Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. Lutz Funkeinfo_plain_20gr

Dr. med. Funke hat sich in seiner Praxis auf Gefäßchirurgie spezialisiert. (© Dr. med. Funke)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Lutz Funke interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Gefäßchirurg.

jameda: Herr Dr. med. Funke, was hat Sie motiviert, Arzt zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Dr. med. Funke: Mich motivierte neben dem interessanten und fordernden Studium das hohe Ansehen des Arztberufs. Da man andere Menschen auf hohem Niveau bei der Bewältigung von gesundheitlichen Problemen unterstützen, ihnen oft sogar nachhaltig helfen kann, scheint mir dieses heute noch gerechtfertigt zu sein.

Später wurde mir klar, wie sehr auch der zugewandte und wohlwollende Umgang mit Patienten, Mitarbeitern und ärztlichen Kollegen eine tragende Säule erfolgreicher Behandlung ist. Die Schlüsselqualifikation in der Chirurgie ist allerdings das handwerkliche Geschick. Diese Fertigkeit leitete mich zu meiner Facharztweiterbildung in jenem äußerst vielschichtigen und vielseitigen Zweig der Medizin. Sie führte mich später im Laufe meiner Fort- und Weiterbildungen auch zu meinen Spezialisierungen.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Herr Dr. med. Funke: Ich bin von meiner Ausbildung her ein Allgemein- und Unfallchirurg, der mit über 20 Jahren klinischer Erfahrung fachspezifische Basisdiagnostik und Therapieentscheidungen durchführt. Daher behandle ich trotz meiner Spezialisierung im Rahmen einer Grundversorgung nach wie vor alle Erkrankungen, die mit Eingriffen im Bereich der Kleinen Chirurgie einer Therapie bedürfen.

Dies betrifft die Entfernung von Geschwulsten oder Tumoren der Haut und Unterhaut und des Weichgewebes, wie z. B. von Lipomen, Fibromen, Atheromen. Auch die Behandlung von eingewachsenen Zehennägeln, Abszessen, Zysten oder Lymphknoten gehören zu meinem Leistungsspektrum.

Ferner kümmere ich mich um kleinere Verletzungen, die etwa nach Schul- und Arbeitsunfällen auftreten. Diese Behandlungen führe ich als zugelassener Durchgangsarzt der Berufsgenossenschaften in ihrem Auftrag durch. Zur Diagnostik betreibe ich neben der Sonografie eine Röntgenanlage.

Nach der Übernahme der immer schon phlebologisch ausgerichteten Praxis von meinem Vorgänger, Lehrmeister und Mentor Dr. med. Andreas Kroiß im Jahre 2010 behielt ich die phlebologische Spezialisierung bei.

Allerdings wurde das Spektrum verbreitert und beispielsweise auf die modernen minimalinvasiven Therapieverfahren zur Behandlung von Krampfadern ausgeweitet. Hierzu gehören die endovenösen Laser- oder Radiowellenverfahren zur Behandlung von Krampfadern, aber auch die Flüssig- und Schaumsklerosierungen als ein Verfahren zur Verklebung der Varikose (nach VenaSealTM).

Zudem zählt die Behandlung von Erkrankungen des Enddarms, wie z. B. von Hämorrhoiden, Fisteln und Fissuren wie auch Tumoren am und im Analkanal, zu meinem Leistungsspektrum. Hier kommen ebenfalls moderne minimalinvasive Therapiemethoden (oft mittels Laserunterstützung) zum Einsatz.

Diese Lasertechnik wird schließlich bei einem weiteren Behandlungsschwerpunkt meiner Praxis angewandt: nämlich bei der Therapie des Krankheitsbildes Steißbeinfisteln, Steißbeinabszess, entzündlicher Pilonidalsinus mit Zysten und Fistelgangbildung. Ich betreibe die Praxis mit einem angeschlossenen ambulanten OP-Zentrum, in dem im Rahmen von Voll- oder Teilnarkosen, aber auch in lokaler Betäubung wie auch mit Leitungs- und Tumeneszenzanästhesien in mehreren OP-Sälen täglich Eingriffe ambulant durchgeführt werden.

Impressionen des Venenzentrum Unterfranken (© Dr. med. Funken)

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. med. Funke: Ich nannte ja schon meinen mittlerweile verstorbenen Vorgänger Dr. med. Andreas Kroiß, dem ich fachlich – aber nicht nur fachlich – sehr viel zu verdanken habe, und der eine unglaubliche Ausstrahlung hatte. Er prägte mich nicht nur wegen seines Könnens als Chirurg, sondern vor allem durch seinen humorvollen, emphatischen Zugang zu den Patienten.

 

jameda: Gibt es in der Gegenwart Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. med. Funke: Sicher erleichtern mir meine neuen technische Geräte, z. B. die Venenmessplätze, aber auch meine drei High-End-Ultraschallsysteme und mein Röntgengerät die tägliche Arbeit und helfen bei der Diagnosefindung und Therapie. Trotzdem ist nach wie vor die körperliche Untersuchung und Hinwendung zum Patienten im Ganzen das wichtigste Mittel der Diagnostik und Indikationsstellung zur Ermittlung der jeweils besten Therapieform.

