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Rudern fördert Herz und Haltung

Dr. Leithäuser

von
verfasst am

©Christian Schwier - fotoliaRudern fördert sowohl Ausdauer als auch die Kraft (©Christian Schwier - fotolia)Dieser Artikel soll nicht in erster Linie für den Sport auf dem Wasser werben (in zweiter Linie natürlich doch, denn diese Kombination von Bewegung und Naturerlebnis ist großartig). Rudern kann man aber auch auf dem Trockenen. Es geht hier um die Effekte des Ruder-Trainings für die Gesundheit.

Evolutionäre Entwicklungen fordern unseren Körper

Was ist wichtiger für den Körper: Ausdauer oder Kraft? Zur Beantwortung dieser Frage werfen wir einen kurzen Blick zurück weit in die Vergangenheit. Die Vorfahren des heutigen modernen Menschen waren Nomaden. Sie ernährten sich von der Jagd. Schusswaffen zur Überwindung einer Distanz zwischen Jäger und Gejagtem gab es nicht. Man konnte werfen oder schlagen, um ein Tier zu erlegen. Das Beutetier flüchtete oder ging zum Gegenangriff über. Die Urmenschen mussten also hinterher laufen oder sich selbst wehren. Dazu brauchten sie Ausdauer und Kraft. Der Körper des Menschen ist seit diesen Urzeiten für diese Lebensführung ausgestattet. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Im Verhältnis zur Körpergröße kann sich der Mensch wie kaum ein anderes Lebewesen über eine lange Zeit sehr schnell fortbewegen und entwickelt dazu eine große Kraft. In der weiteren Entwicklung lernte der Mensch Nutzpflanzen, vor allem Getreide, zu kultivieren und für die Ernährung zu nutzen. Darin ist in wenig Masse viel Energie enthalten und man muss dem Korn nicht hinterher laufen. Heute kommen die Lebensmittel mit dem Lieferservice zu uns, wenn wir es so wollen. Wir verrichten geistige Arbeit und für die Wege nutzen wir Fortbewegungsmittel. Unsere seit tausenden von Jahren vorhandenen körperlichen Anlagen werden nicht deshalb mehr genutzt. Wir werden deutlich älter als die damaligen Menschen und daher hat so manch einer schon im vierten Lebensjahrzehnt keine Reserven mehr. Dann kommen die Medikamente, am häufigsten gegen den hohen Blutdruck, die Arterien verkalken, und noch später reicht die Kraft dann nicht mehr für das Allernötigste. Wir können unser eigenes Körpergewicht nicht mehr tragen, stürzen, brechen uns die Knochen und verlieren unsere Autonomie, weil wir von der Hilfe anderer abhängig werden.

Beim Rudern gleichzeitig Ausdauer und Kraft trainieren

Aus vielen Untersuchungen ist bekannt, dass wir die durch unser modernes Leben verloren gegangene regelmäßige Belastung von Muskeln, Skelett- und Herz-Kreislauf-System durch Sport ausgleichen müssen, um gesund und kräftig zu bleiben. Aber wie gelingt das am besten unter dem Zeitdruck der Verpflichtungen in Beruf und Familie? Wie bei kaum einen anderen Bewegungsform werden beim Rudern Ausdauer und Kraft gleichermaßen trainiert. Rudern beansprucht mehr als 80% der Körpermuskulatur und bringt dadurch das Kreislaufsystem und der Stoffwechsel auf Touren, um diese Muskelmasse mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Dabei lässt sich die Trainingsleistung insbesondere mit den heute verfügbaren Rudergeräten mit gleichzeitiger Überwachung der Pulsfrequenz über eine große Spanne individuell dosieren. Rudern ist sowohl Hochleistungssport als auch für die Rehabilitation von Herzkranken mit niedrigstem Belastungsniveau effektiv einsetzbar. Bei Diabetikern verbessert sich die Regulation der Blutzuckerwerte, Medikamente oder Insulin können eingespart werden. Gleiches gilt für den Cholesterinspiegel. Das System der Stresshormone wird ebenso intensiv angesprochen. Konsequente Regelmäßigkeit führt dabei zum Stressabbau und einer ausgeglichenen Psyche.

Eine professionelle Einweisung ist unbedingt nötig

Die Koordination der Bewegungsabläufe beim Rudern ist allerdings gerade für Ungeübte nicht einfach zu erlernen. Eine Einweisung durch einen Trainer oder entsprechend erfahrenen Physiotherapeuten ist unbedingt zu empfehlen. Besteht bereits eine Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankung, sollte in einer vorherigen ärztlichen Untersuchung das Belastungsniveau für den Beginn des Trainings festgelegt werden. Schwerer Erkrankte, die einer möglichen Gefahrensituation auf dem Wasser nicht gewachsen sein könnten, sollten sich ausschließlich auf das "Trocken-Rudern" beschränken und die Natur beim Spazierengehen genießen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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