst im Endstadium der Arthrose können erhebliche Schmerzlinderungen erreicht werden und gegebenenfalls operative Eingriffe aufgeschoben werden.

Die Eigenbluttherapie wird z.T. auch von den Berufsgenossenschaften bei Arbeitsunfällen erstattet. Häufige Anwendungsgebiete sind chronische Erkrankungen (Rheuma, Arthrose) sowie Infekte und Allergien.

Arthrose und Rheuma: Die Basistherapie hilft

Arthrose- und Rheumapatienten erfahren meist eine symptomatische Therapie. Diese soll  Entzündungen zum Abklingen bringen, Schmerzen nehmen (Schmerzmittel, Kortison) und verspannte Muskeln lockern (Muskelrelaxantien, Physiotherapie).

Auf das eigentliche Krankheitsgeschehen, nämlich die Zerstörung des Gelenkknorpels, hat diese Therapie keine entscheidende Einwirkung.

Das Ziel der Basistherapie ist eine kausale Therapie, bei der der Schutz noch lebender Knorpelzellen im Mittelpunkt steht.

„Kernspinresonanztherapie“ (MBST)

©fotolia-kreativwerden-44546715Die Blutegel-Therapie stellt eine der ältesten Therapiemethoden dar. (©fotolia-kreativwerden-44546715)Ein neues schonendes Verfahren stellt die Multibiosignal- Kernspinresonanztherapie (MBST) dar, deren Wirkungsmechanismus von der Kernspintomographie abgeleitet wurde.

Ziel ist es, den körpereigenen Zellstoffwechsel zu aktivieren. Hierdurch soll eine Regeneration des defekten Knochen- und Knorpelgewebes erreicht werden.

Der Knorpelzellenstoffwechsel wird wieder durch hochwirksame Kernspinresonanzimpulse angeregt. Nicht nur die Schmerzen, sondern insbesondere auch die Ursache des Gelenkverschleißes soll hierbei bekämpft werden.

Die Kernspinresonanztherapie kann beispielsweise eingesetzt werden bei Arthrose der Wirbelsäule, der Knie- und Hüftgelenke, aber auch der Sprung- und Fußgelenke.

Die Behandlung ist schmerzfrei und Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Erfolgreich mit MBST wurde bereits der für viele weltbeste Trierer Rollstuhlbasketballer Dirk Passiwan behandelt.

Vorbeugungsmaßnahmen gegen Rückenschmerzen

  • Rutschfeste, stabile Schuhe

Fehlbelastungen des Fußes durch Fehlstatik und Schmerzen können sich ungünstig auf die Beinstatik auswirken und sogar zu Rückenbeschwerden führen.

Als Vorbeugungsmaßnahme gegen Rückenbeschwerden und Haltungsfehler eignet sich fußgerechtes Schuhwerk.

Durch nicht passgerechtes Schuhwerk drohen Hautreizungen, Druckbeschwerden, Muskelverkürzungen sowie Fehlhaltungen mit ungünstigen Folgeerscheinungen auf Hüft- und Kniegelenke sowie die Wirbelsäule.

Durch Umknicken und Stolpern besteht ein erhöhtes Unfallrisiko. Nicht die Mode, sondern die Gesundheit sollte bei der Auswahl des Schuhs im Vordergrund stehen:

Hierbei sollte insbesondere auf eine hohe Rutschfestigkeit auf feuchtem Boden sowie eine gute Trittsicherheit geachtet werden, um ein gelenkschonendes und rückenfreundliches Gangbild zu ermöglichen.

  • Computermessung ermöglicht exakte Einlagen

In der Regel erfolgt die Anpassung von Schuheinlagen statisch. Hierbei tritt man in eine Blaupause oder Weichschaummasse.

Genauere Ergebnisse liefert eine computergestützte Messplatte durch Messung der Druckverteilung. So können Fehl- und Falschbelastungen besser erkannt und dadurch besser therapiert werden.

Hierbei erfolgt die Untersuchung zuerst statisch und dann dynamisch (Schwielenaussparung, Weichbettung, etc.), denn nicht passgerechte Einlagen werden nicht getragen und landen letztendlich im Müll.                                     

  • Der Muskeltonus – die Muskelverspannung läßt sich messen

Durch ein Muskel – EMG (Elektromyographie) lassen sich verspannte oder abgeschwächte Muskelpartien aufspüren.

Hierbei werden bei der EMG-Messung muskuläre Spannungszustände objektiviert und sichtbar gemacht.

Dies ermöglicht die Einleitung von Gegenmaßnahmen zur Muskeltonussenkung und Schmerzlinderung.

Labor

Negative Auswirkungen auf den Knochen haben unter anderem ein Vitamin B12-, Vitamin B9- (Folsäure) und Vitamin D-Mangel.

