Schmerzlinderung durch knorpel- und knochenfreundliche Ernährung (Teil 3)

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Omega-3-Fettsäuren
Von Nutzen ist insbesondere bei Gelenkreizungen eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, die besonders reichlich in Kaltwasserfischen, wie Lachs und Hering enthalten sind. Omega-3-Fettsäuren mit ihren wirkungsvollen Bestandteilen EPA und DHA, sind der natürliche Gegenspieler der Arachidonsäure und hemmen die körpereigene Bildung der Entzündungsbotenstoffe. Hierdurch kann - durch Studien belegt - der Bedarf an Schmerzmitteln und den damit verbundenen Risiken für Herz und Magen reduziert werden. Wichtige pflanzliche Quellen sind Raps-, Walnuss- und Leinöl, während Distel- oder Sonnenblumenöl eher den ungünstigen Überschuss an Omega-6-Fettsäuren verstärken.

Homocystein
Auch viele andere Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente üben eine Wirkung auf den 
Knochenstoffwechsel aus. Hier gilt es eine ausreichende Versorgung mit Folsäure (Vitamin B9) und Cobalamin (Vitamin B12) sicherzustellen. Eine unzureichende Zufuhr an diesen beiden Vitaminen geht mit erhöhten Homocysteinspiegeln einher. Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die nicht am Aufbau von Eiweißen beteiligt ist. Der Homocysteinwert lässt Rückschlüsse auf die Versorgung der Körperzellen mit B-Vitaminen zu. Erhöhte Homocysteinwerte sind ein schwerwiegender Risikofaktor für osteoporosebedingte Knochenbrüche. Darüber hinaus konnte nachgewiesen werden, dass unabhängig vom Homocystein eine direkte Beziehung zwischen dem Vitamin B9 bzw. dem Vitamin B12 und der Knochendichte besteht.

Vitamin B9 ist licht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich sowie gut wasserlöslich Daher sollte zu intensives Wässern und zu lange Lager- und Kochzeiten der Nahrungsmittel vermieden werden. Der Tagesbedarf beträgt 400 μg. Empfehlenswerte Lebensmittel sind u.a. Leber, Spinat, Brokkoli, Spargel und Rosenkohl.

Vitamin B12
Vitamin B12 wird ausschließlich von Mikroorganismen hergestellt. Auch beim Menschen kommen diese Mikroorganismen im Darm vor und produzieren dort das wichtige Vitamin B12. Der empfohlene Tagesbedarf von 3 μg kann bereits durch 5g Leber, 30g Hering oder 150g Rindfleisch gedeckt werden. Bei mangelhafter Aufnahmefähigkeit im Magen-Darm-Trakt fehlt im Magensaft der sogenannte „intrinsic factor“, ein Eiweiß, das von den Belegzellen des Magens produziert wird und für die Vitamin B12-Aufnahme unabdingbar ist. Nach einer Magenresektion oder bei einer Autoimmunkrankheit des Magens ist die Aufnahme des Vitamin B12 kaum möglich, ebenso bei schwerer Entzündung des Darms, insbesondere dem Morbus Crohn. Ein Mangel findet sich auch bei veganer Ernährung oder bei Einnahme von Magenschutzmitteln sowie Diabetesmitteln (Metformin).

