Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Patricia Diana Frankinfo_plain_20gr

Frau Dr. med. Patricia Diana Frank praktiziert als Frauenärztin in Bocholt. (© Frank)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. med. Patricia Diana Frank interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Frauenärztin.

jameda: Frau Dr. Frank, was hat Sie motiviert, Frauenärztin (Gynäkologin) zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Dr. Frank: Ärztin bin ich geworden, um zu verstehen und helfen zu können. Die Frauenheilkunde und Geburtshilfe haben mich durch ihre vielen Facetten und das große Spektrum begeistert.

Da ich den Wunsch hatte, einen Bereich ganz besonders gut zu beherrschen, habe ich mich auf den Kinderwunsch spezialisiert. Dieser Schwerpunkt hat mich von Anfang an fasziniert.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Dr. Frank: Ich bin Kinderwunschärztin. Zu mir kommen Paare, bei denen dieser Wunsch nicht in Erfüllung geht. Die Gründe dafür sind sehr vielseitig und sehr individuell.

Das begeistert mich. Ich habe die Möglichkeit, meine Patienten zu begleiten, herauszufinden, worin die Hürde besteht, und oft kann ich helfen, siezu überwinden.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Dr. Frank: Mein Hausarzt war mir mit seiner herzlichen Art und seiner professionellen Ruhe, die er intensiv ausstrahlte, schon als Kind ein großes Vorbild. Inspiriert durch ihn stand mein Berufswunsch, Ärztin zu werden, für mich schon mit drei Jahren fest.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Dr. Frank: Die Routine, die wir Corona bedingt alle im Umgang mit Videoanrufen gewonnen haben, hilft uns, unsere Sprechstunde auch flexibel durch Online-Gespräche zu ergänzen. Wir bieten daher mittlerweile sowohl Gespräche vor Ort, als auch online unkompliziert an.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Dr. Frank: Es gibt meiner Meinung nach noch zu viele Paare, bei denen wir keine klare Ursache dafür finden, dass die Patientin nicht schwanger wird oder bleibt. Das frustriert Paare und Ärzte gleichermaßen.

Ich bin davon überzeugt, dass wir noch nicht alle Gründe für ungewollte Kinderlosigkeit kennen. Darin liegt meines Erachtens die größte Herausforderung der Zukunft, hier weitere Ursachen und Therapien zu finden. Um so erfolgreicher und individueller kann eine Therapie sein.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Dr. Frank: Wir haben für die Patienten einen Arzt als Hauptansprechpartner. Mit ihm wird das gesamte Vorgehen ausführlich geplant und auf Fragen zufriedenstellend eingegangen.

Darüber hinaus bieten wir ergänzende Therapien immer nur aufgrund nachgewiesener Ursachen an und passen die Therapie jeweils individuell auf den Patienten an.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Dr. Frank: Ihre Offenheit und ihr Vertrauen uns gegenüber. Die Patienten sind in einer für sie selbst sehr belastenden Situation. Es geht meist um Ängste, Verlust, Enttäuschung und Schuld. Hier ins Vertrauen gezogen zu werden, Ängste abbauen zu können und begründet Hoffnung machen zu dürfen, erfüllt mich mit Dankbarkeit.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. Frank: Ja, das war während eines praktischen Teils meines Studiums in der Abteilung für Neugeborene. Der Vater zweier zu früh geborener Zwillinge hat mir seine beiden winzigen Kinder überreicht, obwohl ich bis dahin noch keinerlei Erfahrung in diesem Bereich gesammelt hatte.

Die Selbstverständlichkeit und das Vertrauen in mich haben mich tief berührt. Es hat mir die Gewissheit gegeben, dass ich seinen Erwartungen gerecht werde und den Herausforderungen und Aufgaben meiner Patienten gewachsen bin.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Dr. Frank:

  • Verurteilen Sie sich nicht für Ihre Laster – nehmen Sie sie achtsam wahr und an
  • Gehen Sie Ihre Schwächen motiviert Schritt für Schritt an, jeden Tag einen kleinen Schritt mehr zum Gleichgewicht
  • Und holen Sie sich dabei Unterstützung: vom Partner, von Familie und Freunden oder auch professionelle Beratung.

 

Zur Person

  • Ich bin 1980 als mittleres Kind meiner Eltern in Brasilien geboren
  • In Düsseldorf und Umgebung aufgewachsen und studiert
  • Ergänzende Auslandsaufenthalte während des Studiums
  • Facharztweiterbildung zur Frauenärztin in Wuppertal, operatives Schwerpunktzentrum
  • Weiterbildung zur Kinderwunschärztin dann in Düsseldorf, wo ich auch bereits viele Jahre zusammen mit Frau Dr. Yildirim gearbeitet habe
  • Ich bin verheiratet, habe zwei kleine Söhne und bin nach der Elternzeit in der Praxis in Bocholt eingestiegen, wo ich seit Oktober 2021 ärztliche Leitung bin
  • Ich lebe mit meiner Familie in Düsseldorf
  • In meiner Freizeit mache ich gerne Wassergymnastik, Yoga und lese viel, wenn ich nicht gerade gemeinsame Zeit mit meinen Söhnen verbringe

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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