Babybauch nach der Geburt?

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Oft hält sich ein Babybäuchlein noch Wochen nach der Entbindung. Warum das so ist, was Schwangerschaftsrückbildung bedeutet und was ein Tummy Tuck ist, erklärt folgender jameda Gesundheitstipp.

Die Schwangerschaftsrückbildung dauert etwa neun Monate
Nach der Geburt eines Kindes stellt sich der weibliche Körper langsam wieder auf den Zustand „nicht schwanger“ um. Davon sind vor allem die Organe betroffen, die durch die Schwangerschaft stark beansprucht waren: Bauchdecke, Gebärmutter, Beckenbodenmuskulatur, Vagina, Schamlippen und Hormonhaushalt. Bis der Körper seine ursprüngliche Form und Funktion wieder erreicht hat, dauert es in der Regel noch einmal neun Monate bzw. bis nach dem Abstillen. Auch ist die Rückbildung abhängig vom Alter der Mutter, der Stärke des Bindegewebes, der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft, der Größe des Babys und der Anzahl der schon geborenen Kinder.

Was passiert mit dem Bauch nach der Schwangerschaft?
Direkt nach der Geburt stößt die Gebärmutter die Plazenta (Mutterkuchen) aus und hinterlässt eine innere Wunde. Damit diese wieder verheilt, zieht sich die Gebärmuttermuskulatur stoßweise zusammen: ein manchmal schmerzhafter, aber praktischer Vorgang der Rückbildung, der durch Stillen gefördert wird. Da Bodenbeckenmuskulatur, Bauchhaut und Bauchmuskeln während der Schwangerschaft stark gedehnt wurden, können sich die inneren Organe nach der Entbindung etwas „haltlos“ anfühlen, der Bauch wirkt schlaff und ausgeleiert. Die geraden Bauchmuskeln haben oft sogar einen Spalt entwickelt, den man vom Brustbein bis zum Schambein tasten kann (Rektusdiatese).

Tägliche Gymnastik unterstützt die Rückbildung
Rückbildungsgymnastik sollte auf die verschiedenen Phasen der Rückbildung abgestimmt sein. Bis zur zweiten Woche nach der Entbindung führt man lediglich sanfte Beckenbodenübungen aus, denn nur mit einem gestärkten Beckenboden ist Bauchmuskeltraining sinnvoll. Ab Woche 2 kann das Training für den Beckenboden intensiviert werden, erste Bauchmuskelübungen kommen dazu. Vor allem Übungen, die die schrägen Bauchmuskeln stärken, schließen den Spalt der Bauchmuskeln wieder. Nach der achten Woche ergänzt man Haltungs- und Konditionsübungen. Sechs Monate nach der Geburt kann die Mutter wieder mit dem Sport beginnen. Dabei sollte sie erst einmal Sportarten bevorzugen, die den Beckenboden nicht belasten, z. B. Schwimmen, Walken oder Fahrradfahren.

Flacher Bauch dank Tummy Tuck?
Will sich der Bauch trotz Gymnastik und Sport gar nicht mehr straffen, besteht die Möglichkeit, eine Bauchdeckenstraffung vornehmen zu lassen. Dieser Tummy Tuck (englisch für wörtlich „Bäuchlein-Abnäher“) wird von plastischen Chirurgen in einer Operation unter Vollnarkose durchgeführt. Ärzte empfehlen ihn erst dann, wenn keine weitere Schwangerschaft mehr geplant ist. Er sollte frühestens sechs Monate nach der Entbindung und einige Monate nach dem Abstillen durchgeführt werden. Bei der großen Bauchdeckenstraffung wird die Haut vom Schambein bis über den Nabel vom Gewebe gelöst und nach unten gezogen. Der Hautüberschuss wird entfernt, der Nabel nach oben versetzt. Gleichzeitig können die Bauchmuskeln durch Zusammennähen gestrafft werden. Die kleine Bauchdeckenstraffung entfernt nur Haut unterhalb des Nabels, so dass dieser an seinem ursprünglichen Platz bleiben kann.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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