Ebenso wirkt sich ein erhöhter Homocysteinwert, der oft auf einem Mangel an Vitamin B6, B9 und B12 beruht, negativ auf unsere Knochen aus.

Empfehlenswert ist deshalb die Bestimmung des Vitamin B9, des Holotranscobalamins („aktive Form“ des Vitamin B12), des Homocysteins und insbesondere des Vitamin D im Blut.

Aktiv vorbeugen gegen Knochenbrüche     

  • Osteoporose kann wirksam behandelt werden!
  • Um Osteoporose frühzeitig zu erkennen, sollten Sie sich regelmäßig ihre Knochendichte messen lassen(DXA).
  • Vor einer prothetischen TEP-Versorgung sollte jedoch stets eine entsprechende Abklärung erfolgen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


21.02.2018 - 08:19 Uhr

Hallo! Ich hab im rechten Knie seit 2011 eine...

von M. Heinrichs

... Schlittenprothese und brauch jetzt eine kompl.Knieprothese.Bin aber mit fast 46 noch zu jung für den zweiten Gelenkersatz. Der Arzt im KH und ich sind einer Meinung, dass wir die OP um lange Zeit hinausverzögern wollen (nicht Wochen und Monate,sondern um ein paar Jahre). Ich hab eine Einlage für den rechten Schuh verschrieben bekommen, aber da die allein nicht ausreicht um die Schmerzen zu lindern, brauche ich noch eine andere Therapie dazu. In der ersten Zeit bekam ich Akkupunkturbehandlungen gegen die Schmerzen (hat auch super angeschlagen). Aber nach 12 Anwendungen war Schluss, da die Krankenkasse die Verlängerung abgelehnt hatte. Statt dessen bekomme ich jetzt Krankengymnystik (manuelle Therapie), was auch gut anschlägt. Ich brauch nur eine Behandlung in der Woche. Jetzt heißt es aber, dass die Dauer hierfür auch ausgereizt ist (18 Behandlungen). Ich darf noch max. zwei Rezepte außerhalb der Regel einlösen, muss aber eine Langzeittherapie beantragen lassen vom Arzt. Daraufhin war ich am Wochenanfang bei meiner Ärztin (Fachärztin für Chirugie und Orthopädie) und wollte, dass sie mir einen Antrag auf Langzeitbehandlung stellt. Sie hat es verweigert mit der Begründung dass meine Krankheit nicht für eine Langzeitbehandlung befähigt wäre. Ich bin jetzt verzweifelt und weis nicht was ich noch machen kann, dass die OP verzögert werden kann. Haben Sie einen Vorschlag für mich, denn dauerhaft Tabletten schlucken will ich nicht, da ich wegen anderer Sachen schon auf tägl.Tabletten angewiesen bin und eine OP möchte ich auch noch nicht, da ja insgesamt nur 3x Gelenkersatz möglich ist und dann wäre mit 75 Jahren Schluss bei mir in Sachen Knie. Ich möchte dann nicht dauerhaft Krückenlaufen bzw.im Rollstuhl sitzen. Ich wäre für Ihre Hilfe dankbar. LG M.Heinrichs PS.: Die Arthrose ist bei mir vererbt.

03.04.2016 - 16:33 Uhr

Hallo, ich habe Arthrose im rechten Knie innen. Im...

von Heinrich K.

... TV habe ich nun eine Sendung über Arthrose gesehen. Die Patienten wurden dabei mit Spritzen (Hyaluronsäure) behandelt. Kann das jeder Orthopäde machen? Und was Kostet so eine Spritze oder zahlt die Krankenkasse diese Therapie? Ich weiß, dass mein Orthopäde früher diese Spritzen hatte. Das war vor ca. 1 Jahr. Aber die waren mir etwas zu teuer. Mit freundlichen Grüßen, K.

Dr. Krapf

Antwort vom Autor am 10.04.2016
Dr. med. Wolfgang-Peter Krapf

Hyaluronsäure setze ich regelmäßig mit Erfolg bei Arthrose ein. Pro Spritze ist mit Kosten von ca. 50 Euro zu rechnen. 3 - 5 Spritzen sind pro Gelenk erforderlich.

02.04.2016 - 09:11 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Krapf, was kostet die...

von Manfred S.

... Arthrose-Behandlung am linken Fußgelenk mit Kernspinresonanz-Therapie Bestrahlung? Mit freundlichen Grüßen, Manfred S.

Dr. Krapf

Antwort vom Autor am 10.04.2016
Dr. med. Wolfgang-Peter Krapf

Unter Berücksichtigung der entstehenden Sachkosten muss mit 90 Euro pro Sitzung gerechnet werden. Ca. 9 Sitzungen sind erforderlich. Privatkassen übernehmen die Kosten auf Anfrage teilweise. Die Behandlung wurde mir, als D-Arzt aber auch von vielen Berufsgenossenschaften bei Arbeitsunfällen komplett erstattet.


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