Endlich schwanger…und nun? Ein kurzer Überblick zu den Untersuchungen, zum Ultraschall und zur Ernährung

Prof. Dr. Bühling

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© Monkey Business © www.fotolia.de© Monkey Business © www.fotolia.deDie Schwangerschaft ist sicherlich einer der aufregendsten und eindrücklichsten Erfahrungen, die ein Paar gemeinsam machen kann. Aus zwei Zellen wächst langsam ein kompletter Mensch heran. Es ist naheliegend, dass in dieser Zeit viele Fragen auftauchen.

Die Dauer einer Schwangerschaft beträgt 40 Wochen, berechnet nach dem ersten Tag der letzten Regel. Korrekterweise war die Schwangere in den ersten zwei Wochen noch nicht schwanger, da der Eisprung zumeist um den 14. Tag der Regel erfolgt. Wir Frauenärzte berechnen die Schwangerschaft nach Wochen und den Tagen der nächsten angefangenen Woche – und nicht nach Monaten, wie es einige Foren machen. Zudem teilen wir die Schwangerschaft in Drittel („Trimenon“) ein, die jeweils durch einige Besonderheiten gekennzeichnet sind.

Das erste Trimenon (1.-13. Schwangerschaftswoche)
Bis zur ca. 12. Schwangerschaftswoche werden zunächst alle Organe wie Herz, Leber, Darm, Magen, Niere und Milz sowie viele andere angelegt (sogenannte Embryogenese). Störungen während dieses Zeitraums führen zu Fehlbildungen. Störungen danach zumeist zu Wachstumsstörungen. Während der ersten 12 Schwangerschaftswochen wird das werdende Kind als „Embryo“ bezeichnet, danach als „Fetus“.

Um die 10. Schwangerschaftswoche erfolgt das erste Ultraschallscreening beim Frauenarzt. Zu diesem Zeitpunkt wird die Schwangere auch über die weiteren Untersuchungen, wie beispielsweise das Ersttrimesterscreening, informiert. Je nach dem Risiko können sich weitere Untersuchungen, wie bspw. Die Fruchtwasserpunktion oder aber – jetzt erst seit kurzem möglich – die Bestimmung der kindlichen Chromosomen aus dem Blut der Schwangeren.

Das zweite Trimenon (14.-27. Schwangerschaftswoche)
In den folgenden Wochen wächst der Bauch der Schwangeren, was sich manchmal durch ein Unterbauchziehen in der Leistengegend bemerkbar macht.

Um die 20. Schwangerschaftswoche kann sich die Schwangere entscheiden, welchen Umfang die Ultraschalluntersuchung haben soll: Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge kann sie zwischen einer einfachen und einer erweiterten Ultraschalluntersuchung wählen. Frauen mit Risikofaktoren, z.B. Auffälligkeiten im Ultraschall, Schwangere über 34 Jahren, haben auf Wunsch Anspruch auf den sogenannten Organultraschall (auch „Feindiagnostik“ genannt).

Mitte der 20. Schwangerschaftswochen wird die Durchführung eines oralen Glukosetoleranztests zum Ausschluss eines Gestationsdiabetes empfohlen. Die Krankenkassen bezahlen einen sogenannten „Vortest“, der aber nicht so genau wie der orale Glukosetoleranztest ist. Letzterer ist eigentlich besser, muss aber selbst bezahlt werden. Für den oralen Glukosetoleranztest muss die Schwangere nüchtern in der Praxis erscheinen und erhält dort eine Zuckerlösung zum Trinken sowie drei Blutzuckertests.

Das dritte Trimenon (ca. 28.-40. Schwangerschaftswoche)
Um die 30. Schwangerschaftswoche erfolgt noch mal eine Ultraschalluntersuchung, mittels der das Wachstum des Feten überprüft wird. Spätestens jetzt sollte auch die Geburtsklinik ausgewählt werden, damit dort im Vorwege schon einmal eine Anmeldung erfolgen kann. Ebenfalls sinnvoll, insbesondere für Erstgebärende, ist der Kontakt zu einer Hebamme, die im Wochenbett eine große Hilfe sein kann.

Etwa um die 34. Schwangerschaftswoche wird die Durchführung eines Streptokokkenabstrichs empfohlen. Die eigentlich harmlosen Streptokokken können unbehandelt eine Infektion des Neugeborenen verursachen. Im Falle einer Infektion wird einmalig unter der Geburt ein Antibiotikum gegeben.

Der Bauch hat inzwischen die Rippen erreicht, was die Bewegungsfähigkeit erschwert. Auf starke sportliche Belastung sollte jetzt lieber verzichtet werden, während Bewegung, z.B. in Form eines Spaziergangs oder beim Schwimmen, sehr sinnvoll ist.

Nicht selten setzen um die 36. Schwangerschaftswoche die Senkwehen ein, wobei der Kopf des Kindes (sofern es keine seltene Beckenendlage ist) in das Becken der Schwangeren hineinrutscht. Viele Schwangere bemerken es daran, dass plötzlich die Atmung wieder freier möglich ist.

Das Kind ist da – und dann? Dieser Zeitpunkt ist einfach unbeschreiblich! Die meisten Väter sind bei der Geburt dabei und nehmen sich für die Zeit danach Urlaub. Und das kann man nur empfehlen – die Erfahrungen mit dem neuen Familienmitglied sind es wert!

Ernährung in der Schwangerschaft
In der Frühschwangerschaft tritt häufiger Übelkeit und Sodbrennen auf. Ein Trick zur Vermeidung ist die Aufnahme kleiner Mahlzeiten. Bei morgendlicher Übelkeit hilft die Aufnahme eines Zwiebacks noch vor dem Aufstehen. Bei stärkerer Übelkeit kann, bevor Medikamente eingesetzt werden, auch ein Versuch mit einem hochdosierten Vitaminpräparat gemacht werden. Während der ganzen Schwangerschaft ist auf eine gesunde ballaststoffhaltige Ernährung zu achten, die ein wenig die hormonbedingte Darmträgheit ausgleicht.

Zur Nahrungsergänzung bieten sich Multivitaminpräparate an, die direkt auf die Bedürfnisse von Schwangeren abgestimmt sind. Hier kann bspw. adfetal® eingesetzt werden. Das hierin enthaltene DHA hat in Studien eine Absenkung des Allergierisikos für das Kind als auch eine verringertes Risiko für eine Frühgeburt erbracht.

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Kommentare zum Artikel (1)


05.05.2014 - 09:43 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, Meine Tochter 36...

von nicki

... ist zum ersten mal Schwanger in der 9.SSW. Seid heute hat sie keine Übelkeit, Brustziehen und Müdikeit mehr. Ihre Gebärmutter ist ein wenig härter. Sie macht sich Sorgen, das etwas nicht in Ordnung ist. Können Sie mir helfen? Herzliche Grüße

Prof. Dr. Bühling

Antwort vom Autor am 27.05.2014
Prof. Dr. med. Kai Joachim Bühling

leider ist eine Email-Beratung in derartigen Fällen nicht möglich. Die Symptome können ganz normal sein, aber natürlich auch auf eine Störung hindeuten. Am besten, Sie stellen sich bei Ihrem Frauenarzt/ärztin vor.


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