Was ist Endometriose? Entstehung, Symptome & Behandlungen

Viele von Endometriose betroffene Frauen leiden unter Menstruations- oder ständigen Schmerzen. (© Cara-Foto - fotolia)

Die Krankheit betrifft schätzungsweise zwei Millionen Frauen in Deutschland. Der Schmerzpegel reicht dabei von leicht bis extrem. Manche Frauen haben trotz Endometriose keine Probleme, bei anderen treten Schmerzen während der Regel oder sogar ständig auf. Hinzu kommen Beschwerden, die an bestimmte Situationen gebunden sind.

Bei manchen Betroffenen schmerzt jeder Toilettengang. Auch die Freude am Geschlechtsverkehr kann durch die Beschwerden verlorengehen und in vielen Fällen stört eine Endometriose die Fruchtbarkeit.

Endometriose ist eine aufwendige Erkrankung. Daher dauert es manchmal mehrere Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Oft kommt es auch zur Fehldiagnose


Handelt es sich um ein „Prämenstruelles Syndrom“?

Zur Ursache von Endometriose gibt es bislang nur Theorien. Mediziner vermuten, dass Blut und Zellen der Gebärmutterschleimhaut während der Periode in den Bauchraum fließen. Das ist aber bei allen Frauen so. Träfe die Theorie zu, müssten sich die Zellen bei Endometriose-Patientinnen leichter festsetzen. Aber das ist bislang unklar. Tatsache ist dagegen, dass die Zellen – wo auch immer sie sich ansiedeln – auf jeden Fall Ärger bereiten.

Bevorzugt befinden sich die als Endometriose-Herde bezeichneten Gewebeinseln am Bauchfell

  • im kleinen Becken,
  • auf den Haltebändern der Gebärmutter,
  • auf und in den Eierstöcken, auf der Blase und
  • in einer Vertiefung hinter der Gebärmutter in Richtung Darm.

Treten die Zellhaufen im Darm auf, führen sie regelmäßig zu Blut im Stuhl. Das ist für viele Frauen ein beunruhigendes Zeichen, da das Blut theoretisch auch ein Hinweis auf Darmkrebs sein könnte.

Die Zellhaufen reagieren wie die Schleimhautzellen in der Gebärmutter auf das hormonelle Auf und Ab des weiblichen Zyklus. Durch die Hormone bauen sie sich immer wieder auf, um schließlich – wie die Gebärmutterschleimhaut bei der Periode – zyklisch wieder abzubluten.

Da das Blut nicht abfließen kann, vergrößern sich die Herde Stück für Stück. Es kommt zu chronischen Entzündungen, die vermutlich die Hauptursache für die Schmerzen sind und dazu führen können, dass die Zellhaufen mit ihrer Umgebung verkleben und verwachsen. Eine mögliche Folge sind zyklusunabhängig Schmerzen beim Sex.


Ein Eingriff oder Hormonpräparate können helfen

Bei der Diagnosestellung geht es vor allem darum, die Krankengeschichte gründlich abzuklären. Es ist besonders wichtig, die typischen Schmerzpunkte im Unterleib abzutasten und einen Ultraschall vorzunehmen.

Allerdings können sich die Endometriose-Herde auch an Stellen ansiedeln, an denen sie der Ultraschall nicht aufspüren und die Hand nicht ertasten kann. Hier wird eine Bauchspiegelung empfohlen. Dabei kann der Arzt alle oder zumindest einen Teil der Herde bereits während des Eingriffs entfernen.

Alternativ zur Bauchspiegelung ist es auch möglich, anfangs Hormonpräparate einzunehmen. Wenn sich die Beschwerden damit bessern, muss nicht unbedingt ein Eingriff durchgeführt werden. Hormonelle Verhütungsmittel wie manche Anti-Baby-Pillen gaukeln dem Körper durch wenig Östrogen und viel Gelbkörperhormon (Gestagen) eine Scheinschwangerschaft vor. Dadurch bremsen sie das Wachstum der Schleimhautzellen.

Wird eine Endometriose nicht behandelt, breiten sich die Herde immer weiter aus und werden zunehmend größer. Von allein stoppt dieser Prozess erst nach der letzten Monatsblutung mit den Wechseljahren. Doch Entzündungen und gegebenenfalls Verwachsungen können auch danach noch Schmerzen verursachen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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