Besenreiser oder starke Krampfadern? So stellen Ärzte die Diagnose

Frau Giebler

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© dimasimfi_iStockBesenreiser können an heißen Tagen zu Schmerzen führen. (© dimasimfi_iStock)Besenreiser kommen häufiger vor, als Sie denken: Bei sechs von zehn Deutschen zieht sich ein feines Netz bläulich gefärbter Äderchen über einen Teil der Beine. Besenreiser sind zwar harmlos, können aber das ästhetische Empfinden der Betroffenen stören. Erfahren Sie hier, wie die Diagnose gestellt wird.

Was sind Besenreiser?

Besenreiser sind dünne Venen, die sich manchmal leicht von der Haut abheben, bläulich oder violett gefärbt sind und sich wie ein Netz über den Unter- oder Oberschenkel ausbreiten. Dabei handelt es sich um eine Unterform der Krampfadern, die allerdings bei hohen Temperaturen oder nach langem Stehen anschwellen und sogar gelegentlich zu Schmerzen führen können.

Darüber hinaus sind Besenreiser von der Corona phlebectatica paraplantaris abzugrenzen - es handelt sich hierbei um eine Vielzahl von blauen Adern am Knöchel, die auf eine venöse Insuffizienz hinweisen kann. Welches Beinleiden tatsächlich vorliegt, stellt der Phlebologe bei der Untersuchung fest. 

Anamnese und körperliche Untersuchung

Beim ersten Gespräch erfasst der Arzt Ihre Krankengeschichte, um sich ein Bild der Lage zu machen. Vor allem Grunderkrankungen, Bindegewebsstörungen, andere Beinbeschwerden und Besenreiser in der Familie interessieren den Phlebologen.

  • Hatten Sie schon einmal ein Blutgerinnsel?
  • Leiden Sie unter Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen?

Im Anschluss folgt die Untersuchung, bei der sich der Arzt zunächst Ihre Beine und andere betroffene Körperregionen ansieht. Oft sind Besenreiser allein durch ihre äußere Erscheinung zu erkennen. Bei einer Tastuntersuchung prüft der Arzt schließlich, ob der Blutfluss in Ordnung ist oder ob sich das Blut an den Knien oder Knöcheln staut. Geschwüre durch Venen- oder Lymphstau müssen ausgeschlossen oder behandelt werden.

Besenreiser oder Krampfadern?

© fotolia-113451384-KurhanSprechen Sie mit Ihrem Phlebologen/ Ihrer Phlebologin über passende Behandlungsmöglichkeiten. (© fotolia-113451384-Kurhan)Um auszuschließen, dass Sie neben Besenreisern auch Krampfadern haben, muss eine Sonographie durchgeführt werden. Mittels Doppler- oder Duplex-Ultraschall sieht der Arzt, wie Venenwand und -klappen beschaffen sind und wie der Blutfluss in den Gefäßen verläuft.

Um weitergehende Störungen des Venensystems oder des arteriellen Systems festzustellen, lässt der Phlebologe die Ultraschallsonde von außen über die Haut gleiten. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Die Farbduplex- und die Doppler-Sonographie sind Standarduntersuchungsverfahren bei Besenreisern und Krampfadern. Besenreisern liegt zwar eine Venenschwäche zu Grunde, aber sie stellen kein Gesundheitsrisiko dar. Deshalb gilt die Behandlung als kosmetische Leistung, die von den Krankenkassen in aller Regel nicht übernommen wird.

Wie geht es nach der Diagnostik weiter?

Die Duplexsonographie dient nicht nur der Diagnostik, sondern auch der Therapieplanung. Es gibt mehrere Verfahren, um Besenreiser zu entfernen: Als Gold-Standard gilt die Verödung mit dem Medikament Polidocanol, das in Form einer Mikroschaumverödung angewandt wird.

Dies hat den Vorteil einer nachhaltigeren und vollständigeren Besenreiserentfernung, außerdem können auch größere störende Varizen mittels Schaumverödung behandelt werden. Bei ganz zarten Besenreisern kann ebenfalls die Lasertherapie in Betracht kommen.

Sie ziehen einen Arztbesuch in Erwägung, um Ihre Besenreiser entfernen zu lassen? Oder Sie befürchten, es könnte sich doch auch um eine Venenschwäche mit Krampfadern handeln?

Für die phlebologische Diagnostik und Therapie ist es ratsam, einen Experten zu wählen, der sich auf Besenreiser und Krampfadern spezialisiert hat.

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