Hypercholesterinämie - 4 Tipps, auf die Sie selbst achten können

Die Tabelle stellt Empfehlungen dar und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. (© Biesalski)

Eine Hypercholesterinämie beeinflusst maßgeblich das Risiko einer Arteriosklerose und damit auch für einen Herzinfarkt. Über- oder Fehlernährung sind mögliche Ursachen für einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut. Weiterhin ist die vererbte, familiäre Hypercholesterinämie ein Auslöser. Je nach Ursache der Hypercholesterinämie und Lebensstil der betroffenen Person werden Art und Ausmaß der Therapie festgelegt.

Doch wie kann man mit seinem eigenen Essverhalten diese Diagnose beeinflussen? Werden folgende vier Tipps bei der Lebensmittelauswahl beachtet, ist dies der erste Schritt für eine fettmodifizierte Ernährung in die richtige Richtung.


1. Essen Sie weniger gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren werden überwiegend mit tierischen Lebensmitteln (z.B. Milch, Butter, Sahne, Fleisch, Wurstwaren) zugeführt. Sie sind aber auch in Kokosfett enthalten. Ein Blick auf das Etikett lohnt sich! Bevorzugen Sie das Produkt, das weniger gesättigte Fettsäuren pro 100g enthält.

Generell sollten fettreiche tierische Lebensmittel gegen fettärmere Sorten ausgetauscht werden (z.B. Milchprodukte mit 0,3-1,5% Fett pro 100g und Käse mit max. 30-40% Fett i.Tr.). Schokolade, Kuchen und Gebäck enthalten ebenso größere Mengen an gesättigten Fettsäuren. 


2. Meiden Sie trans-Fettsäuren

Trans-Fettsäuren bilden sich aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren bei der industriellen Verarbeitung sowie beim Erhitzen von Fetten und Ölen und durch die Pansenflora von Wiederkäuern. Das bedeutet, dass trans-Fettsäuren in geringen Mengen natürlicherweise in Fleisch und Milchprodukten dieser Tiere enthalten sind. Blätterteig, frittierte Speisen, Kartoffelchips sowie Fertigprodukte sind reich an trans-Fettsäuren und sollten - wenn überhaupt - nur in kleinen Mengen gegessen werden.


3. Bevorzugen Sie einfach ungesättigte Fettsäuren

Raps- und Olivenöl sind reich an einfach ungesättigten Fettsäuren, sowie fettreiche Salzwasserfische wie Lachs, Makrele, Hering und Thunfisch.


4. Ein Blick auf die Cholesterin-Zufuhr lohnt sich

Streichen Sie fettreiche tierische Lebensmittel und Innereien so gut es geht von Ihrem Speiseplan. Pro Woche können Sie zwei Eier essen. Bevorzugen Sie Kuchen aus Hefeteig statt aus Rührteig.

Durch eine fettmodifizierte Ernährung, wie oben allgemein beschrieben, können der Blutfettwerte bei Hypercholesterinämie oft nachhaltig gesenkt werden. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen, um Ihre individuelle Reaktion auf Ernährungsmaßnahmen zu prüfen und die Ernährung optimieren zu können.

Sprechen Ihre Werte auf eine reine Ernährungs- und Bewegungstherapie nicht ausreichend an, kann je nach Ursache und Ausmaß der Hypercholesterinämie eine zusätzlichen Medikamenteneinnahme erforderlich sein. Eine Lebensstilmodifikation, bestehend aus einer energieangepassten und fettmodifizierten Ernährung sowie mehr Bewegung, ist unabhängig von der Höhe der Cholesterinwerte allerdings in jedem Fall sinnvoll und erstrebenswert. 


Quellen:

Biesalski, H., K., Bischoff, S., C. & Puchstein, C. (2010). Ernährungsmedizin. Nach dem neuen Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.
Och, U. (2018). Ernährungstherapie bei Hypercholesterinämie. Ernährungs Umschau, S.73 (11).

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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