Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. Tomas Heinrich

Dr. Heinrich

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© HeinrichHerr Dr. Heinrich praktiziert als Gynäkologe in Frankfurt. (© Heinrich)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. Heinrich interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Gynäkologe.

jameda: Herr Dr. Heinrich, was hat sie motiviert, Gynäkologe zu werden?

Herr Dr. Heinrich: Mir war schon seit vielen Jahren vor dem Abitur klar, dass ich Arzt werden wollte. Wissenschaftliches und zugleich manuelles, körperliches Arbeiten, z.B. als Chirurg, hat mich schon immer fasziniert. Die Gynäkologie hat mich dabei deswegen am meisten interessiert, weil es durch konservative und operative Gynäkologie, Geburtshilfe und Endokrinologie das Fachgebiet mit dem breitesten Spektrum ist.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Herr Dr. Heinrich: Freude bringen die Tatsache, dass ich jeden Tag Menschen, die Schmerzen oder ein Problem haben, helfen kann. Außerdem kann ich anderen Menschen, die Angst vor einer Operation haben, eventuell diese Ängste nehmen. Jeden Tag behandle ich mit den modernsten Operationstechniken Krankheiten und Symptome erfolgreich, was vor wenigen Jahren noch nicht denkbar gewesen wäre. So kann ich Patienten mit einem zufriedenen Lächeln und einer Vertrauensbasis aus ihrer Behandlung entlassen. Die Herausforderung dabei ist, dies bei jeder einzelnen Patientin zu versuchen und umzusetzen.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?

Herr Dr. Heinrich Wir wissen, dass es bei manchen Therapien Monate dauern kann, bis man ein Licht am Horizont sieht. Ich finde es hierbei wichtig, dem Patienten dies bereits möglichst im Vorfeld zu skizzieren. Nur wenn man als Patient über alle Fakten aufgeklärt wird, kann man auch eine mündige und selbstbestimmte Entscheidung treffen. Gleiches gilt für Therapiealternativen. Wenn man zusammen ein Ziel definiert hat und den Weg dorthin auch zusammen geht, gibt es hoffentlich dem Patienten ein gutes Gefühl, dies alles nicht allein meistern zu müssen.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Dr. Heinrich: Therapiepläne oder die Entscheidung, eine Operation anzuraten, werden von mir nicht diktatorisch entschieden, sondern mit der Patientin zusammen entwickelt. Ich sehe mich hier als Berater der Patientin. Das hat einen entscheidenden psychologischen Vorteil bereits zu Beginn der Therapie: Die Patientin fühlt sich mitverantwortlich, und das ist auch gut so. Nur wenn man als Team zusammenarbeitet, kann man Ziele erreichen, wie auch im Leben. Wenn eine Patientin dort nicht mehr mitzieht, müssen hierfür sicher die Gründe erörtert werden, von denen ich am Ende wahrscheinlich viele verstehen kann und einige auch nicht. Das muss man aber auch akzeptieren.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Herr Dr. Heinrich: Ich denke, dass es innerhalb des gesamten Systems viele Punkte gibt, die verbesserungswürdig erscheinen. Ich halte aber auch nichts davon, das System maßlos zu kritisieren, denn dafür kenne ich fast kein anderes Land, das nur ein vergleichbares System hat.

© HeinrichHerr Dr. Heinrich in einer Sprechstunde. (© Heinrich)jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Herr Dr. Heinrich: Durch meine Tätigkeiten in verschiedenen Kliniken und ständige Fort- und Weiterbildungen kenne ich viele meiner Kollegen. Ich habe Ärzte kennen gelernt, die überaus sympathisch und emphatisch dem Patienten gegenüber waren, ihnen aber leider die fachliche Komponente oder das manuelle Geschick fehlte. Ebenso lernte ich Kollegen kennen, die zwar fachlich sensationell aufgestellt waren, ihnen aber jegliche menschliche Komponente fehlte. Und dann gab es auch Kollegen, die beides beherrschten. Auch ich versuche jeden Tag, mich darauf zu besinnen, beide Seiten so gut es geht abzudecken, und erfahre natürlich auch, dass ich mich dabei in einem lebenslangen Lernprozess befinde.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Herr Dr. Heinrich: Da ich Medizin auf dem neusten Stand anbieten und betreiben will, versuche ich alle Therapieverfahren, die einen Mehrgewinn für den Patienten bringen und über einen gewissen Zeitraum international wissenschaftlich untersucht wurden, in meiner Praxisklinik zu etablieren. Dazu gehören im Wesentlichen die minimal-invasiven Operationstechniken, die es mir ermöglichen, 80% der in meinem Fachgebiet durchführbaren Eingriffe, ambulant durchzuführen. Wir sind stolz darauf, diese Eingriffe aufgrund der kleinen kosmetisch kaum sichtbaren Schnitte, der kurzen OP-Zeiten und aufgrund der fehlenden Immobilisierung im Prinzip ohne die sonst bekannten Komplikationen wie Wundinfekte, Nachblutungen oder Thrombosen durchführen zu können.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, dass Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Heinrich: Ja, viele!

Zur Person

Dr. med. Tomas Heinrich ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und verfügt über diverse Zusatzqualifikationen. Er ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereinigungen.

Zur Praxisklinik

Das Zentrum für ambulante operative Gynäkologie DR. Heinrich & Kollegen MVZ GmbH ist eine Praxisklinik, in der sich hochspezialisierte Operateure unterstützt von erfahrenen Anästhesisten um das Wohl jeder Patientin kümmern. Dabei ist uns die persönliche Betreuung durch einen Arzt bzw. eine Ärztin wichtig.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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