Vorsicht Eisen: zu viel ist schädlich!

Dr. Strauven, MSc.

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© Benicce - Fotolia.com© Benicce - Fotolia.comEisenmangel bei jungen Frauen kommt häufig vor. Hauptursache ist die Menstruation. Aber Achtung: Wer achtet schon auf zu viel Eisen? Eisen ist nicht nur vermehrt im Fleisch, sondern auch in Multvitamintabletten oder Multivitaminpulver enthalten.

Die Geschichte der Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose, Herzinfarkt und mehr ...

Plötzlicher Herzinfarkt bei einem jungen Mann von 35 Jahren ohne Fettstoffwechselstörung: Wie geht das? Schuld daran: die erbliche Hämochromatose.
Wer schon von Kindheit an "zu viel Eisen vererbt" bekommen hat, hat ein hohes Risiko. Das "Zuviel" an Eisen setzt sich schließlich auch in die Gefäße oder aber auch andere Organe. Durchblutungsstörungen ereignen sich: bis zum akuten Herzinfarkt in frühen Jahren. Eine Eisenüberladung des Körpers kann aber auch bei Bluterkrankungen auftreten (Porphyrie), bei Alkoholismus u. a. (=sekundäre Eisenspeicherkrankheit). Sogar bei Zöliakie (angeborene Glutenintoleranz) in Verbindung mit besonderen Genmutationen der Hämochromatose (z. B. HEF 2 Gen) kann es Probleme geben. Hier ist eigentlich eher bekannt, dass Zöiakie in den meisten Fällen einen Eisenmangel verursacht ...

Das eiserne Übel sitzt nicht, wie man eigentlich vermutet hat, im Darm, sondern es sitzt in der Leber: die Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose (vererbbar:autosomal rezessiv) ist ein Defekt der Leberzellen (Hepatocyten).
Denken Sie daran, bei einem Routine-Check auch das Speichereisen einmal bestimmen zu lassen: das Ferritin. Es handelt sich hier um eine präventive Untersuchung!

Seit 1996 kennt man den Defekt des fehlerhaften HFE-Gens auf Chromosom 6. Nicht bekannt war bisher, in welchem Organ dieses HFE-Gen aktiv sein muss, um einen Eisenüberschuss im Körper zu verhindern. Auf Veranlassung des HEF-Gens wird das Hormon HEPCIDIN ausgeschüttet, das eine übermäßige Eisenaufnahme des Körpers bei Überangebot im Darm verhindert. Forscher der Universität Heidelberg ist es jetzt gelungen, die Leber als das entscheidende Organ der HEF-Aktivität zu enttarnen! Versuche an Mäusen haben zusammen mit der Molekularbiologie somit einen neuen Therapieansatz für diese eher tückische, verborgene Erkrankung gefunden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (5)


21.02.2018 - 15:58 Uhr

Meine Labor-Werte Hb,Hk,Fe sind viel zu niedrig

von Hans B.

23.11.2017 - 16:05 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Strauven, im Rahmen...

von Michael

... meines jährlichen Checks hatte ich folgende Abweichungen: Billirubin 1,49mg/dl (Norm: 1,20) Eisen: 210 ug/dl (Norm: 168) Ferritin ist mit 216 ng/ml als im Normbereich angegeben (-250). Alle anderen Blutwerte sind in Ordnung, insbesondere auch alle Leberwerte. Transferrin wurde in 2017 nicht abgenommen (vor einem Jahr war der Wert bei isoliert erhöhtem Eisen (193) ok).Ultraschall war völlig ok. CRP lag unter 1. Das kleine Blutbild war ebenfalls völlig ok. Wie erklären sich die isoliert erhöhten Eisenwerte? Diese liegen seit 2013 immer schwankend (erhöht) zwischen 150 und 220. Der Ferritin-Wert war auch in dieser Zeit immer im Normbereich. Deutet das auf eine Krebserkrankung hin? Und ist das behandlungsbedürftig? Mein Hausarzt sieht derzeit keinen Grund für weitere Untersuchungen oder Behandlungen. Wie sehen Sie das? Vielen Dank und beste Grüße

13.06.2016 - 10:14 Uhr

Habe ständig Haarausfall und bin müde. Meine...

von Annett K.

... Transferrin-Sättigung beträgt 12 0/0. Meine Hausärztin meint, dass dies normal sei. An wen könnte ich mich noch wenden?

04.02.2016 - 14:50 Uhr

Seit über einem Jahr liegt mein Ferritin zwischen...

von Ulla Z.

... 480 bis 750. Wer kann mir helfen? Ich weiß nicht mehr weiter! Mein Hausarzt findet das normal, das ist es aber nicht! Ich wäre Ihnen sehr dankbar für einen Rat. Liebe Grüße, Ulla

Dr. Strauven, MSc.

Antwort vom Autor am 09.02.2016
Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Bitte zum Leberspezialisten gehen: 1.Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose durch Gentest ausschließen lassen. Blutbild, Eisen und Transferrin bestimmen lassen. 2. Sonographie der Leber machen lassen (Fiber Scan - Lebergewebsdichte - hat meist nur die Uni-Klinik!) Dann sind Sie deutlich in der Diagnosefindung weiter! Ihr Dr Strauven

27.10.2014 - 12:59 Uhr

Mein Ferritin wurde mit 753 ug/l ermittelt

von Adi


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