Säure-Basen-Haushalt: Lebensmitteltabelle für eine gesunde Ernährung

Der Säure-Basenhaushalt sorgt für ein ausgeglichenes Milieu im Magen (© yuriyzhuravov - fotolia)

Unsere Vorfahren ernährten sich von Früchten und Blättern und nahmen selten Fleisch zu sich. Damit nahmen sie nicht nur wesentlich mehr Ballaststoffe zu sich als wir heutzutage, sondern vor allem einen großen Anteil basischer Stoffe.

Durch unsere "moderne" Ernährung mit viel Eiweiß und Getreideprodukten hat sich die Säure-Basen-Bilanz hin zum Sauren verschoben. Nach Meinung mancher Fachleute gehen viele degenerative und entzündliche Erkrankungen auf dieses Stoffwechsel-Ungleichgewicht zwischen Säuren und Basen in unserem Körper zurück.

Ein Maß für die Basizität/Acidität ist der so genannte pH-Wert. Er wird im Körper normalerweise in strengen Grenzen konstant gehalten, weil viele Stoffwechselschritte nur bei einem bestimmten Wert optimal ablaufen können. Der pH-Wert des Blutes zum Beispiel wird mit Hilfe bestimmter Puffersysteme auf exakt 7,37 -7,43 eingestellt. Auch für das Gewebe und die Muskulatur sowie für alle Körperflüssigkeiten gelten strenge pH-Grenzen, die laufend überprüft und bei Bedarf wieder hergestellt werden. Die dabei anfallenden überschüssigen Säuren scheidet der Körper über den Urin, die Lungen und die Leber aus.

Wenn dauerhaft zu viele Säuren entsorgt werden müssen, kommt es zur Überlastung der Puffersysteme und dadurch zu einer so genannten latenten Übersäuerung des Körpers. Der pH-Wert ist dabei nur geringfügig verschoben, aber eben nicht mehr optimal. Die latente Übersäuerung betrifft besonders ältere Menschen, weil ihre Nieren Säuren nicht mehr so effektiv ausscheiden können.

Folgende Erkrankungen werden einer Übersäuerung zugeschrieben:

  • Verdauungsstörungen
  • Gastritis
  • Reizdarm
  • chronische Durchfälle
  • Diabetes mellitus
  • Osteoporose
  • Allergien
  • Arthrose
  • Rheuma
  • Gicht
  • Bandscheibenschäden
  • Gelenkerkrankungen
  • Neurodermitis
  • chronisch-entzündliche Hauterkrankungen
  • Migräne
  • Leberkrankheiten
  • Durchblutungsstörungen
  • Arteriosklerose
  • Herzrhythmusstörungen
  • Koronare Herzkrankheit
  • Krebs

 

Mit folgenden Symptomen kann sich die Übersäuerung äußern:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Antriebsschwäche
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Nervosität
  • Unruhe
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden
  • Immunschwäche und Infektanfälligkeit
  • Appetitmangel
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Haut-, Haar-, Nagelprobleme
  • Rekonvaleszenzstörungen
  • kalte Extremitäten
  • schnelles Frieren
  • nächtliches Schwitzen

Empfehlungen für ein gesundes Säure-Basen-Gleichgewicht

  • Ernährungsumstellung auf basenreiche Kost: 80% der Lebensmittel sollten Basenbildner sein, nur 20% Säurebildner. (Zum Vergleich: die deutsche Durchschnitts-Kost besteht zu 80% aus säurebildenden und nur zu 20% aus basenbildenden Lebensmitteln.) Welche Nahrungsmittel Säure- und welche Basenbildner sind, können Sie der Tabelle unten entnehmen.
  • Ergänzung der Nahrung mit basisch wirkenden Mineralstoffen. Dazu eignen sich fertige Mineralstoff-Mischungen zum Trinken oder besser, dünndarmlösliche Basenpräparate, die einen Säurerebound im Magen verhindern.
  • Ausreichend und regelmäßig Bewegung
  • Rauchen aufgeben
  • Stress vermeiden, für Entspannung und Erholung sorgen
  • Stoffwechselaktivierung durch Kneipp'sche Wasseranwendungen oder Sauna. Dadurch soll die Ausscheidung von Säuren verbessert werden

 

Säurebildende und basenbildende Lebensmittel

stark säurebildend

schwach säurebildend

neutral

schwach basenbildend

stark basenbildend

 

 

 

 

 

Fleisch

Joghurt

Butter

Vollmilch

Obst1)

Fisch

Quark

kaltgepresste Öle

Sauermilch

Sahne

Eier

Vollkornschrot

Walnüsse

Buttermilch

Gemüse2)

Hartkäse

Haselnüsse

Mandeln

Getreidekaffee

Blatt- und Feldsalat

Wurstwaren

Weizenvollkorn

Leitungswasser

Trockenobst

Küchenkräuter, Gewürze

Weißmehlprodukte

Roggenvollkorn

Pflanzenöle

Rübensirup

Kartoffeln

Fleischbrühe

Bier

 

Apfelkraut

Pfifferlinge, Steinpilze

Schokolade

 

 

Vollsojamehl

Molke

Kakao

 

 

Weizen- und Dinkelkeime

schwarzer Tee

Kaffee

 

 

Trockener Wein

stilles Mineralwasser

Zucker

 

 

 

Gemüsesäfte

Erdnüsse

 

 

 

Essig

Paranüsse

 

 

 

 

geschälter Reis

 

 

 

 

hochprozentiger Alkohol

 

 

 

 

zuckerhaltige Getränke

 

 

 

 

1) insbesondere Papaya und Trockenfrüchte. Ansonsten z.B. Ananas, Äpfel, Aprikosen, Bananen, Birnen, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Honigmelone, Johannisbeeren, Kakis, Kirschen, Mirabellen, Nektarinen, Orangen, Pfirsiche, Pflaumen, Quitten, Rhabarber, Zitronen.

2) insbesondere Artischocken, Auberginen, Bambussprossen, Bleichsellerie, Blumenkohl, Brokkoli, Chicoree, Eisbergsalat, Endiviensalat, frische Erbsen, Fenchel, Grünkohl, Gurken, Karotten, Kartoffeln, Knoblauch, Kohl, Kohlrabi, Kürbis, Mangold, Petersilie, Porree, Rettich, Rahmspinat, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkohl, Sauerkraut, Schwarzwurzeln, Sellerie, Sojakeimlinge, Spargel, Spinat, Suppengemüse, Tomaten, Weißkohl, Wirsingkohl, Zucchini, Zuckermais, Zwiebeln.



Literaturquellen


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Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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