Reiten, Handball, Turnen: Diese Sportarten bergen eine hohe Verletzungsgefahr

Dr. Pfeiffer - Privatpraxis

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© shironosov - iStockIhre körperliche Verfassung spielt eine Rolle - nicht jede Sportart ist für jeden geeignet. (© shironosov - iStock)In der orthopädischen Sprechstunde taucht immer wieder die Frage nach der Sporttauglichkeit auf.
Insbesondere bei Patienten, die mit bestimmten Sportarten Probleme haben oder sich beim Sport verletzt haben.

Welche Sportarten sind mit einem hohem Verletzungsrisiko verbunden?

Auch für Kinder und Heranwachsende stellt die regelmäßige Sportausübung zusätzlich zum schulischen Angebot nicht nur wegen der damit verbundenen Verletzungsgefahr eine Herausforderung für den wachsenden Bewegungsapparat dar.

Allgemein sind natürlich die Gefahren bei risikoreichen Sportarten wie Kampfsport, Fußball, Rugby, Hockey, Reiten oder Klettern durch ihre Verletzungshäufigkeit bekannt. Aber auch Handball und Basketball stehen unter den Top Ten der gefährlichsten Sportarten. Ebenso wie Turnen bei Frauen, das mit einer 20-prozentigen Verletzungshäufigkeit an vorderer Front steht.

Der Körper muss die richtigen Voraussetzungen für die Sportart mitbringen

Grundsätzlich empfehle ich bei allen Sportarten, die mehrmals in der Woche und an Wochenenden ausgeübt werden, eine orthopädische oder sportärztliche Untersuchung vornehmen zu lassen.

Ein beispielsweise über 90 kg schwerer Mann sollte Laufsportarten ebenso wie ein 2 Meter großer Mann nur mit Zurückhaltung ausüben. Der erstere wegen des Gewichts, das auf die Knie und Sprunggelenke einwirkt, und letzterer wegen der hohen kinetischen Energie durch die großen Hebel, die auf die Beingelenke einwirken und zu Mikroläsionen des Gelenkknorpels führen können. Hier ist gezieltes Training unter optimaler Muskelanspannung erforderlich, bei dem die Stoßkräfte reduziert werden.

Nicht von ungefähr sehen wir im Profi-Laufsport immer wieder Typen eines Haile Gebrselassie in den Siegerreihen - er war bei 1,64 m etwa 54 kg schwer. Bei dieser Konstitution ist man, wenn keine besonderen Krankheiten bestehen, sicher grundsätzlich für den Laufsport geeignet.

Richtiges Training mit entsprechendem Aufbau von Muskulatur und Kondition sind aus orthopädischer Sicht elementare Voraussetzungen für jeden regelmäßig praktizierten Sport.

Das Alter spielt ebenfalls eine große Rolle. Kinder dürfen beispielsweise nur in eingeschränktem zeitlichen Umfang reiten - wegen der Gefahr von Schäden an der Wirbelsäule. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für kindliches Turnen an Barren und Reck.

Einem über 60-Jährigen wird man nicht zu Sportarten raten, die eine große Herzkreislaufbelastung erfordern oder mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden sind.
So sind in zunehmendem Alter eher Sportarten, die mit einer sanften Dehnung der Sehnen, Bänder und Muskeln einhergehen, ratsam. Dazu gehören Yoga oder Tai Chi, alle Schwimmsportarten und allgemeine Gymnastik.

Vom Tanzen wissen wir, dass - wenn regelmäßig ausgeübt - dementen Hirnerkrankungen vorgebeugt werden kann.

Welche Sportarten sind mit dem geringsten Risiko verbunden?

Grundsätzlich ist jede Frau und jeder Mann ein Einzelfall mit jeweils besonderen Voraussetzungen, die ihn für diesen oder jenen Sport geeignet machen. Das kann im Rahmen einer allgemeinen körperlichen Untersuchung festgestellt werden. Ein erfahrener Mediziner wird die Konstitution erkennen und meist auch ohne Erstellung von Röntgenaufnahmen eine brauchbare Einschätzung vornehmen.

Fußform, Beinachse, Hüftbeweglichkeit und Wirbelsäulenstellung lassen sich gut untersuchen und geben einen ersten wichtigen Hinweis.

Zu den für fast alle Patienten ohne Einschränkung zu empfehlenden gesunden Sportarten gehört sicherlich das Schwimmen und mit leichten Einschränkungen, wegen der damit grundsätzlich verbundenen Verletzungsgefahr, das Radfahren.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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