Erhöhte oder zu niedrige Kupfer-Werte: Symptome, Folgen & Lebensmitteltipps

Schokolade enthält viel Kupfer (© joannawnuk - iStock)

Kupfer gehört zu den Spurenelementen, die wir unserem Körper regelmäßig zuführen müssen. Es ist wichtiger Bestandteil von Enzymen, beispielsweise beim Eisenstoffwechsel, und ist beteiligt an der Bildung der roten Blutkörperchen.

Unser Körper enthält durchschnittlich 100 Milligramm Kupfer. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) benötigen Jugendliche und Erwachsene pro Tag 1,0 bis 1,5 mg Kupfer. Laut Schätzungen nehmen wir vermutlich 2 bis 4 mg pro Tag zu uns, so dass ein Mangel selten ist. Eine Tafel Schokolade enthält beispielsweise circa 12,5 Milligramm Kupfer und damit rund das Zehnfache unseres Tagesbedarfs.

Diese Kupfer-Werte gelten als normal

Kupfer ist im menschlichen Organismus Bestandteil wichtiger Enzyme und wird vorwiegend in der Leber gespeichert.

Frauen

76-152 μg/dl

Männer

70-140 μg/dl

Eventuell gelten jedoch für die Methode/das Analysegerät, mit dem Ihre Werte bestimmt wurden, davon abweichende Normalwerte. Ratsam ist es deshalb, sich dort zu erkundigen, wo die Werte ermittelt wurden, wie die zugehörigen Normalwerte lauten.

Wenn Ihr Kupfer-Wert niedriger liegt...

dann kann dies auf der Ernährung oder auf Krankheiten beruhen. Wer zum Beispiel über einen längeren Zeitraum künstlich ernährt wurde (parenteral oder über Sonde), kann einen zu niedrigen Kupferspiegel aufweisen. An Krankheiten kommen insbesondere das Menkes-Syndrom oder das Wilson-Syndrom in Betracht. Bei Letzterem handelt es sich um eine angeborene Stoffwechselerkrankung, bei der übermäßig große Mengen an Kupfer in der Leber gespeichert werden.

Sehr selten kann der niedrige Kupferspiegel auch auf einer familiären Hypokuprämie beruhen. Auch eine monatelange Selbstmedikation mit Zink in einer Dosierung von 50 mg/Tag oder mehr kann infolge einer dadurch verursachten Aufnahmestörung beim Kupfer zu erniedrigten Werten führen. Zu Kupferverlusten kann es auch durch Blutverluste kommen. 

Ein Kupfer-Mangel ruft eine bestimmte Form der Blutarmut hervor. Darüber hinaus kann es zu einem Mangel an weißen Blutkörperchen kommen sowie Knochenbrüchen infolge Osteoporose. Auch Gefäßrisse, Erweiterung von Blutgefäßen, Störungen der Bindegewebsfunktion, verringerte Pigmentation von Haut und Haaren sowie Nervenstörungen sind möglich.

Doch auch ein Zuviel an Kupfer ist ungesund. So wird ein stark erhöhter Kupfergehalt des Trinkwassers mit Leberschäden bei Säuglingen in Verbindung gebracht. Allerdings sind Überdosierungen und Vergiftungen mit Kupfer selten, weil der Organismus einen Überschuss ausscheidet.

Wenn Ihr Kupfer-Wert erhöht ist...

dann kommen viele verschiedene Ursachen in Betracht. So ist zum Beispiel der Kupferwert im letzten Drittel einer Schwangerschaft sowie bei der Einnahme von Östrogenen und hormonellen Verhütungsmitteln erhöht. Auch eine kupferhaltige Ernährung kann die Werte beeinflussen. Besonders kupferreich sind Leber, Vollkornbrot und Steinpilze. An Krankheiten kommen u.a. in Betracht: Infektionen, Leberschädigungen, bestimmte Tumore, Bauchspeicheldrüsenschwäche, Leukämie und Blutarmut.

In allen Fällen wird Ihr Arzt voraussichtlich gezielte Untersuchungen veranlassen, um die genaue Ursache herauszufinden.

Diese Lebensmittel enthalten besonders viel ...

Fleisch

Innereien (vor allem Leber und Niere)

Fisch

vor allem Austern, auch Seefisch, Muscheltiere

Nährmittel

Vollkornprodukte

Süßes

Schokolade (vor allem Milchschokolade)

Milchprod.

Käse

Gemüse

Erbsen, Linsen, Bohnen, Champignons, Pfifferlinge, Butterpilze

Obst/Nüsse

Nüsse, Sonnenblumenkerne, Trockenobst (Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen)

Getränke

Portwein, Sherry, Kaffee, Tee

Gewürze

Petersilie

Sonstiges

Hefe, Kakaopulver

 

 

Letzte Aktualisierung: 18.09.2017
 
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Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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