Arthrose: Gelenkprobleme durch Bewegungsmangel - Was hilft wirklich? (Teil 1)

Dr. Krapf

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© Igor Mojzes - fotoliaArthrose-Patienten sollten auf eine ballaststoff- und basenreiche Ernährung achten! (© Igor Mojzes - fotolia)Unsere Lebensweise ist geprägt durch Fehlbelastung, Fehlernährung, Stress und Bewegungsmangel. Der deutsche Bundesbürger läuft weniger als 1000 Meter pro Tag, die Folgen sind Gelenkprobleme (Arthrose).

Fast die Hälfte der 35-jährigen und nahezu alle über 55-jährigen sind von Gelenkverschleiß (zunehmende Knorpelschäden) betroffen.

Der Prozess der Arthrose-Entwicklung vollzieht sich hierbei oft über Jahre:

Der Verschleiß des Gelenkknorpels bleibt häufig unbemerkt, da er meist erst im Endstadium Schmerzen verursacht.

Der festgestellte Grad des Knorpelschadens bestimmt jedoch die Behandlungsmöglichkeiten.

Bei Gelenkproblemen den Teufelskreis durchbrechen

Im Frühstadium kommt es zu Schäden im Knorpelüberzug. Es treten zunehmend Knochenveränderungen auf und es kommt zu Anlauf- und Belastungsschmerzen.

Die Folgen sind zunehmende Schmerzen, Rötungen, Schwellungen und Überwärmung des Gelenkes. Es kommt außerdem zum Voranschreiten der Knorpelschäden.

Hier gilt es, den Teufelskreis zu durchbrechen! Dies gelingt mittels geeigneter Therapiemaßnahmen.

Naturheilmittel in der Orthopädie                                   

Heutzutage besteht ein wachsendes Bedürfnis nach Naturheilkunde. Gerade bei unfallbedingten, entzündlichen und verschleißbedingten Prozessen des Stütz- und Bewegungsapparates bestehen bereits gute Erfahrungen.

So setzen Olympia- und Nationalmannschaftsärzte auf biologische Heilmittel. Auch Patienten mit Durchblutungsstörungen, wie etwas Schwindel oder Tinnitus, können effektiv naturheilkundlich und ohne unerwünschte Nebenwirkungen behandelt werden.

Durch eine Mikrozirkulationstherapie werden der Blutfluss sowie die Sauerstoffversorgung verbessert. Hier ist hervorzuheben, dass die Therapien mit großer Sicherheit sowie einer guten Verträglichkeit abgeschlossen werden.

So bekämpfen sie den Gelenkverschleiß

Ziel einer konservativen Therapie ist die Verminderung und Beseitigung des Arthroseschmerzes sowie die Verzögerung der Arthrosefortschreitung.

Eine entscheidenden Bedeutung kommt hierbei den nichtmedikamentösen Therapie mit Physiotherapie (zum Beispiel Knieschule), Fitness-Training, Knorpelregeneration (MBST, Hyaluronsäure), Ernährungsumstellung (ggf. auch sinnvolle Nahrungsergänzung), Gewichtsreduktion sowie der Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln zu.

Oftmals werden auch physikalische und physiotherapeutische Behandlungsmaßnahmen, Magnetfeldtherapien, Hyaluronsäurespritzen sowie knorpelschützende Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.

Vitalstoffe für das Arthrosegelenk

Der Knorpel überzieht die Gelenkoberfläche, sorgt für die Beweglichkeit der Gelenke und puffert Stöße ab. Knorpel besteht aus „lebenden“ Knorpelzellen und aus der von ihnen gebildeten, außerhalb dieser Zellen gelegenen, sogenannten Matrix.

Diese verfügt über die wichtigen Bestandteile Chondroitin und Glucosamin, welche einen Teil der benötigten Hyaluronsäure bilden. Im Alter nimmt die Knorpelzellzahl ab und damit die Funktionsfähigkeit des Knorpels.

Viele Studien zeigen, dass durch eine regelmäßige Einnahme von Glucosamin und Chondroitin, ebenso durch die Einnahme von Hyaluronsäure eine Schmerzverminderung und Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit sowie Verlangsamung des Fortschreitens einer bestehenden Arthrose erreicht werden kann.