Vitamine und Mineralien
Vitamin K (Grünkohl, Spinat, Rosenkohl u.a.) hemmt die Kalziumausscheidung über die Nieren und fördert den Kalziumeinbau in den Knochen. Die DGE empfiehlt mind. 65 µg täglich für Frauen (ab 51 Jahren) und 80 µg für Männer. 65 µg Vitamin K entsprechen ca. 10g Grünkohl, 20g Spinat, 60g Kopfsalat oder 150g Spargel. Aufgrund der Hitzestabilität der Vitamin K-Gruppe treten beim Zubereiten nur wenige Vitaminverluste auf. Vitamin K ist auch gegenüber Sauerstoff stabil, wird aber unter Einstrahlung von Licht inaktiv und verliert schnell seine Bioverfügbarkeit. Von Bedeutung für unseren Stoffwechsel sind das Vitamin K1 und K2. Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt in den Grünpflanzen als normaler Bestandteil des Fotosyntheseapparates vor. Vitamin K2 (Menachinon) wird von Bakterien auch im Darm des Menschen produziert. Es kann laut neuerer Studien vom Menschen in begrenzter Menge aus dem Vitamin K1 hergestellt werden. Vitamin K2 ist ein Kofaktor des Osteocalcins, das für die Knochenmineralisation eine zentrale Rolle einnimmt. Ein Mangel an Osteocalcin ist mit einer geringeren Knochendichte und einer erhöhten Gefahr für Knochenbrüche verbunden. Vorsicht: Vitamin K hebt die Wirkung gerinnungshemmender Medikamente (Marumar) auf.

Hier geht es zum vierten Teil des Artikels.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (4)

Siegfried, 15.07.2014 - 16:12 Uhr

Einmal Spritz Monovisc 4 ml oder drei Spritzen a 2ml Hyaluronsäure in den Kniespalt? was ist die erfolgreichere Methoden?

Antwort von Dr. med. Wolfgang-Peter Krapf, verfasst am 05.11.2014

Ich bevorzuge Go On. 5 Spritzen!

marlene, 10.06.2014 - 17:18 Uhr

Mein Sohn hatte eine Knorpelverletzung im Knie, die an der Orthopädischen Klinik Hellersen (Lüdenscheid) durch eine Operation behoben werden sollte. Dabei sollte die Flüssigkeit aus der angebohrten Kniescheibe zu einer Knorpelbildung beitragen. Nach einer intensiven Rehabehandlung wollte er nun wieder ins Fußballtraining einsteigen. Leider mit keinem großen Erfolg. Die Beschwerden im Knie sind auch unter normaler Belastung (knieen, Treppensteigen usw.) vorhanden. Die Diagnostik der Kontrolluntersuchung war Muskelaufbau vorantreiben. Befriedigt aber nicht wirklich, da dies sehr intensiv schon betrieben worden war. Könnten Sie uns weiterhelfen oder eine entsprechende Empfehlung aussprechen. Wir wohnen in Menden, würden allerdings auch eine Anreise in Kauf nehmen. Vielen Dank. Gruß Marlene

Antwort von Dr. med. Wolfgang-Peter Krapf, verfasst am 14.06.2014

Als Orthopäde mit der Zusatzqualifikation Naturheilverfahren, Ernährungsmedizin mit der Zertifizierung Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin BDEM, Osteologe mit der Zertifizierung ambulantes osteologisches Schwerpunktzentrum und der Zertifizierung Arthrosezentrum DGFAM habe ich diesen Artikel aus naturheilkundlicher, ernährungsmedizinischer und osteologischer Sicht verfasst. Da eine erforderliche ganzheitliche Beratung in meiner “normalen“ Sprechstunde nicht geleistet werden kann, verweise ich auf meine Homepage. Hier finden Sie die Vorträge zu diesem Thema in der Praxis sowie den umliegenden Volkshochschulen. Da eine Internetberatung nicht gestattet ist, die Entfernung von Menden doch sehr weit ist und auch eine einmalige Untersuchung mit Behandlung nicht ausreichend sein wird empfehle ich Ihnen eine Behandlung vor Ort. Ernährungsmediziner mit der Spezifizierung finden Sie unter www.bdem.de Osteologen mit der Zertifizierung ambulantes Schwerpunktzentrum unter: www.dv-osteologie.org ? Zentrum Kollegen mit der Zertifizierung Arthrosezentrum: www.dgfamhome.workengine.de ? Arthrosezentrum Suche Selbstverständlich bin ich gerne bereit Ihren Sohn zu untersuchen, möchte jedoch vermeiden, dass Sie auf Grund der langen Anreiße enttäuscht sein könnten. Ich wünsche ihrem Sohn für seine Fußballkarriere jedoch auf jeden Fall alles Gute.

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