Leider wird es einem durch die Bürokratie von Tag zu Tag schwerer gemacht. Erleichterungen verspreche ich mir durch die Digitalisierung, falls sie den anspruchsvollen Sicherheits- und Qualitätsstandards entspricht. Wir hinken da um Jahre hinterher. Wir gleichen das im Moment noch aus durch exzellente Mitarbeiter, aber der Fachkräftemangel zeigt, dass auch diese Ressource nicht unbegrenzt als Reserve zur Verfügung steht.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. med. Funke: Der medizinische Fortschritt geht weiter. Es werden in Zukunft sicher noch bessere Operationsverfahren entwickelt werden. Hier will ich auf dem Laufenden bleiben, um meinen Patienten die ideale Therapie anbieten zu können, die – individuell abgestimmt – stets die schonendste, sicherste und angemessenste ist und nicht bloß den kleinsten gemeinsamen Nenner zum Ausdruck bringt.

Letztendlich müssen die Eingriffe aber auch entsprechend honoriert werden, um als niedergelassener Arzt kostendeckend arbeiten zu können. Hier setze ich weiterhin auf die Kooperationsbereitschaft der gesetzlichen Krankenkassen, die die Kosten über sogenannte Einzel- bzw. Selektivverträge meist erstatten. Dadurch lassen sich Krankenhausaufenthalte und unnötige Vollnarkosen vermeiden.

Die modernen Therapieformen sind nicht nur vorteilhafter und angenehmer für die Patienten, sondern letztlich auch kostengünstiger für die Krankenkassen. Aber noch nicht alle haben das erkannt. Hier gilt es, gegenüber den Kostenträgern weitere Überzeugungsarbeit zu leisten.

 

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. med. Funke: Dazu will ich mich eigentlich nur sehr ungern äußern. Dies mögen andere beurteilen. Ich versuche, bei meinen Patienten auf Augenhöhe, verständlich, mit Empathie und persönlicher Zuwendung einen individuell abgestimmten Behandlungspfad zu finden, den wir dann gemeinsam umsetzen. Die Resonanz meiner Patienten und ihre Bewertungen im Internet ergeben in der Summe ein recht stimmiges und erfreuliches Bild.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. med. Funke: Ihre mich anspornende Individualität, ihr meist freundlicher und offener Zugang zu meinem Personal und zu mir und letztlich ihr entgegengebrachtes Vertrauen in uns.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. med. Funke: Ich war im Juni 2021 bei der Messerattacke auf dem Würzburger Barbarossaplatz zufällig Ersthelfer. Das werde ich nie vergessen. Die Dankbarkeit, die mir hierfür entgegengebracht wird, ist unbeschreiblich und soll nicht unerwähnt bleiben.


jameda: 
Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Herr Dr. med. Funke: Versuchen Sie, in Bewegung zu bleiben, Ihren Lebensrhythmus zu finden und mit sich selbst im Reinen zu sein.

Zur Person

Vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Person und dem zertifizierten Venenzentrum in Würzburg.

Nachdem ich mein Medizinstudium in Würzburg 1996 abgeschlossen hatte, folgte nach praktischem Jahr und der Assistenzarztzeit meine Facharztausbildung zum Chirurgen im Juliusspital. Dort war ich bis zu meiner Niederlassung zuletzt als Oberarzt tätig.

Ich bin verheiratet, habe vier Kinder und lebe mit meiner Familie in Würzburg. Die gefäßchirurgisch betriebene Praxis durfte ich von meinem verehrten Kollegen, Lehrmeister und Mentor Dr. med. Andreas Kroiß 2010 übernehmen.

Nach wie vor bin ich in den Räumlichkeiten in der Würzburger Kaiserstraße tätig. Diese Praxisräume wurden in der Zwischenzeit umfassend modernisiert und es wurde ein ambulantes OP-Zentrum angeschlossen. Hier sind die komplette Diagnostik und Therapie, wie auch Operationen und ihre Nachbehandlungen an nur einem Ort und aus einer Hand möglich. Das ist mir wichtig.

Zur Praxis

Meine chirurgische Praxis befindet sich in der Würzburger Innenstadt, Kaiserstraße 23-25. Ein Fahrstuhl führt Sie in den ersten Stock. Die über 320 m² großen Räumlichkeiten sind allesamt neu renoviert und neben einer Wartezone und einem großzügigen Empfang in mehrere Behandlungszimmer unterteilt, die vornehmlich zur Diagnostik verschiedener Krankheitsbilder genutzt werden.

Ein Röntgenraum steht zur Zusatzdiagnostik zur Verfügung. In der direkt angeschlossenen Operationsabteilung befinden sich neben Schleuse, Umkleide- und Aufwachraum zwei OP-Säle. Unterstützt werde ich von mehreren Arzthelferinnen (medizinische Fachangestellte) und zwei ärztlichen Kolleginnen.

Frau Dr. Kirsch und Frau Dr. Willems sind Fachärztinnen für Chirurgie mit einer hohen Expertise für die Diagnostik und Therapie aller oben beschriebenen Krankheitsbilder aus unserem Fachgebiet. So aufgestellt kann die Praxis ohne größere urlaubsbedingte Schließungen durchgehend zu den Öffnungszeiten aufgesucht werden.

Wir arbeiten vornehmlich mit festen Terminen, planen aber stets Notfalltermine, die nach Rücksprache mit dem akut zuweisenden Haus- oder Facharztkollegen belegt werden, mit ein. So kommt es nur in Ausnahmefällen zu Wartezeiten. Die Behandlungsschwerpunkte der Praxis sind auf diesem Portal wie auch auf meiner Homepage ausführlich aufgelistet.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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