Schokolade: gesund oder ungesund?

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Schon die Azteken tranken „xocolatl“, ein Getränk aus Wasser, Kakao, Vanille und Cayennepfeffer, und noch heute, 500 Jahre später, gehört Schokolade zu den beliebtesten Genussmitteln. Ob die süße Last auch gut für die Gesundheit ist, verrät die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Schokolade in Weiß, mit Milch oder als bittere Variante
Schokolade besteht aus den Grundzutaten Kakaobutter, Kakaopulver und Zucker. Milchschokolade und weiße Schokolade enthalten zudem Milchpulver. Lebensmittelrechtlich dürfen weitere Stoffe wie Aromen, Lecithin, bestimmte Speisefette, Nüsse oder Früchte zugegeben werden. Es haben sich fünf Schokoladensorten etabliert: Weiße Schokolade, die kein Kakaopulver enthält, Milchschokolade mit 25 % Kakaoanteil und die dunklen Sorten Zart-, Halbbitter- und Bitterschokolade, deren Kakaoanteil bei 35-70 % Prozent liegt.

Kakao enthält um die 300 wertvollen Substanzen
Schokolade liefert neben Fett aus der Kakaobutter und Kohlenhydraten aus dem Zucker eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die aus der Kakaobohne stammen. Zu den rund 300 Substanzen des Kakaos zählen z. B. Mineralstoffe, die Alkaloide Koffein und Theobromin, Aminosäuren wie Tryptophan, die Amine Dopamin und Serotonin sowie Flavonoide, z. B. Epicatechin. Diese Inhaltsstoffe sind vor allem in dunklen Schokoladensorten mit hohem Kakaoanteil zu finden, weniger dagegen in Milchschokolade, in weißer Schokolade fehlen sie ganz.

Glücklich dank Schokolade?
Die glücklich machende Wirkung von Schokolade ist weitgehend ungeklärt. Zwar enthält Kakao Verbindungen, die als „Glücksbotenstoffe“ im Gehirn vorkommen wie Dopamin und Serotonin, doch ist die Konzentration sehr gering. Auch der Gehalt an Substanzen wie Theobromin oder Anandamid, ein in Cannabis vorkommender Stoff, reicht für eine stimmungsaufhellende Wirkung nicht aus. Glücksgefühle beim Schokolade-Essen werden eher auf das Geschmackserlebnis und auf das zartschmelzende Gefühl im Mund zurückgeführt. Auch der hohe Zuckeranteil und somit die Ausschüttung von Dopamin im Belohnungszentrum des Gehirns kann für ein Glücksgefühl verantwortlich sein.

Senkt dunkle Schokolade den Blutdruck?
Die blutdrucksenkende Wirkung von Schokolade wird den im Kakao enthaltenen Flavonoiden zugeschrieben. So soll z. B. das aus der Untergruppe der Flavanole stammende Epicatechin die Gefäße elastisch halten. Eine Langzeitstudie mit 20.000 Teilnehmern bestätigte 2010, dass die blutdrucksenkende Wirkung von dunkler Schokolade das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vor allem für Schlaganfälle, senken kann.

Fazit: Je dunkler, desto besser, aber auch nur in Maßen
Wer mit Schokolade seiner Gesundheit Gutes tun möchte, sollte eine dunkle Variante wählen, die möglichst viel Kakao enthält. Genießt man ein bis zwei Stückchen Bitterschokolade (5-10g) pro Tag, nimmt man Flavanoide für die Gefäße auf und meidet gleichzeitig ein Zuviel an Zucker und Fett. Kombiniert man die dunkle Schokolade mit einem Stückchen Obst, z. B. ungeschältem Apfel, kommt nochmal eine ordentliche Portion Flavanoide oben drauf. Das süße, zartschmelzende Gefühl einer Milchschokolade sollte man sich für besondere Gelegenheiten aufheben, um sein Gewicht, seinen Blutzucker- und den Blutfettspiegel im gesunden Bereich zu halten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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