Die sportmedizinische Beratung in der orthopädischen Praxis

Dr. Hinsen

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© Jacek Chabraszewski - FotoliaDie richtige Sportart in der sportmedizinischen Beratung finden (© Jacek Chabraszewski - Fotolia)Eine gute sportmedizinische Beratung in der fachärztlich orthopädischen Praxis hat das Ziel, die bestehenden Einschränkungen eines Patienten mit seiner bevorzugten Sportart in Einklang zu bringen. Das muss nicht unbedingt eine „gesunde Betätigung“ sein.

„Gesunder“ Sport kann auch schaden

So ist das häufig empfohlene Schwimmen für Rückenleiden nicht uneingeschränkt die richtige Wahl. Besonders weil schwimmen technisch anspruchsvoll ist und den meisten Erwachsenen keine korrekte Anleitung oder korrekte Technik zur Verfügung steht, schadet dieser Sport manchmal mehr als er nutzt. Nur wenige Erwachsene sind bereit, Ratschläge in diesem Bereich anzunehmen und häufig besteht auch kaum Gelegenheit dazu. Darum macht es in der sportmedizinischen Beratung mehr Sinn, bereits bekannte und vom Patienten geliebte Sportarten zu verändern. Häufig kann durch eine geringfüge Umstellung im Trainings- und Technikablauf der bisherige Sport und die Motivation erhalten bleiben.

Kleine Veränderung, große Wirkung

Bei einigen Kampfsportarten reicht es häufig, wenn die Ferse des Standbeins ein wenig anders gestellt wird, um Tritte knieschonend auszuführen. Die Technik leidet darunter in keiner Weise. Ein Sportarzt, zumal wenn er selbst aktiver Sportler und Trainer ist, spricht gerne diesbezüglich Empfehlungen aus und berücksichtigt auch Vorschläge des Patienten. Nicht nur für jüngere Sportler spielen Anspruch und Leistungsgedanke eine Rolle, darum ist es wichtig, die persönlichen Wünsche und Voraussetzungen des einzelnen Patienten zu beachten. Natürlich gibt es dabei auch Grenzen des Machbaren und es ist Teil der Aufgabe des Arztes, diese Grenzen unmissverständlich zu formulieren. Der Patient entscheidet am Ende, ob er den Empfehlungen folgen wird.

Der individuelle Patient steht im Mittelpunkt der Beratung

Aus dem Dialog zwischen Patient, Trainer und Arzt entsteht ein Konsens, nicht nur für den Profi-Sportler, sondern auch und gerade für den Breitensportler. Anpassung findet in jedem sportlichen Setting statt, die individuelle Verfasstheit des Sportlers spielt bei jeder Trainingsgestaltung immer eine Rolle, sei es durch Berücksichtigung von Lebensalter, sportlichem Vermögen oder durch angestrebtes Leistungsziel (Meisterschaften, Prüfungen, Lizenzen). Der berufliche Alltag ist ebenso eine Stellgröße, die bei der Trainingsplanung Beachtung finden muss. Wer beispielsweise schon täglich mehrere Sack Zement geschleppt hat, wird am Abend einfach ein paar Liegestütze im Training weniger machen dürfen (dies muss dem Trainer nur bekannt sein). Bei einer sportmedizinischen Beratung in der fachärztlich orthopädischen Praxis geht es um konzentrierte, kurze Empfehlungen und Zielvereinbarungen, die umsetzbar sind. Sprechen sie mit ihrem Arzt, Physiotherapeuten und Trainer, es ist nicht immer "der große Entwurf" notwendig, um sich den eigenen Sport zu erhalten, aber häufig genaue ärztliche Kenntnis und Erfahrung von Sport und Patient.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


05.01.2016 - 12:22 Uhr

Ich habe seit Juni letzten Jahres Rückenprobleme....

von Sabine M.

... Mal mehr, mal weniger. Anfang Dezember war ich in der "Röhre". Die Diagnose lautet: Iliosakralgelenksarthrose. Ich bin leidenschaftliche Marathonläuferin und habe bereits meine Herbstmarathon 2016 in Chicago gebucht. Beim Laufen verspüre ich keine Schmerzen. Wie gefährlich ist aber das Laufen?

Dr. Hinsen

Antwort vom Autor am 13.01.2016
Dr. med. Heinz-Peter Hinsen

Die Diagnose Arthrose sagt erstmal sehr wenig aus. Ihr Orthopäde, der die radiologische Untersuchung veranlaßt hat, wird Fragen zu Trainingshäufigkeit und Trainingsumfängen stellen. Körpergewicht, Laufstil und Schuhwerk spielen bei der Beantwortung ihrer Frage eine Rolle. Mögliche Ursachen der Arthrose und Begleiterkrankungen der Wirbelsäule sind zu berücksichtigen. Nicht zuletzt spielt der sportliche Ehrgeiz eine wichtige Rolle ("Treppchen", unter 3h, unter 4h, unter 5h oder "nur" Ankommen). Wenden sie sich rechtzeitig an ihren behandelnden Orthopäden, der ihre Fragen sicher gerne beantwortet. Wenn dann "grünes Licht" für Chicago gegeben werden kann, wünsche ich schon mal einen schönen Aufenthalt und ein tolles Sporterlebnis.


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