Zur Schmerzreduktion und Besserung der Gelenkbeweglichkeit kann auch eine spezielle Trinkgelatine, die in ihrer Zusammensetzung der Aminosäuren des Gelenkknorpels, des Bindegewebes sowie der Knochen ähnelt, führen.

Ein weiterer Knorpelabbau kann außerdem durch den Einsatz von Hyaluronsäure gehemmt werden. Die hierbei ins Gelenk gespritzte Hyaluronsäure sorgt für eine neue „Schmierung“ und ist mit einem Ölwechsel beim Auto vergleichbar.

Phytotherapie

© fotolia-77078216-HenrieDie unterschiedlichen Krankheitsbilder von Arthrose. (© fotolia-77078216-Henrie)Die Phytotherapie ist eine der ältesten Therapieformen. Arzneimittel sind hier ausschließlich Pflanzen, Pflanzenteile oder pflanzliche Bestandteile:

  • Die Weidenrinde wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.
  • Eine Kombination aus Zitterpappelblättern, Eschenrinde und echtem Goldrutenkraut findet bei Weichteilrheuma Anwendung.
  • Die Pestwurz wirkt entkrampfend und wird zur Therapie bei Rückenbeschwerden, Spannungskopfschmerzen oder Migräne eingesetzt.
  • Unterstützend kann hier ein „Arthrose-Tee“ wirksam sein.

Hervorzuheben ist hierbei vor allem die Sicherheit und die gute Verträglichkeit der Produkte.

Enzymtherapie bei Arthrose

Arthrose-Patienten, die eine Langzeittherapie mit nichsteroidalen Antirheumatika (NSAR), wie Diclofenac - die zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden -, nicht anwenden wollen oder nicht vertragen, hilft oftmals eine Enzymtherapie weiter.

Diese eignet  sich jedoch nicht nur für die antientzündliche und schmerzlindernde Behandlung bei Arthrose. Pflanzliche Enzyme werden schon lange in der naturheilkundlichen Behandlung eingesetzt:

Die pflanzlichen Enzyme Bromelain (Ananasextrakte) und Papain (Obstfrucht Papaya) wirken entzündungshemmend, abschwellend und gerinnungshemmend.

Diese Enzyme sind außerdem hilfreich bei Entzündungen und akuten schmerzhaften Phasen von abnutzungsbedingten Knochen- und Gelenkbeschwerden, ganz ohne Nebenwirkungen auf den Magen- und Darmtrakt.

Gerade ältere Patienten mit Kontraindikationen (Magen, Darm, Niere, Herz) auf herkömmliche Schmerzmittel können hiervon profitieren.

Ernährung: Das sollten Arthrose-Patienten beachten

Eine vollwertige, ballaststoff- und basenreiche Mischkost sollte im Vordergrund stehen:

Der Verzehr von fetten tierischen Lebensmitteln mit hohem Gehalt an Arachidonsäure, die als Ausgangssubstanz für Entzündungen dient (Schweineleber, Leberwurst, Fleisch) sollte eingeschränkt werden.

Ebenso sollte man auf eine purinarme Ernährung achten (weniger Fleisch, Erbsen). Selbst leichte und mittlere Harnsäureerhöhungen, die in der Regel noch keinen Gichtanfall auslösen, können die Entzündungsbereitschaft erhöhen.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und frisches Vitamin C- haltiges Obst sind hilfreich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


29.09.2017 - 21:19 Uhr

Die Wirksamkeit der Einnahme von Chondroitin und...

von K. Meyer

... Glucosamin ist nicht bewiesen.

Dr. Krapf

Antwort vom Autor am 02.10.2017
Dr. med. Wolfgang-Peter Krapf

In den … Empfehlungen der Europäischen Rheumaliga EULAR zur Gonarthrose wurde der Behandlung … mit den Knorpelaufbausteinen Glucosamin- und Chondroitinsulfat der höchste Evidenzgrad 1 A zuerkannt. (Ärztezeitung) Laut RheumaManagement, Mitteilungsorgan des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen e.V., Ausgabe Juli/Aug 2017 heißt es unter der Überschrift: Gonarthrose: Chondroitinsulfat zeigt sich Celecoxib ebenbürtig.


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